Rekorde, Skurrilitäten und mehr:

Rekorde, Skurrilitäten und mehr

Der große GolfPunk Saison-Rückblick

27.08.2019 | Von GolfPunk, Foto(s): Getty Images

Mit neuem Fed-Ex-Cup-Finale und dem höchsten Preisgeld aller Zeiten geht eine Saison zu Ende, die mehr Highlights hatte als ein Handballspiel. Wir blicken zurück.

Um nicht mehr mit anderen amerikanischen Sportevents zu konkurrieren, wurde die PGA Tour-Saison 2019* erstmals im August beendet. Das machte den Turnierplan nicht nur kompakter, sondern komprimierte auch die vielen Highlights. Neben unvergesslichen sportlichen Triumphen haben dieses Jahr auch ein neues Regelwerk, veränderte Preisstrukturen und ein noch nie da gewesenes Fed-Ex-Cup-Format die Saison 2019 zu einer historischen gemacht.

*Die Monate Oktober bis Dezember werden in diesem Saison-Rückblick nicht berücksichtigt

Januar: Neue Regeln treten in Kraft


Gefühlt wurde zu Beginn des Jahres der Golfsport durch zahlreiche Regeländerungen revolutioniert. Man musste sich erst dran gewöhnen, dass nun aus Kniehöhe gedroppt wurde, der Flaggenstock auch beim Putten im Loch bleiben konnte und der Schläger in den "Penalty Areas" aufgesetzt werden durfte. Nicht unwichtig für einen besseren Spielfluss war auch die Anpassung der Suchzeit auf nur noch drei anstatt fünf Minuten. Dass es jedoch zehn Regeln weniger gibt und einige Punkte erleichternd zusammengefasst wurden, fällt erst bei näherer Betrachtung des Regelwerks auf.

Februar: Ho-Sung Choi und der absurdeste Schwung der Welt


Mit 45-Jahren feierte Ho-Sung Choi am 7. Februar sein Debüt auf der PGA Tour. Das fortgeschrittene Alter ist jedoch nicht der Grund, warum die ganze Golfwelt auf die Premiere des Südkoreaners schaute. Vielmehr ist Choi als der Mann mit dem bizarrsten Schwung der Welt bekannt. Egal, welches Lehrbuch man zur Hand nehmen würde, stets würde es die Bewegung des Asiaten vehement verbieten. Choi bleibt nach dem Impact nie stehen, sondern dreht sich und hüpft als würde er nach sechs Pils zu deutscher Schlagermusik tanzen. Dank seines Sieges auf der Japan Tour im Sommer 2018 erhielt der Südkoreaner eine Einladung zum AT&T Pebble Beach Pro-Am. Obwohl er dort mehr Aufmerksamkeit erhielt als Mickelson, Day und andere Hochkaräter, verpasste Choi am Ende leider den Cut. In Erinnerung wird sein Auftritt trotzdem bleiben. Hier gibt es die Highlights noch mal zum Genießen:



März: McIlroy ist zurück!


Dass der 49-jährige Jim Furyk bei einem Turnier mit Bestbesetzung noch einmal um den Sieg mitspielen würde, hatte vor der The Players wohl niemand außer er selbst im Sinn. Im TPC Sawgrass, Furyks Heimatclub, hätte er sich die März-Woche kaum besser und emotionaler vorstellen können. Mit einem phänomenalen Birdie auf dem Schlussloch sicherte er sich die Führung im Clubhaus und musste auf Fehler der Konkurrenz hoffen. Am Ende des Turniers gab es allerdings einen Profi, der etwas gegen den Heimsieg hatte. Rory McIlroy sicherte sich mit einem nie gefährdeten Par auf der schwierigen 18. Bahn den ersten Saisonsieg und sorgte für den perfekten Start in eine überragende Saison.

April: Das größte Comeback aller Zeiten


Mario Götzes Treffer in Rio, Usain Bolts Weltrekord oder Beckers Wimbledon-Sieg: Es gibt Sportmomente, an die man sich auch Jahre später noch genau erinnern kann. Man wird nie vergessen, wo man in dem Moment war, was man machte, was man sagte. Auch in Jahrzehnten werden wir noch detailliert den 14. April 2019 beschreiben können. Den Tag, an dem Tiger Woods das wohl größte Sport-Comeback aller Zeiten perfekt machte. Nach Jahren voller Abstürze, Eskapaden, Rückschlägen, Verletzungen und Schwungproblemen gewann Woods sein 15. Major und kletterte zurück auf den Golf-Olymp. Bilder, wie er nach dem letzten Putt in minutenlange Jubelschreie ausbrach, seine Familie in den Arm nahm und sich das grüne Jackett überstreifen ließ, gingen um die Welt und werden für immer in allen Golf-Geschichtsbüchern verankert sein. Warum sein Sieg so besonders war? Hier erfahrt ihr es.

Mai: Brooks Koepka nimmt kein Blatt mehr vor den Mund


Hat irgendwer gesagt, der vierfache Major-Sieger sei eine Schlaftablette? Zugegeben, wir behaupteten das… Noch im letzten Jahr schrieben wir, dass Koepka zu profillos sei, um die Sympathien der Golffans zu erhalten. Das änderte sich dieses Frühjahr schlagartig. Aus dem zurückhaltenden Koepka wurde "Kein Blatt vor den Mund"-Brooks! Plötzlich kritisierte er das langsame Spiel seiner Kollegen, sprach von blauen Augen, wenn er und Dustin Johnson aneinander geraten würden, nannte Sergio Garcia ein Kleinkind und machte sich über Bubba Watsons neuen Driver lustig. Doch damit nicht genug. Koepka, der im Mai die PGA Championship gewann, speckte auch ordentlich ab. Der Grund: Die US-amerikanische Majormaschine zog sich für die ESPN "Body Issue" aus und twitterte seine Nacktbilder um die Welt. Aus einem profillosen Majorsieger ist der vielleicht coolste Golfer der Tour geworden, der - ganz nebenbei - auch inzwischen der beste Golfer der Welt ist.

Juni: Ist Woods Schuld am Tod eines Angestellten?


Nur wenige Wochen nach der Tiger-Mania gab es für den wiedererstarkten Woods einen herben Nackenschlag. Die Eltern eines verstorbenen Angestellten des Restaurants "The Woods" in Florida verklagten den Golf-Superstar. Der Vorwurf: Woods trage eine Mitschuld an dem Tod ihres Sohnes. Tiger, der Restaurantbesitzer, hätte die Fürsorgepflicht verletzt, als er seinen angestellten Betrunken ins Auto stiegen ließ, woraufhin dieser in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde und verstarb. Da Tiger während der Unfallnacht nicht im Restaurant anwesend war, wurde er Mitte Juni aus dem Verfahren genommen. "Die Entscheidung war eindeutig angemessen und spiegelte die Tatsache wieder, dass Mr. Woods überhaupt nicht in die Klage hätte mit einbezogen werden dürfen", sagt Barry Psotman, Partner der Kanzlei Cole, Scott & Kissane, über seinen Mandanten.

Juli: Kaymer verliert Tour-Karte


Obwohl sich der beste deutsche Profigolfer noch im Juni einen dritten Platz beim hochdotierten Memorial Tournament sicherte, wurde ihm sein letzter verpasster Cut im Juli zum Verhängnis. Martin Kaymer schaffte es nicht, sich für die Playoffs zu qualifizieren und hat dadurch die volle Spielberechtigung für die kommende PGA Tour-Saison verloren. Auch seine Landsmänner Stephan Jäger und Alex Cejka erreichten zu wenig gute Resultate für eine erneute Tourkarte. Da alle Profis nun auf Einladungen angewiesen sind, wird es im nächsten Jahr wohl deutlich weniger PGA-Events mit deutscher Beteiligung geben...

August: Neu, neuer, Fed-Ex-Cup


Bis zum diesjährigen Sonntag im East Lake Golf Club war Tiger Woods der einzige Profi, der den Fed-Ex-Cup zweimal für sich entscheiden konnte. Mit dominantem Spiel in der letzten Runde der diesjährigen Tour Championship zog Rory McIlroy allerdings gleich. Er sicherte sich nicht nur den Fed-Ex-Cup-Titel, sondern auch stolze 15 Millionen Dollar Prämie. Durch den Gewinn ist McIlroy mit über 24 Millionen Dollar Preisgeld nun der Spieler mit den meisten Einnahmen innerhalb eines Jahres auf der Tour, hat seine bisher stärkste Saison gespielt und ist wieder auf dem zweiten Platz der Weltrangliste angelangt.

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