Willkommen im Club:

Willkommen im Club

Ein Erste-Welt-Problem weniger

22.08.2017 | Von Fritz Lüders, Foto(s): Getty Images

Ein Sportgott zu sein, mehrere Hundert Millionen schwer und mit einer der heißesten Frauen des Planeten verheiratet kann auch seine Nachteile haben. Jedenfalls in der Parallelwelt amerikanischer Country Clubs.

Man stelle sich vor, Thomas Müller würde sich um eine Mitgliedschaft im Münchner Golf Club bemühen und abgelehnt werden. Oder der Papst bekäme plötzlich Lust, die Schläger zu schwingen, und die Mitglieder von Roms zukünftigem Ryder-Cup-Platz Marco Simone Golf & Country Club zuckten nur mit den Schultern und sagten: "No grazie, senza complimenti!" Unvorstellbar. Tom Brady ist in Boston so etwas wie eine Mischung aus Thomas Müller und dem Papst, schließlich hat er als Quarterback der New England Patriots (ehemals Boston Patriots) das Footballteam der Stadt in den vergangenen 15 Jahren fünfmal zum Super-Bowl-Triumph geführt. Da in den USA nur im Herbst und im Winter Profi-Football gespielt wird, ist Golf aus nahe liegenden Gründen ein äußerst beliebter Zeitvertreib unter Amerikas Superstars, und Brady macht dabei keine Ausnahme. Golfrunden mit Jordan Spieth in Augusta, mit Michael Jordan in Chicago sowie regelmäßige Starts beim AT&T National Pro Am in Pebble Beach verstehen sich für einen Superstar von selbst. Selbst im Fernsehen ging Tom Brady bereits seinem Lieblingshobby nach, als er in der sechsten Staffel von "Entourage" zusammen mit Buddy Mark Wahlberg aufteete.

Da trifft es sich gut, dass das vierte Loch des The Country Club von Brookline direkt an den Garten von Tom Bradys bescheidener Behausung in Boston angrenzt. Die Frage des Heimatclubs sollte somit geklärt sein. "Brookline? Da war doch was?", werden sich einige jetzt denken. Stimmt genau, hier rammte Justin Leonard beim Ryder Cup 1999 mit einem unglaublichen Putt aus mehr als 13 Metern an Loch 17 dem europäischen Team und seinen Fans ein rostiges Messer mitten ins Herz. An gleicher Stelle gewann Francis Ouimet 1913 die US Open im Alter von 20 Jahren und schrieb damit das erste moderne Golfmärchen. The Country Club ist also eine der geschichtsträchtigsten und exklusivsten Enklaven der oberen Zehntausend im amerikanischen Golf, irritiert aber leider auch durch für solche Clubs beinahe schon obligatorische fragwürdige Aufnahmepraktiken, denn bis in die 70er wurden keine Juden aufgenommen, Frauen können erst seit 1989 vollwertige Mitgliedschaften erhalten und Afroamerikanern war der Zutritt bis 1994 verwehrt. Zu Antisemitismus, Misogynie und Rassismus darf nun also noch Snobismus gezählt werden, denn als Bradys Antrag auf Mitgliedschaft vor zwei Jahren im Clubsekretariat einging, wurde er nicht erfreut durchgewinkt, sondern landete in der Ablage und setzte seither Staub an.

Brady ist nämlich nicht nur fünffacher Super-Bowl-Sieger, sondern ganz standesgemäß auch noch mit Giselle Bündchen verheiratet, die sich ebenfalls um eine Mitgliedschaft in Brookline bemühte. "Zu viel Medienrummel!", dachte sich eine Mehrheit der 1.300 Mitglieder und verwehrte dem Celebrity-Paar den Zutritt. "Im Country Club ist man der Meinung, dein Name sollte genau zweimal während deines Lebens in der Zeitung stehen: wenn du geboren wirst und wenn du gestorben bist", lautet, glaubt man Insidern, eines der ungeschriebenen Gesetze von Brookline. Genau darin lag offensichtlich das Problem, denn Brady und Bündchen übertreffen diese Quote bereits vor dem Frühstück.

Mittlerweile scheint man sich in Brookline jedoch mit dem Superstar-Status der beiden abgefunden zu haben, denn wie der "Boston Globe" berichtet, wurden Tom und Giselle in den letzten Wochen mehrmals beim Golfspielen im Country Club gesichtet, und es ist davon auszugehen, dass sie das als reguläre Mitglieder tun und nicht einfach über den Zaun ihres Gartens geklettert sind. Was die beiden allerdings tun mussten, um vom Club-Establishment akzeptiert zu werden, wurde selbstverständlich nicht verraten. Ein Erste-Welt-Problem weniger.




 
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