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Sri Lanka

Doppelbogeys & Schweissausbrüche

05.11.2017 | Von Fritz Lüders & Jan Langenbein, Fotos: Fritz Lüders & Jan Langenbein

Mit jeder Menge Sonnencreme, literweise Mückenspray und einem Surfboard im Gepäck brechen wir auf in ein Land, das unserer ungebildeten Ansicht nach noch nie zuvor ein Golfer betreten hat. Wir sind unwürdig!

Sicher, der gepullte Abschlag auf Loch 6 des Shangri La Country Club ganz im Süden von Sri Lanka war nicht wirklich optimal und findet völlig zu Recht seine unvorteilhafte Lage unter dem wohl einzigen Laubbaum auf einer Anlage voller Kokospalmen. Für das verfehlte Fairway allerdings gleich mit einem Herzinfarkt bestraft zu werden ist vielleicht doch eine Spur übertrieben, denn kaum startet mein Punch-Shot in Richtung Grün, setzt links über meinem Kopf ein Tier zum Abflug an, das mit mindestens zwei Metern Spannweite aus dem Augenwinkel verdächtig nach Flugsaurier aussieht. Randnotiz: Auf dem zwölfstündigen Flug hierher habe ich vor lauter Langeweile "Jurassic World" eine zweite Chance gegeben, was sich nun als wenig hilfreich erweist. Blankes Entsetzen steht in mein Gesicht geschrieben, doch mein Caddie zieht in aller Seelenruhe das Sand-Wedge für den kommenden Bunkerschlag aus dem Bag und grinst: "Relax! It's just a peacock." Und tatsächlich stellt sich der vermeintlich tödliche Flugsaurier als Pfau heraus, offensichtlich der schreckhafteste seiner Sippe, denn im Baum, unter dem ich immer noch stehe, sitzen fünf seiner Artgenossen, die sich von meiner Schlägerschwingerei absolut unbeeindruckt zeigen. Fritz lacht sich derweil tot.

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DER PLATZ IST ZUR MITTAGSZEIT KOMPLETT MENSCHENLEER, UND ALS NACH ZWEI GESPIELTEN LÖCHERN BEREITS DIE ERSTE LITERFLASCHE ISODRINK LEER IST, WISSEN WIR AUCH WARUM.
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Natürlich hätte man in dieser Situation cooler reagieren können, schließlich ist es keine vier Stunden her, da saßen wir auf der Pritsche eines Safari-Jeeps und konnten auf einer wilden Fahrt durch den nahe gelegenen Udawalawe-Nationalpark Hunderte Pfauen, Elefanten und Krokodile in freier Wildbahn beobachten. Eine morgendliche Safari ist ein absolutes Pflichtprogramm für jeden Reisenden, den es in diese Ecke der Insel verschlägt, für uns bedeutet dieser spannende Ausflug allerdings, dass die Startzeit auf dem 18-Loch-Golfplatz des Shangri-La auf 13 Uhr verschoben werden muss. Der Platz ist zur Mittagszeit komplett menschenleer, und als nach zwei gespielten Löchern bereits die erste Literflasche Isodrink geleert ist, wissen wir auch warum. Doch ein drei Stunden andauernder Schweißausbruch ist ein akzeptabler Preis für eine Runde auf 18 paradiesischen Spielbahnen zwischen Indischem Ozean, Lagunen und haushohen Palmen. Da Golf auf Sri Lanka alles andere als Volkssport ist, scheinen die teppichartigen Fairways in Hambantota völlig unberührt. Divots? Außer unseren eigenen sind keine zu finden und auch die Grüns sind nahezu perfekt treue Putt-Oberflächen.

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Ruhig bleiben: Der Caddie hat gesehen, wo der Ball gelandet ist
Der Süden Sri Lankas rund um das 11.000-Einwohner-Städtchen Hambantota wurde 2004 besonders hart vom Tsunami im Indischen Ozean verwüstet. Da traf es sich gut, dass 2005 ein Sohn der Stadt zum Präsidenten von Sri Lanka gewählt wurde, der in seiner zehnjährigen Amtszeit dafür sorgte, dass Hambantota mit einem internationalen Flughafen, einem modernen Seehafen und einem Kongresszentrum von exzessiven Ausmaßen bedacht wurde. Auch wenn der Rest des Landes über diese offensichtliche Bevorzugung der Heimat des Präsidenten weniger erfreut war, besitzt der Süden Sri Lankas nun eine beeindruckend moderne touristische Infrastruktur und Hotel- und Golfanlagen wie das Shangri-La sind die Früchte dieser Investitionen.

STRASSENKAMPF
Nach vier Tagen Resort-Leben in Hambantota voller Elefanten-Sightseeing, Flusskreuzfahrten la "Apocalypse Now" und vergeigter Birdie-Putts wird es Zeit, der Luxuswelt des Fünfsternetourismus den Rücken zuzukehren und das Landesinnere der unvergleichlich schönen Insel zu erkunden. Dort gibt es hoch oben zwischen Teefeldern einen weiteren Golfplatz. Die Strecke gibt das Navigationssystem mit 260 Kilometern an, die Fahrtzeit wird mit knapp sechs Stunden berechnet. Ein unmissverständlicher Hinweis darauf, dass im Straßenverkehr auf Sri Lanka nach anderen Regeln gefahren wird. Seit zehn Jahren bereise ich für GolfPunk die exotischsten Länder, doch beim Blick durch die Windschutzscheibe unseres Busses, den wir samt Fahrer für den Transfer zum Victoria Golf Club angemietet haben, muss ich mir zum ersten Mal eingestehen, dass ich hier und heute nicht in der Lage bin, ein Kfz zu steuern. Jedenfalls nicht, ohne dieses sensible Ökosystem aus langsamen Tuk-Tuks, kaum schnelleren Trucks und halsbrecherisch rasenden Autos mit beidseitigen Überholmanövern auf engen Passstraßen und U-Turns auf Autobahnen fatal durcheinanderzubringen. Solange kein von Verkehrsregeln verweichlichter Westler in diesen Ameisenhaufen eingreift, läuft das System allerdings erstaunlich reibungslos, und so bleibt mehr Zeit, die fantastische und immer bergiger werdende Landschaft zu genießen, die draußen vorbeizieht. Bis auf 2.500 Meter erheben sich in der Zentralprovinz der Insel die Berge, weshalb eine Strecke von 250 Kilometern einen Tagestrip bedeutet. Unser Fahrer lässt es sich nicht nehmen, kleine, äußerst willkommene Umwege zu fahren, um uns die besten Aussichtspunkte zu zeigen, und so landen wir unerwartet im Bergdorf Ella, das mit all seinen Rucksacktouristen, Yoga-Freaks, Aussteigern und Alt-Hippies wie eine alpine Variante von Leonardo DiCaprios "Beach" anmutet. Zivilisationskrankheiten und Stress sind zwischen Bergnebel und Teeplantagen unendlich weit entfernt und es scheint, als könnte eine Woche hier oben selbst den angespanntesten Großstädter in einen grundentspannten Bruder im Geiste von Jeffrey Lebowski verwandeln. Unser Ziel ist aber nicht die vollkommene seelische Ausgeglichenheit, schließlich sind wir Golfer und brechen deshalb bereits nach einem vorzüglichen Curry wieder auf.

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MAN SIEHT ROT
Als wir endlich im Victoria Golf & Country Resort ankommen, ist die Sonne hinter den umliegenden Berggipfeln verschwunden und strahlt lediglich die Schäfchenwolken, die regungslos über der majestätischen Szenerie hängen, mit einem satten Abendrot an. Reflektiert von den Wolken taucht dieses unwirkliche Rot die gesamte Landschaft in ein blutrotes Licht und sorgt für eine Stimmung, wie wir sie noch nie auf einer Golfanlage erleben durften. Fritz badet derweil förmlich in Mückenspray, um bloß kein Risiko einzugehen: "Ich hatte schon einmal Denguefieber, glaub mir, das ist kein Spaß!" Die Angst vor den Tigermücken, die den widerlichen Virus in sich tragen, hält ihn am nächsten Morgen allerdings nicht davon ab, zur kurzen Hose zu greifen. Unsere Caddies dagegen sind eingekleidet, als würden sie zu einer Skitour aufbrechen: eine Vorsichtsmaßnahme nicht nur gegen Stechmücken, sondern zugleich gegen die unerbittlich vom Himmel brennende Sonne. Bereits auf dem zweiten Abschlag wird klar, dass das Outfit der Einheimischen deutliche Vorteile aufweist, und da unser Hotelzimmer direkt neben dem zweiten Grün liegt, verabschiedet sich Fritz, nachdem wir das Loch mit Bogey geteilt haben, für wenige Minuten. Mein Drive an der 3 hat bereits das Rough links der Spielbahn gefunden, als er wieder auftaucht: immer noch im giftgrünen Golfpolo, nun aber mit einer hautengen anthrazitfarbenen Skinny Jeans als Beinkleid. "Lach nicht! Ich habe keine andere Hose mehr." Und so nimmt Fritz' Martyrium seinen Lauf.

 

CHECKLISTE

AUF KEINEN FALL VERPASSEN:
  • das Elefantenwaisenhaus im Udawalawe-Nationalpark besuchen
  • von Kandy nach Ella mit dem Zug fahren
  • die lokalen Teespezialitaten probieren
NICHT EMPFEHLENSWERT:
  • Mückenspray und Sonnencreme im Hotel vergessen
  • das Curry 'very spicy' verlangen
  • eine Startzeit um 11 Uhr buchen. Hitzschlag!
REISEN
Nur Lebensmüde buchen vor Antritt einer Reise nach Sri Lanka einen Mietwagen, so chaotisch ist der Verkehr in den Ballungsräumen des Inselstaats. Öffentliche Verkehrsmittel (Busse, Züge) sind preiswert, setzen aber eine stoische Gelassenheit und Hitzeunempfindlichkeit voraus, denn Klimaanlagen gibt es hier nicht. Wer schnell und unkompliziert fahren möchte, bucht einen Fahrer samt Auto. Wir empfehlen die Facebook-Gruppe Sri Lanka Taxi Driver Offers, in der man buchen kann. Mehrstündige Fahrten kosten circa 35 Euro. Auch wenn die Distanzen in dem kleinen Land kurz sind: Durch überfüllte Straßen, auf denen Verkehrsregeln nicht existieren, braucht man von A nach B fünfmal so lange wie in Deutschland.

RISIKEN
So paradiesisch das Land auch wirkt, einige Gefahren sind vorhanden. Im Sommer 2017 brach eine Dengue-Epidemie aus, die nach wie vor nicht gänzlich unter Kontrolle ist. Besonders in der Hauptstadt und in der Mitte des Landes ist somit Vorsicht geboten. "Seit Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 haben in Sri Lanka keine Terroranschläge mehr stattgefunden. Militär und Polizei sind weiterhin sichtbar präsent", schreibt das Auswärtige Amt zur politischen Lage. Eine sichtbare Militär- und Polizeipräsenz können wir nicht bestätigen. Einheimische berichten jedoch von einer instabileren Lage im Norden als im Rest des Landes.

WÄHRUNG
Ein Euro ist derzeit etwas mehr als 180 Sri-Lanka-Rupien wert. Egal wie abgelegen man auch lebt, ein Bankautomat ist nie weit. Das ist von Vorteil, da Kartenzahlungen nur teilweise möglich sind. Preise weichen je nach Region und Lebensstil natürlich extrem ab. Warme Mahlzeiten kosten im Schnitt ungefähr 500 bis 1000 Rupien, Tuk-Tuk-Fahrten 80 bis 200 Rupien, Getränkeflaschen 80 bis 150 Rupien und ein Kaffee oder Tee 100 bis 200 Rupien.

KLIMA
Die Temperaturen sind das ganze Jahr über konstant und weichen eher nach Region ein wenig ab. Unter 30 Grad fällt das Thermometer nur selten. Für Golfer entscheidender sind allerdings die saisonalen Winde, die sich gerade an den küstennahen Plätzen stark bemerkbar machen. In den Sommer- und Herbstmonaten weht im Süden der Insel ein starker Südwestwind.

KULTUR
Sri Lanka wird hauptsächlich von drei Ethnien beherrscht: Singhalesen (75 Prozent), Tamilen (15 Prozent) und Moors (Araber, 10 Prozent). Ähnlich verhält es sich mit den Religionen: Buddhismus, Hinduismus und Islam sind eng mit den jeweiligen Ethnien verknüpft. Für Touristen hat die Religionsvielfalt aber kaum Auswirkungen auf das Leben vor Ort, allenfalls gibt es an manchen Feiertagen Alkoholverbot.

WOHNEN

SHANGRI-LA'S HAMBANTOTA GOLF RESORT & SPA
Ganz im Süden der Insel eröffnete 2016 die aus Malaysia stammende Hotelkette Shangri-La ihr insgesamt 99. Luxus-Resort weltweit. Auf 58 spektakulären Hektar zwischen Indischem Ozean auf der einen und einer Lagune auf der anderen Seite bieten 300 Zimmer und 21 Suiten allen erdenklichen Fünfsterneluxus. Die drei Pools und Vergnügungsflächen der Anlage sind smart aufgeteilt, sodass am einen Ende des Resorts Kids planschen und Spaß haben, während auf der anderen Erwachsene und Ruhesuchende ungestört den Urlaub genießen können. Fitnessstudio, ein großes Spa und eine Handvoll exzellenter Restaurants verstehen sich bei einem Resort dieser Güteklasse von selbst. Und dann gibt es natürlich noch den 18-Loch-Golfplatz im Garten.
www.shangri-la.com

VICTORIA GOLF & COUNTRY RESORT
Im Clubhaus des Victoria Golf Club kann man nicht nur Startzeiten buchen, sondern gleichzeitig auch preiswerte Doppelzimmer (ab 45 Euro die Nacht) anmieten. Einen besonders hohen Standard sollte man nicht erwarten, direkt neben dem Clubhaus werden im Moment jedoch zwölf Chalets gebaut, deren Terrassen einen unglaublichen Ausblick bieten. 2018 sollten diese Zimmer fertig sein. Wem das nicht genügt, für den stehen in unmittelbarer Nachbarschaft einige weitere Hotels einer deutlich gehoberen Preiskategorie zur Verfügung wie zum Beispiel das "Bougainvillea Retreat".
www.golfsrilanka.com

Während der Front Nine nähert sich das Thermometer immer weiter den 40 Grad, doch die saunaähnlichen Umstände geraten zur Nebensache angesichts dieses Spektakels von einem Golfplatz. 1999 eröffnete dieser von Donald Steel entworfene Platz auf einer Halbinsel mitten im Victoria-Stausee, der landschaftlich wohl zum Spektakulärsten zählt, was wir jemals spielen durften. Loch 6 braucht sich in puncto Optik weder vor Pebble Beach noch vor Cape Kidnappers zu verstecken, und wenngleich der Pflegezustand dieser Wiese selbstverständlich nicht mal im Ansatz mit diesen Hightech-Plätzen mithalten kann, ist das Spielerlebnis in Victoria doch absolut einzigartig. Spätestens auf Loch 14 mache ich mir ernsthaft Sorgen, Fritz könnte jeden Moment beginnen zu schmelzen. Seine verbale Kommunikation wird währenddessen in gleichem Maße karger wie bildlicher: "Oh Mann, würde ich jetzt flatulieren, hätte das einen kühlenden Effekt." Doch er überlebt die Wanderung durch einen Backofen in Skinny Jeans, um dann im Clubhaus erfahren zu müssen, dass aufgrund eines religiösen Feiertags heute kein Bier ausgeschenkt wird. Kein Wunder, dass er genug vom Golf hat, schließlich schleppt er schon seit Beginn der Reise nicht nur sein Golfbag, sondern auch ein Surfboard mit sich herum. "Morgen fahre ich nach Arugam Bay. Das ist ein weltberühmter Surf-Spot hier auf Sri Lanka. Du als Nicht-Surfer musst dir das so vorstellen: Augusta National oder meinetwegen der Old Course liegen nur eine Busfahrt entfernt. Natürlich nimmst du diesen Bus, oder?" Na klar würde ich diesen Bus nehmen und somit trennen sich unsere Wege für den Rest der Reise, denn ich habe morgen eine Startzeit im Royal Colombo Golf Club.

Golfplätze in der Region

SHANGRI-LA'S HAMBANTOTA GOLF & COUNTRY CLUB

SHANGRI-LA'S HAMBANTOTA GOLF & COUNTRY CLUB

18 Löcher, Par 70, 5.584 Meter

Adresse:
Sittrakala Watta
Chithragala, Ambalantota
Sri Lanka
Tel. +94 117.420700
www.shangri-la.com/hambantota

Greenfee:
ca. 35 Euro (Hotelgäste), ca. 49 Euro (externe Gäste), Buggy (ca. 21 Euro) und Caddie (ca. 11 Euro plus Tip) sind vorgeschrieben

Auf einer ehemaligen Kokosplantage wurde 2016 nicht nur das riesige Shangri-La Resort gebaut, sondern ein 18-Loch-Championship-Platz gleich mit dazu. Kokospalmen sind auf diesem also ganz selbstverständliche Hindernisse, aber auch jede Menge Seen und knietiefes Rough machen eine Runde hier zum echten Abenteuer. Da sich noch recht wenige Golfer hierher verirren, glichen die Fairways während unserer Runde Teppichen - Divots Fehlanzeige! Die Löcher 14 und 15 entlang einer kitschig schönen Lagune sind nicht von dieser Welt.

Killerloch:
Die 17 (Par 4) führt direkt am Strand entlang, was zwar optisch beeindruckend ist, gleichzeitig aber bedeutet, dass nahezu immer ein starker Wind von links das Fairway für Slicer untreffbar macht.
www.shangri-la.com/hambantota

VICTORIA GOLF & COUNTRY RESORT

VICTORIA GOLF & COUNTRY RESORT

18 Löcher, Par 73, 6.340 Meter

Adresse:
Rajawella, Kandy
Sri Lanka
Tel. +94 703.359521
www.golfsrilanka.com

Greenfee:
ca. 50 Euro, ein Caddie ist vorgeschrieben: ca. 7 (!) Euro plus Tip

In der Mitte der Insel, umgeben von dramatischen Bergformationen und undurchdringlichem Dschungel, liegt dieser 1999 von Donald Steel designte Platz, der abwechslungsreicher und landschaftlich spektakulärer kaum sein könnte. Auf den ersten neun Löchern ist nicht nur ein extrem präzises Spiel gefragt, sondern auch eine gute Kondition, denn die Höhenunterschiede sind beträchtlich. Und auf den zweiten neun sollte man vorsichtig sein, dass die Affen, die hier in Hundertschaften auftreten, einem nicht die abgeschlagenen Bälle vom Fairway klauen.

Killerloch:
Loch Nummer 6 (Par 4) ist mit 430 Metern von den Back Tees ein echtes Monster. Doch das ist schnell vergessen angesichts der unglaublichen Schönheit dieser Spielbahn: Fairway und Grün liegen wie Inseln in dichtem Dschungel weit unterhalb der Abschläge und der Victoria-Stausee liefert den dramatischen Hintergrund. Eines der schönsten Golflöcher der Welt!
www.golfsrilanka.com

ROYAL COLOMBO GOLF CLUB

ROYAL COLOMBO GOLF CLUB

18 Löcher, Par 71, 5.999 Meter

Adresse:
Model Farm Road
Colombo, Sri Lanka
Tel. +94 112.695431
www.rcgcsl.com

Greenfee:
ca. 70 Euro, ein Caddie ist vorgeschrieben: ca. 7 (!) Euro plus Tip

Eine Runde Golf in Colombo findet auf historischem Boden statt, denn in diesem Club werden bereits seit 1896 die Schläger geschwungen. Kein Wunder also, dass einem direkt beim Betreten des Clubhauses die unmissverständliche Aura der britischen Upperclass entgegenschlägt. Genauso klassisch wie das Clubhaus ist dann auch der Platz, dessen Grüns selbst im Vereinigten Königreich zu den besten gehören würden. Wer hier nicht gerade seine Abschläge in die umliegenden Wohngebiete ballert, wird Schwierigkeiten haben, Bälle zu verlieren, denn in den Wasserhindernissen warten abgelehnte Caddies, die, kaum findet ein Pro V1 sein feuchtes Grab, auf Tauchgang gehen. Dieser fragwürdige Service kostet nicht einmal einen Euro.

Killerloch:
Loch 12 ist zwar das kürzeste Par 4 des Platzes und eine exzellente Birdie-Chance, wer allerdings seinen Grad an Golfklaustrophobie testen möchte, sollte hier auf die hinterste Teebox gehen, die praktisch mitten in einem Wohngebiet liegt. Von hier aus aufs Fairway zu kommen ist, wie ein Wohnmobil durch Colombo steuern zu wollen.
www.rcgcsl.com




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