College Golf:

College Golf

Steph Currys Spendierhosen

10.10.2019 | Von Jan Langenbein, Foto(s): Getty Images

Zahlreiche Sportkarrieren in den USA wurden durch den College-Sport erst möglich. Fakt ist allerdings, dass ein Studium in den USA mächtig ins Geld geht. Das weiß auch Basketballstar Stephen Curry, der nun Nachwuchstalenten unter die Arme greift.

Dass Steph Curry, NBA Point Guard der Golden State Warriors, nicht nur einer der besten Basketballspieler der vergangenen 20 Jahre, sondern auch ein enorm begabter Golfer ist, dürfte weltweit bekannt sein. Schließlich gewann Curry nicht nur drei NBA Meistertitel und wurde zweimal zum MVP der Liga gewählt, sondern trat nebenbei auch auf der amerikanischen Korn Ferry Tour an und beeindruckte dabei seine Mitspieler. "Ich glaube, er hat heute viele Menschen beeindruckt und einige sogar schockiert", urteilte Sam Ryder nach seiner Runde mit Curry bei der Ellie Mae Classic.

Selbstverständlich ist Golf für Curry lediglich ein Hobby und mit einem Jahres einkommen von knapp 38 Millionen Euro ist er ganz sicher nicht auf Preisgeldschecks angewiesen. Ganz im Gegenteil, Curry spendet einen nicht unerheblichen Teil seines astronomischen Gehalts, um das College-Golfteam seiner Wahl zu unterstützen.

In den USA gehört es für Superstars zum guten Ton, etwas für den Nachwuchs zu tun. Sei es Footballstar Ndamukong Suh, der für ausgezeichnete Studentenförderung in Nebraska sorgt, oder Giants-Quarterback Eli Manning, der an der University of Mississippi finanziell benachteiligte Talente mit Stipendien ausstattet. Auch Curry weiß die finanzielle Problematik junger Athleten einzuschätzen. Mit seiner Millionenspende möchte der Basketballstar eine weibliche sowie männliche College-Mannschaft aufbauen, die in der höchsten Spielklasse absolut konkurrenzfähig ist. Die Fördergelder kommen der historisch afroamerikanischen Howard University zugute und könnten mittelfristig ein nicht zu übersehendes Ungleichgewicht, was die auf der PGA Tour vertretenen Hautfarben angeht, beeinflussen. Amerikanische Profis gibt es auf der PGA Tour schließlich wie Sand am Meer. Aber wenn man sich nach farbigen Spielern aus den USA umsieht, egal auf welchem Kontinent gespielt wird, dann kann man diese schon fast an einer Hand abzählen: Tiger Woods, Tony Finau, Harold Varner III - abgesehen von diesem Trio ist das amerikanische Profigolf hauptsächlich weiß. Currys Förderung ist ein Langzeitprojekt, das nicht nur auf die Ermöglichung von College-Golf abzielt, sondern auch die ein oder andere Profikarriere ermöglichen soll.

Mindestens sechs Jahre lang wird die Universität im Bundesstaat Washington von Stephen Curry unterstützt. Das Projekt des Basketballstars aus San Francisco soll zwar erst zur Saison 2020/21 angegangen werden, die Studenten der Howard University wurden aber bereits bestens auf die Zukunft vorbereitet. So zum Beispiel Otis Ferguson, der durch Currys Engagement beim Saisonfinale auf der PGA Tour Profis auf ihren Runden begleiten und sich sogar mit ihnen austauschen konnte. "Es ist mehr als besonders, so nah am Geschehen zu sein." Wenn das nicht Motivation genug ist, eines Tages selbst mal dort abzuschlagen.