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Was ist aus den Ryder Cup-Stars von 2012 geworden?

15.08.2019 | Von Patrice Schumacher, Foto(s): Getty Images, BMW Golfsport

Heute startete mit dem BMW Championship die zweite Runde der FedEx-Cup Playoffs im altehrwürdigen Medinah Country Club bei Chicago. Der Golfplatz war bereits Schauplatz von drei US Open, zwei PGA Championships und natürlich des Ryder Cups 2012.

Sieben Jahre ist es also her, dass Rory McIlroy, Ian Poulter und Kollegen mit dem 'Miracle at Medinah' uns eine unvergesslich spannende Golfnacht bescherten. 13 der 24 Hauptdarsteller von damals sind ab heute am Start und kämpfen um einen Startplatz beim Tour Championship. Wie verliefen die Karrieren der Ryder Cup-Teilnehmer aus 2012? Gibt es Spieler, die von der Bildfläche verschwunden sind?

Ehre, wem Ehre gebührt. Beginnen möchten wir mit den Profis der europäischen Auswahl, die vom Captain JosÚ Maria Olazabal nominiert und zum Erfolg geführt wurden.

Luke Donald

Im ersten Einzel des Ryder Cup-Sonntags in Medinah war es Donalds ehrenvolle Aufgabe, das Team zum sicheren Punkt zu führen, was ihm gegen Bubba Watson auch gelang. Damals Weltranglistendritter, heute fast aus den Top500 gerutscht. Platz 498 der Welt, jede Menge verpasste Cuts und nur wenige Top10-Ergebnisse stehen dem Engländer seit Medinah 2012 zu Buche.

Ian Poulter

Mit seinem Ryder Cup-Auftritt in Medinah hat sich Ian Poulter unsterblich gemacht. Er schaffte es, die Hoffnung am Samstag aufrecht zu erhalten indem er Rory McIlroy huckepack nahm und das amerikanische Duo Jason Duffner und Zach Johnson praktisch im Alleingang niederrang. 2012 belegte er Platz 26 der Weltrangliste, heute liegt Poulter auf Rang 30 auch aufgrund seiner zuletzt konstanten Turnierergebnisse. Mit einer guten Platzierung in dieser Woche kann es der Engländer (aktuell 43. im Ranking) noch zum FedExCup-Finale schaffen.

Rory McIlroy

Der Superstar des Europäischen Teams trat 2012 als Weltranglistenerster beim Ryder Cup ans Tee. Unvergessen die Polizeieskorte zum ersten Tee mit anschließendem Kaltstart beim Ryder Cup-Einzel, das er mit beeindruckendem Golf trotzdem gewann. Heute startet Rory als Dritter des FedExCup-Rankings in die BMW Championship, gilt standardmäßig als Favorit und belegt zudem den dritten Platz der Weltrangliste.

Justin Rose

Sogar Phil Mickelson hätte es sich nicht verzeihen können, hätte er nach dem unglaublichen Putt seines Gegners auf der 17 nicht applaudiert. Nachdem Justin Rose sich auf der letzten Bahn im Medinah Country Club dann sogar noch den Einzelsieg sicherte, wurden die Karten neu gemischt. In den vergangenen Jahren folgten zahlreiche Siege auf der PGA Tour, weitere Punkte beim Ryder Cup und die zwischenzeitige Weltranglistenführung. Momentan belegt er den zwölften Platz im FedExCup-Ranking und zählt sowieso zum Kreis der potenziellen Playoff-Sieger.

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Paul Lawrie

Der Open Champion von 1999 ließ am Sonntag in Medinah nichts anbrennen und fertigte Brandt Snedeker mit 5&3 ab. Leider lief für Paul Lawrie in den folgenden Jahren nicht mehr viel zusammen, weshalb er vom damaligen 28. Rang der Weltrangliste bis auf den 2064. Platz abgerutscht ist. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass sein Turnierkalender inzwischen auch sehr übersichtlich gestaltet ist.

Nicholas Colsaerts

Er war 2012 der erste europäische Ryder Cup-Spieler, der sein Einzel abgeben musste. Dennoch hat er mit seinen langen Drives beim Publikum für Aufsehen gesorgt. Als 35. der Welt bekam er damals eine Wildcard vom Captain. Nun befindet er sich auf dem 327. Rang und ist weit davon entfernt, bei einem Playoff-Event der PGA Tour mitzuspielen.

Graeme McDowell

Zwei Jahre zuvor sorgte Graeme McDowell noch für den entscheidenden Punkt zum Ryder Cup-Sieg - in Medinah gewann er sein Einzel jedoch nicht. Davon scheint er sich aber schnell erholt zu haben, da er 2014 schon wieder ablieferte. Heute ist er zwar im Gegensatz zu 2012 (18.) nur noch 100. der Weltrangliste, aber hat ab heute trotzdem die Möglichkeit, sich für das Saisonfinale auf der PGA Tour zu qualifizieren.

Sergio Garcia

Inzwischen ist der Spanier mit 25,5 Punkten der erfolgreichste Ryder Cup-Spieler aller Zeiten und hat auch in Medinah zum Gesamtsieg beigetragen. 2012 stand Garcia auf dem 19. Weltranglistenplatz, zum jetzigen Zeitpunkt auf dem 40. Rang. Solides Golf spielt der manchmal etwas energische Golfprofi seit Beginn der Karriere, hat allerdings in diesem Jahr den Sprung in die Top 70 des FedExCups verpasst.

Peter Hanson

Seine letzten Starts auf der European Tour in dieser Saison musste der Schwede vorzeitig abbrechen und verpasste zuvor auch einige Cuts. 2012 war jedoch (bis zum Ryder Cup) sein Jahr, als er das Masters Tournament fast gewann und sich zwei Titel auf der Tour sicherte. Zur Zeit des Ryder Cups, bei dem er nicht einen Punkt holte, befand sich der Schwede auf Weltranglistenposition 25, heute ist sein Name bis auf den 717. Rang gefallen.

Lee Westwood

Beständigkeit hat im europäischen Golfsport einen Namen: Lee Westwood hat über Jahre hinweg gezeigt, dass man sich in der Spitze festsetzen kann, auch wenn er sich momentan auf dem 54. Weltranglistenplatz befindet. 2012 startete er als viertbester Spieler der Welt in den Ryder Cup und bescherte dem "Team Europe" einen ganz wichtigen Punkt im Einzel. In dieser Woche spielt er leider nicht in Medinah, wird aber auf der European Tour aufteen.

Martin Kaymer

Wenn man den Namen Martin Kaymer in Verbindung mit dem "Miracle at Medinah" hört, läuft es jedem Golfer eiskalt den Rücken herunter. Einer der größten Momente im Golfsport, geschrieben vom deutschen Profigolfer aus Mettmann: Zwei Meter zum Sieg, Mitte Loch- kein Problem! Inzwischen hat er es wieder unter die Top 100 der Welt geschafft, nachdem er eine relativ lange Durststrecke verkraften musste. Ab der kommenden Saison hat Kaymer weiterhin die Spielberechtigung für die PGA Tour, wenn auch nur eingeschränkt.

Francesco Molinari

Der Open-Sieger der vergangenen Saison hat zweifelsohne die großartigste Leistung beim Ryder Cup in Paris 2018 abgeliefert. Aber auch 2012 hat er im letzten Match mit seinem halben Punkt gegen Tiger für den Gesamtsieg gesorgt. Als 34. im aktuellen FedExCup-Ranking steht ihm in dieser Woche wieder eine Aufgabe vor der Brust, um es zur Tour Championship zu schaffen.


Nun zu den U.S.-Amerikanern, die sich wohl eher weniger gerne an das Geschehene in Medinah zurückerinnern. Captain war Davis Love III, der vier Wildcards verteilt hat.


Bubba Watson

Irgendwie scheint der Ryder Cup nicht sein Turnier zu sein. Vier Single-Matches hat er in seiner Karriere absolviert und jedes einzelne verloren. Zur Zeit des Ryder Cups in Medinah stand der zweifache Masters-Sieger auf dem siebten Platz der Welt und ist im Vergleich zu heute nur wenige Plätze abgerutscht. Momentan schmückt sein Name den 25. Rang der Weltrangliste, auch weil er im vergangenen Jahr gleich drei Turniere gewann. Dieses Jahr lief es bisher nicht wie erwünscht - an der BMW Championship darf er nicht teilnehmen.

Webb Simpson

Im Moment gehört Webb Simpson wieder zu den formstärksten Spielern auf der PGA Tour, was in den vergangenen Jahren jedoch nicht immer der Fall war. Er stand früher auf dem 8. Platz der Weltrangliste, heute ist er wieder auf dem zwölften Rang angelangt. In Medinah hat er vor sieben Jahren auf der letzten Bahn gegen Ian Poulter verloren und wird in dieser Woche alles daran setzen, seine gesammelten Erinnerungen von 2012 mit neuen Erfolgserlebnissen wettzumachen.

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Keegan Bradley

Er hätte damals sein Einzel schon fast vor der Runde gewonnen. Ein Erfolg gegen den uneingespielten McIlroy war eigentlich Pflicht, weshalb er vielleicht auch zu viel Druck spürte. Der damals 15. der Weltrangliste verlor bekanntlich sein Match in Medinah, fuhr aber in den Folgejahren weitere Erfolge ein. Aktuell befindet er sich auf Platz 35 der Weltrangliste und steht in Chicago mächtig unter Druck (66. im FedExCup-Ranking).

Phil Mickelson

2012 sorgte ein großartig aufspielender Phil Mickelson für drei Punkte, unterlag am Sonntag jedoch gegen Justin Rose. Damals war der Vorzeigegolfer zwar noch 20 Plätze in der Weltrangliste besser platziert (16.), spielt aber selbstverständlich immer noch regelmäßig vorne mit. Auch in dieser Woche sollte er alles daran setzen, sich vom 46. Platz noch unter die Top30 im FedExCup-Ranking zu spielen.

Brandt Snedeker

Auch wenn sich die Weltranglistenposition zum Jahr 2012 (9./ aktuell 47.) leicht verändert hat, befindet er sich wieder auf dem richtigen Weg und fuhr in der jüngsten Vergangenheit einige solide Ergebnisse auf der PGA Tour ein. Deswegen steht Brandt Snedeker momentan auch auf einem Qualifikationsplatz für die Tour Championship, wird aber sicherlich alles geben, um sich für die kommende Woche einen besseren Schlagvorteil zu sichern.

Dustin Johnson

Der aktuell zweitbeste Spieler der Welt musste vor dem Ryder Cup in Medinah noch auf eine Wildcard hoffen, obwohl er schon damals auf dem 13. Rang der Welt positioniert war. Dustin Johnson gewann 2012 alle Matches, konnte jedoch das Momentum im Einzel nur kurzzeitig auf Seiten der Amis entfachen. In die BMW Championship startet er von Platz 10 des Saisonrankings, gilt aber natürlich - wie in nahezu jeder Woche - als Topfavorit.

Zach Johnson

Um ihn ist es über die vergangenen Jahre ein bisschen ruhiger geworden. Die Qualifikation für die Playoffs hat er als 154. versäumt. In der Weltrangliste steht er im Gegensatz zu 2012 übrigens nicht viel besser da (125. Platz, früher 17.). Dieses Jahr darf der U.S.-Amerikaner als Co-Captain von Woods die Presidents Cup-Auswahl zum Sieg führen. Vielleicht bekommt er ja auch beim nächsten Ryder Cup die Möglichkeit, Teil des Teams zu sein.

Jim Furyk

Der Mann mit dem ungewöhnlichen Schwung hat schon so einiges erlebt. Neben seinen phänomenalen Runden unter anderem auch die Einzel-Niederlage vor sieben Jahren beim Ryder Cup auf dem 18. Grün gegen Sergio Garcia. In diesem Jahr schrammte er nur knapp am Players-Sieg vorbei und steht momentan auf dem 48. Platz im FedExCup-Ranking. Die Weltranglistenposition hat sich zu 2012 nur leicht verändert. Damals auf Rang 23, zum jetzigen Zeitpunkt trotz seines eher fortgeschrittenen Alters auf Platz 49.

Jason Dufner

Das eher emotionslose Mitglied des "Team USA" holte einen der drei Punkte am Sonntag in Medinah, konnte sein Land aber trotz seiner soliden Leistungen nicht zum Sieg führen. Heute spielt er eher weniger solide, weshalb er vom damals zehnten Rang der Welt auf den heutigen 167. Platz fiel. Für die Playoffs hat sich Dufner nicht qualifiziert.

Matt Kuchar

Zur Zeit des besagten Ryder Cups auf dem 14. Rang, heute 19. der Welt. Matt Kuchar spielt seit Jahren vorne mit und fuhr schon einen Sieg in dieser Saison ein. Deswegen steht er auch auf dem vierten Platz im FedExCup-Ranking und hat sehr gute Chancen, das Mega-Preisgeld am Ende der nächsten Woche zu gewinnen. Gegen Westwood verlor er 2012 in Medinah allerdings eines der spielentscheidenden Matches.

Steve Stricker

Selbstverständlich befindet sich der frisch nominierte Ryder Cup-Captain nicht mehr wie noch 2012 auf dem 11. Rang der Weltrangliste, sondern ist bis auf Platz 495 abgerutscht. Viele Turniere auf der PGA Tour spielt der 53-jährige Golfprofi nicht mehr, auf der Champions Tour gewinnt er jedoch ab und an. Gegen wen er auf der 18. Bahn in Medinah verlor, sollte uns allen bekannt sein.

Tiger Woods

Er hat schon angekündigt, dass er sich mehr als wohl fühlt und ab heute Vollgas gibt, um sich für das letzte Turnier der Saison zu qualifizieren. Wir drücken dem Titelverteidiger der Tour Championship und Weltranglisten-Sechsten die Daumen. Vor allem, weil er uns Europäern ja auch den halben Punkt zum Gesamtsieg (quasi) geschenkt hat...