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Quick-Interview

Matthias Schwab

Von Jan Langenbein, Fotos: Getty Images

Nach einem erfolgreichen Saisonauftakt bereitet sich Österreichs bester Golfer in der Heimat auf die kommenden Aufgaben des Sommers vor. Auch das Aprilwetter hoch oben in den Alpen kann dagegen nichts ausrichten.

Während wir miteinander sprechen, steigt in Augusta das erste Major des Jahres. Schaust du dir das im TV an oder interessieren dich die Turniere nicht, bei denen du nicht am Start bist?
Große Turniere verfolge ich, auch wenn ich nicht mitspiele. Ich bleibe aber nicht extra bis zwei Uhr morgens wach, nur um Golf zu schauen. Ein, zwei Stunden vor dem Schlafengehen schaue ich jedoch gerne mal rein. Allerdings muss ich zugeben: Läuft parallel ein Fußballspiel, dann schaue ich lieber Fußball als Golf. [lacht]

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MEINE ERGEBNISSE ZUM SAISONAUFTAKT WAREN OKAY, ABER FÜR MEINEN GESCHMACK ETWAS ZU DURCHSCHNITTLICH. DA GIBT ES SICHER NOCH POTENZIAL NACH OBEN.
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Für welches der vier Major-Turniere ist dein Spiel am besten geeignet?
Das ist schwer zu sagen. In Großbritannien habe ich bisher schon einige gute Ergebnisse erzielt. Die Open Championship würde daher sicher ganz gut passen. Ich bin aber überzeugt, dass mir jeder Major-Platz entgegenkommen würde, wenn ich gut spiele. US-Open-Plätze wären wegen ihres schwierigen Set-ups sicher auch nicht schlecht, da ich auf harten Plätzen generell gut zurechtkomme.

Letztes Jahr hast du deine erste komplette Saison auf der European Tour gespielt. Was hast du 2018 gelernt, das du nun umsetzen möchtest?
2018 war ich auf beinahe allen Plätzen, die es zu spielen galt, das erste Mal überhaupt. Insofern kann ich in diesem Jahr mit Sicherheit von den Erfahrungen profitieren, die ich auf einzelnen Plätzen oder sogar Löchern gesammelt habe. Dazu kommt, dass ich mittlerweile mehr Routine im Reisen habe und auch längere Flüge und Jetlag besser wegstecken kann.

Gibt es Turniere, auf die du dich aufgrund dieser Erfahrungen mehr freust als auf andere?
Die Hero Indian Open sind ein gutes Beispiel dafür, da der Platz, den wir dort spielen, sich von allen anderen schon sehr unterscheidet. Abgesehen von den letzten beiden Löchern am Sonntag, die mich leider eine Top-Five-Platzierung gekostet haben, war ich mit meiner Leistung dort in diesem Jahr sehr zufrieden und freue mich schon auf das nächste Mal dort. Natürlich freue ich mich auf die Turniere, in denen ich in der vergangenen Saison gut abgeschnitten habe wie zum Beispiel die Porsche European Open in Hamburg.

Von den neun Turnieren, die du in dieser Saison gespielt hast, bist du achtmal ins Wochenende gekommen. Auch deine Rundenergebnisse zeigen, wie konstant du spielst. Was braucht es deiner Meinung nach, um den nächsten Schritt zu machen?
Wenn ich das wüsste, hätte ich es schon umgesetzt. [lacht] Wenn es mir öfter gelingt, mich für den Sonntag in Position zu bringen, dann wird es irgendwann auch klappen, da bin ich sicher. Meine Ergebnisse zum Saisonauftakt waren okay, aber für meinen Geschmack etwas zu durchschnittlich. Da gibt es sicher noch Potenzial nach oben.

Wie lange verfolgt dich ein wirklich ärgerlicher Fehler auf dem Golfplatz? Hast du das abends, wenn du ins Bett gehst, abgehakt oder dauert es länger?
Ich bin recht gut darin, die schlechten Löcher oder Schläge relativ schnell hinter mir zu lassen. Mein schlechtes Finish in Indien hat mich natürlich noch ein paar Stunden beschäftigt, aber ich kann mit so etwas auch schnell abschließen. Die Entscheidungen auf dem Platz habe ich schließlich aus bestem Wissen und Gewissen getroffen und deshalb kann ich mir wenig vorwerfen.

Um mal drei Highlights für Profigolfer zu nennen: Major, Olympia, Ryder Cup. Wie sieht dein Ranking in Hinblick auf die Wichtigkeit aus?
Olympia findet nur alle vier Jahre statt, insofern wäre eine Teilnahme oder sogar eine Medaille natürlich etwas ganz Großes. Generell halte ich aber nichts davon, bestimmte Turniere wichtiger zu nehmen als andere. Nimmt man bei Major-Turnieren teil und spielt gut, dann ist man automatisch auch bei Olympia und dem Ryder Cup dabei. Deshalb wäre es nett, wenn es mit der Major- Teilnahme bald klappen würde.

Auf wie viele Skitage bist du in diesem Winter gekommen?
Ich denke, das dürften etwa 20 gewesen sein.

Beeindruckend für einen Profisportler. Alles in deinem Heimatskigebiet oder auch außerhalb von Schladming?
[lacht] Nein, nein, immer nur im Heimatskigebiet. Das liegt direkt vor der Haustür und in den Skiurlaub fahren muss ich deshalb glücklicherweise nicht.

 

Steckbrief

Alter: 24 Jahre
Profi seit: 2017
Wohnort: Schladming, Österreich
Lieblingsverein: RB Leipzig
Erfolge:
2015 Swiss Amateur Championships (Amateur)
2017 SEC Team Championship (Amateur)
2018 T4 Hero Indian Open (European Tour)
2018 T7 Porsche European Open (European Tour)
2018 T10 Alfred Dunhill Links Championship (European Tour)

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