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Beef spricht erstmals über mentale Probleme

09.07.2019 | Von Fritz Lüders, Foto(s): Phoebe Rourke

Andrew 'Beef' Johnston gilt stets als der am besten gelaunte Profi der Welt. In den letzten Monaten hatte er jedoch nicht viel zu lachen, gab der Brite jetzt zu.

Ein Traube Kinder will Autogramme, Fans rufen etwas in den Schwung oder Medien bitten um Interviews: In den Momenten, in denen Spieler für gewöhnlich genervt mit den Augen rollen, hat Beef stets ein Lächeln im Gesicht und widmet sich höflich seinen Aufgaben. Nicht nur deshalb, sondern auch wegen seines Humors und der bodenständigen Art, ist der Brite DER Fan-Liebling schlechthin und gilt weltweit als Sympathieträger und Sonnyboy.

Dass es in den letzten Monaten in ihm häufig ganz anders aussah, schrieb der 30-Jährige jetzt im Player Blog der European Tour. Seine Statements kommen für viele überraschend. Zwar verschwand Beef zuletzt mehr und mehr von der Bildfläche, mentale Probleme vermutete aber kaum jemand. "Das letzte Jahr war turbulent. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll", schrieb Andrew "Beef" Johnston in dem wöchentlichen Blog. Dann berichtet er chronologisch von den Ereignissen der vergangenen Monate. Erst trennte er sich von seiner langjährigen Freundin, lernte anschließend Jodie - inzwischen seine Verlobte und künftige Mutter seines ersten Kindes - kennen. Sein Trainer trennte sich von ihm und auch der Caddie wechselte. Zwischendrin wurde in seinem Haus eingebrochen und Fans wählten ihm zum beliebtesten Spieler - noch vor Tiger Woods. Gepaart mit den vielen Turnieren rund um den Globus wurde alles zu viel für den Engländer. "Ich bin doch nur ein stinknormaler Typ aus Finchley", schrieb er in dem Blog.

Die Folge: Beef verlor immer mehr die Lust am Golf. "Ich flog nach Perth, aber wollte einfach nicht spielen. Also drehte ich um ins Hotel und meldete mich ab." Und weiter: "Nach der Nedbank Golf Challenge im November war ich emotional so fertig, dass ich es nicht mehr schaffte meine Schläger aus der Umkleidekabine mitzunehmen. Ich ließ sie einfach da, fuhr ins Hotel und weinte."

"Ich fragte mich, was mit mir los ist. Aber ich fand keine Antworten. Ich merkte selber nicht, was ich mir für einen großen Druck machte. Ich wollte unbedingt performen und die vielen Tausend Zuschauer glücklich machen. Das verstand ich erst, als ich anfing mit Ben zusammen zu arbeiten."

Der Psychologe Ben Davies öffnete Beef die Augen: "Golf ist nur ein kleiner Teil meines Lebens. Das verstehe ich inzwischen." Ben riet Beef auch, sich eine Auszeit zu nehmen. Mit Erfolg: Inzwischen ist Johnston wieder hungrig auf Golf und spielt regelmäßig Turniere. Sein nächstes Ziel: "Ich möchte wieder Majors und gegen die Weltelite spielen. Aber ich möchte es vor allen Dinge wieder genießen."

Beefs ganzen Text lest ihr hier.