Caddie on Tour: Vol. 1:

Caddie on Tour: Vol. 1

Eine halbe Woche in Australien? Nicht mit uns!

19.02.2020 | Von Patrice Schumacher, Foto(s): Tristan Jones

Obwohl Patrice erst seit einem halben Jahr für GolfPunk schreibt, befindet er sich nur noch selten im Büro. Grund genug, regelmäßig von seinen Erlebnissen auf der Tour zu berichten.

Bevor ich in meinen neuen Alltag einsteige und meine Eindrücke aus Australien erläutere, möchte ich mich erst einmal vorstellen. Im Sommer letzten Jahres habe ich von GolfPunk die Möglichkeit bekommen, eine Ausbildung zum Redakteur zu starten, worüber ich mich wahnsinnig gefreut habe. Zum einen, weil mich der Golfsport seit meinem sechsten Lebensjahr begleitet, ich mich täglich mit allen Themen rund um meine Leidenschaft beschäftige und zum anderen, weil der Redaktions-Standort inmitten der schönsten Stadt der Welt liegt, direkt an der Elbe. Trotzdem zieht es mich nur ein halbes Jahr später regelmäßig an die verschiedensten Standorte der Welt, von San Francisco bis an die Südostküste Australiens. Eher ungewöhnlich für einen Volontär, der seine Zeit normalerweise im Büro in der Hamburger Hafencity verbringt.

Der Grund hierfür ist, dass ich die Chance bekommen habe, meinen Traum zu verwirklichen. Ich wollte schon als Grundschüler schnellstmöglich den Sprung auf die Tour schaffen und habe davon geträumt, die schönsten und bestdesigntesten Golfplätze der Welt zu sehen. Nun befinde ich mich in Australien und fungiere hier als Mathematiker, Stratege und Psychologe, während ich eine Tasche trage und Schläger putze. Und das macht mir mindestens genau so viel Spaß, wie die Championship-Plätze selbst zu spielen.

Seit drei Wochen befinde ich mich also nun in Australien und möchte auch in der letzten Woche möglichst viele Weltranglistenpunkte mit Esther sammeln. In wenigen Tagen geht es wieder nach Hause, obwohl wir bis zum Abflug gehofft haben, dass wir im Anschluss auch an den LPGA Tour-Turnieren in China, Thailand und Singapur teilnehmen können, nachdem wir die ersten beiden in Australien gespielt haben. Doch schon bei der Zwischenlandung in Dubai wurde uns bewusst, dass der Coronavirus nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. An jedem Display, der am Flughafen zu finden war, wurde von neuen Infektionszahlen berichtet und wir waren nahezu die einzigen, die ohne Mundschutz auf ihren Anschlussflug gewartet haben.

Auch in Melbourne war mindestens jeder zweite Ankömmling mit einem Mundschutz ausgestattet und noch am Flughafen bekamen wir die Mail, dass das erste Turnier auf Hainan Island aufgrund der dramatisch ansteigenden Coronavirus-Infektionsrate auf dem Festland nicht stattfinden wird. Dass ca. eine Woche später auch noch die beiden darauffolgenden Turniere abgesagt werden, hätten wohl die wenigsten LPGA Tour-Spielerinnen erwartet. Einige haben nämlich fest geplant, die Australian Open zu spielen und anschließend zu den hochdotierten Turnieren in Thailand und Singapur anzutreten, damit man sich im schlechtesten Fall nicht nach zwei durchwachsenen Runden und einem verpassten Cut wieder auf den Weg in die Heimat machen muss.

Für uns stand allerdings die Australian Ladies Classic bei 40 Grad Celsius in Coffs Harbour auf dem Programm. Die Woche im Bonville Golf Resort nähe des ältesten Regenwalds der Welt verlief solide, momentan spielen wir das zweite Turnier der LET-Saison in Dubbo bei ähnlichen Temperaturen. Livescoring auf ladieseuropeantour.com!