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Kaufberatung 2018

Die neuen Putter

Von Dan Owen, Fotos: Getty Images

Auf den Grüns wird das Geld verdient, ganz egal ob beim Masters oder beim Wochenendzock mit den Golfkumpels. Aus diesem Grund sollte dem Putterkauf mindestens genauso viel Aufmerksamkeit geschenkt werden wie der Entscheidung für einen neuen Driver. denn vom budgetbewussten einsteigermodell bis zum high end putter mit vierstelligem betrag auf dem Preisschild ist 2018 alles zu haben.

Normalerweise präsentieren sich jeden Januar auf der PGA Merchandise Show in Orlando mindestens ein halbes Dutzend kleiner Marken, die mit ihren innovativen Puttern Abhilfe für die Probleme von Amateur- und Profigolfern versprechen. Doch 2018 war in dieser Hinsicht ein ausgesprochen ruhiges Jahr, denn lediglich die großen, marktbeherrschenden Marken scheinen Neuheiten im Putter-Bereich anzubieten.

Bei Odyssey hat man sich dazu entschieden, die populäre O-Works-Serie noch weiter auszubauen, und nun sind sämtliche Modelle in Schwarz-Rot sowie im ursprünglichen Schwarz-Weiß zu haben. Was die verschiedenen Formen der Schlägerköpfe angeht, führt Odyssey mittlerweile so viele, dass man nicht wirklich weiß, wo man anfangen sollte. Insgesamt sind 32 Kopfformen mit unterschiedlichen Hosel- und Farboptionen verfügbar. Bedenkt man dann noch die unterschiedlichen Schaft- und Griff-Varianten, steigert sich die Anzahl der möglichen Putterkonfigurationen in den dreistelligen Bereich. Einer unserer Favoriten ist die neue Marksman-Form, die auch bereits auf der Tour zum Einsatz kommt.

Aus technischer Sicht neu ist, dass Odyssey diese Saison jeden Mallet-Putter auch mit einem Slant-Neck-Hosel anbietet. Diese Form des Hosels ist besonders bei Profis sehr beliebt, hilft es doch Spielern, die eigentlich ein traditionelles Blade mit Toe-Hang bevorzugen, nun auch mit einem Mallet-Putter klarzukommen.

Kaufberatung 2018: Die 2018er-Version des Newport 2 verfügt über ein Stahl-Insert und ein neues SohlendesignKaufberatung 2018: Die 2018er-Version des Newport 2 verfügt über ein Stahl-Insert und ein neues Sohlendesign
Die 2018er-Version des Newport 2 verfügt über ein Stahl-Insert und ein neues Sohlendesign
Die Speerspitze des Produktportfolios von Odyssey 2018 ist der limitierte Exo 2-Ball. An diesem komplett aus Aluminium gefrästen Putter sind jeder Winkel, jede Ecke und Kante schlicht perfekt. Das Roségold-Finish ist ungewöhnlich, live jedoch ein echter Eyecatcher. Auf Seite der Technik-Features lassen das Microhinge-Insert und die 2-Ball-Ausrichtungshilfe keinen Zweifel daran, dass es sich um einen Hightech-Putter handelt. Der Exo 2-Ball ist alles andere als preiswert, doch es handelt sich hierbei um nichts anderes als den ultimativen 2-Ball-Putter. Diese Form des Mallets hatte schon immer eine große Fanbasis, die auch in diesem Fall dafür sorgen wird, dass die limitierte Auflage bald vergriffen sein wird.

Putter mit gefrästen Schlagflächen sucht man bei Odyssey mittlerweile vergeblich. Diese Ehre wird der hausinternen Edelmarke Toulon Design zuteil. Sean Toulon war einst Vice-President bei TaylorMade, ehe er vor wenigen Jahren zu Callaway wechselte, um dort seine Vision einer extrem hochwertigen Putterlinie zu verwirklichen. Neu bei Toulon Design ist der Atlanta, ein kompaktes Mallet, das unter anderem von Sergio García eingesetzt wird. Der Portland-Putter rundet das Toulon-Angebot ab und bietet eine Schlagfläche mit diamantförmigem Fräsmuster. Sämtliche Toulon-Putter, die wir dieses Jahr testen konnten, fühlten sich perfekt ausbalanciert an und auch am Feedback und Klang gab es absolut nichts auszusetzen. Bei Callaway ist man sich noch nicht ganz klar darüber, ob die Putter 2018 auch offziell auf den europäischen Markt kommen werden. Wer eines dieser Kunstwerke haben möchte, muss also den Umweg einer USA-Bestellung in Kauf nehmen.

Eine der wenigen wirklich erfolgreichen neuen Marken auf dem Puttermarkt ist Evnroll. Vor drei Jahren wurde Evnroll auf der PGA Show 2015 von Guerin Rife und Stephen Riley gegründet und der Beweis wurde längst erbracht, dass man auch mit Neugründungen noch auf dem hart umkämpften Markt bestehen kann.

Die Schlüsseltechnologie von Evnroll ist das Sweet Face genannte Groove-Design, das dafür sorgt, dass Putts gleich weit rollen, egal an welcher Stelle der Schlagfläche der Ball getroffen wurde. Die Folge ist nicht nur eine größere Konstanz auf den Grüns, sondern auch mehr Putts werden gelocht. Sweet Face hat den weiteren Vorteil, auch die Richtungskontrolle positiv zu beeinflussen, denn ein Putt, der im Toe-Bereich getroffen wird, sorgt normalerweise dafür, dass sich die Schlagfläche öffnet und der Ball rechts am Loch vorbeirollt. Ein Evnroll-Putter indes bewirkt, dass sich dieser Putt schnell wieder zurück auf die Ziellinie bewegt. Das mag alles nach Golf-Voodoo klingen, doch wir haben die neuen Evnroll-Modelle auf Herz und Nieren getestet und sie funktionieren wirklich.

Kaufberatung 2018: Alle TaylorMade-Spider-Putter verfügen über ein Pure-Roll-Insert, dessen Grooves nach unten geneigt sind
Alle TaylorMade-Spider-Putter verfügen über ein Pure-Roll-Insert, dessen Grooves nach unten geneigt sind
Die Anzahl der verfügbaren Kopfformen hat sich in den letzten sechs Monaten konstant gesteigert, der populärste Evnroll-Putter ist und bleibt allerdings der ER1.2, ein Putter im klassischen Anser-Stil. Aus technischer Sicht der interessanteste ist jedoch der ER9, denn dieser Putter ist mit seiner Optik eine Mischung aus "USS Enterprise" und TaylorMade Spider und erkundet Galaxien, die nie zuvor ein Mensch betreten hat. Sein MOI-Wert von mehr als 10.000 ist in etwas das Doppelte von dem, was andere Hersteller als einen High-MOI-Putter bezeichnen. Dafür verantwortlich ist das ambitionierte Design eines aus Aluminium gefrästen Schlägerkopfs in Verbindung mit zwei prägnanten Gewichtsröhren an beiden Enden des Schlägerkopfs. Wer sich mit dieser extremen Optik anfreunden kann, hat ab sofort ohne Zweifel einen Putter im Bag, mit dem kurze Putts kaum noch am Loch vorbeirollen können.

Die neue Generation der Scotty-Cameron-Select-Putter setzt die konstante Evolution dieser bereits zu Klassikern gewordenen präzisionsgefrästen Putter fort. Neu ist 2018 ein vierfach ausbalanciertes Sohlendesign, das den Schwerpunkt weiter nach vorne in Richtung Schlagfläche verschiebt, um beim Ausbalancieren des Putters auch das Gewicht des Schafts und des Griffs miteinzubeziehen. Das Resultat ist ein Putter, der in der Ansprechposition perfekt hinter dem Ball steht und nicht nur die Ausrichtung erleichtert, sondern ein ungewolltes Öffnen oder Schließen der Schlagfläche aktiv verhindert.

Die Modelle Newport, Newport 2, Newport 2.5 und Laguna sind moderne Blade-Putter mit Heel-Toe-Gewichtung, die eine fließende Puttbewegung unterstützen. Jeder Schlägerkopf verfügt über ein Schlagflächen-Insert aus rostfreiem 303-Stahl, das präzisionsgefräst und von Hand poliert wurde. Ebenfalls rostfreier Stahl als Kopfmaterial und 30 Prozent mehr Vibrationen dämpfendes Material zwischen den bei den Stahlteilen machen den Putterkopf komplett. Es ist diese Fusion aus verschiedenen Materialien, die den Scotty-Cameron-Select-Puttern ihr einzigartig knackiges Feedback verleiht.

Die neuen und zu 100 Prozent gefrästen Vault 2.0 von Ping wurden entwickelt, um eine optimale Verbindung aus Rückmeldung und Konstanz zu liefern, und setzen dabei auf erprobte Methoden wie eine Präzisionsfrästechnik, die patentierte True-Roll (TR)-Technologie und ein neues Gewichtssystem. Dieses liefert drei Gewichte, eines davon aus Stahl (Standardgewicht), eines aus Wolfram (15 Gramm schwerer) und eines aus Aluminium (15 Gramm leichter als das Standardgewicht), um jedem Golfer die Möglichkeit zu geben, den Putter perfekt auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Die TR-Technologie liefert konstante Ballgeschwindigkeiten über die gesamte Schlagfläche, indem das gefräste Muster über variable Tiefen und Abstände verfügt. So wird sichergestellt, dass Treffer außerhalb des Sweet-Spots mehr Geschwindigkeit als üblich erhalten, um mit den optimalen Putts mithalten zu können. Weniger Drei-Putts sollten die Folge sein.

Kaufberatung 2018: Die Custom-Shop-Angebote von Toulon Design und Scotty Cameron sind bislang leider nur in den USA verfügbar
Die Custom-Shop-Angebote von Toulon Design und Scotty Cameron sind bislang leider nur in den USA verfügbar
Nicht nur bei der Balance, auch beim Finish stehen Golfer bei Ping vor der Qual der Wahl. Stealth, Platinum und Copper heißen die Varianten, die in fünf aus rostfreiem 303-Stahl gefertigten Schlägerkopfformen erhältlich sind. Neu ist dabei der Dale Anser, der durch eine der ersten Anser-Modellstudien inspiriert wurde, die Allan Dale Solheim in den 60ern entwarf. Der Ketsch Mallet ist in Stealth und Platinum erhältlich und schert sich kein bisschen um traditionelles Design. Der Schlägerkopf besteht aus 6061er-Aluminium in Luftfahrtqualität kombiniert mit einer Sohlenplatte aus Stahl, die das MOI des Putters enorm erhöht. Besonders auf der LPGA Tour ist der Ketsch in dieser Saison ein äußerst angesagter Putter.

Kein anderer Putter im Profibereich kam 2017 jedoch an den TaylorMade Spider heran, kein Wunder also, dass man sich dazu entschlossen hat, das Angebot zu erweitern. Der neue Spider Arc zählt zu diesen Erweiterungen und verfügt über ein vollkommen neues Ausrichtungssystem und verbesserte Stabilität in einem tourerprobten Design. Justin Rose konnte mit diesem Modell im Bag, das man am besten als 1-Ball Putter beschreiben könnte, bereits Erfolge feiern. Ein leichter Aluminium-Schlägerkopf kombiniert mit einem schwereren Stahlring macht den Spider Arc zum Putter mit dem höchsten Trägheitsmoment, den TaylorMade in diesem Jahr anbietet, und er ist wie beinahe alle Putter der Marke in Rot und Silber erhältlich.

Nachdem 2017 im badischen Hirschberg am Stammsitz von Caledonia das Putting Performance Center eröffnet wurde, gibt es für die Fans von gefitteten Premium-Puttern einen neuen Wallfahrtsort in Deutschland. Das Hightech-Center ist weit mehr als ein Marketing-Gimmick, denn die aus Dutzenden Präzisionsteilen bestehenden Caledonia-Modelle sind in ihrer Abstimmung in etwa so komplex wie ein Formel-1-Bolide.

Golfer, die von dieser Technik überfordert waren oder die schlichtweg nicht über die finanziellen Mittel verfügten, einen nicht gerade preiswerten Caledonia-Putter zu kaufen, haben ab sofort allerdings ebenfalls die Möglichkeit, sich ein Stück deutsche Ingenieurskunst in die Golftasche zu packen. Mit dem Darling bringt Caledonia erstmals einen Putter auf den Markt, der sich im Look und in der Farbgebung von den bisherigen Caledonia-Modellen abhebt. Was das Handling und die Qualität angeht, bleibt bei diesem klassischen Blade-Modell allerdings alles beim Alten, es ist Caledonia-typisch schlicht perfekt. "Mit dem Darling wollten wir ein Produkt auf den Markt bringen, das die unverwechselbare DNA von Caledonia in sich trägt, aber ohne individuelles Fitting auskommt. Dafür haben wir die Ansprüche unterschiedlichster Spielertypen in ein Modell gegossen, das dem Golfer noch mehr Vertrauen in seinen Putt-Stroke verleiht", erklärt Caledonia-Marektingdirektor Robbie Sowden. Das Beste daran: Der Preis des Darling liegt grob über den Daumen gepeilt bei der Hälfte der übrigen Caledonia-Modelle.




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