Filme, Golf & Jams (Figjam) Golf-Krieg
24.08.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Netflix
Die zweite Staffel der Netflix-Serie 'Beef' macht einen vornehmen Country Club in Kalifornien zum Schauplatz eines skrupellosen Streits zwischen zwei Paaren. Doch das wahre Verbrechen findet auf dem Golfplatz statt.
Die erste Staffel von "Beef" zeigte, was passieren kann, wenn ein kleiner Autofahrer-Streit um einen Parkplatz so eskaliert, dass er das Leben aller Beteiligten zerstört. Die 2026 gestartete zweite Staffel der Anthologie erzählt eine komplett neue Geschichte mit einer ausgetauschten Besetzung und einer ganz anderen Form von Driver. Denn Serienschöpfer Lee Sung Jin verlegt die Handlung von der Straße in einen der exklusivsten Country Clubs Kaliforniens.
Der Monte Vista Point Country Club, in dem ein Ehekrach zwischen Geschäftsführer Joshua (Oscar Isaac) und Gattin Lindsay (Carey Mulligan) zum Streit mit einem jüngeren Angestelltenpaar führt, ist zwar fiktiv, die Hintergründe sind jedoch durchaus real. "Es schien mir eine tolle Metapher für unsere heutige Gesellschaft", verrät Lee. "Die Mitglieder sind Boomer und die Angestellten Gen Z oder Millennials, die - egal wie sehr sie sich anstrengen - niemals Mitglieder werden, weil sich die Älteren alles weggeschnappt haben." Erstaunlicherweise hatte Lee Sung Jin keine Probleme, einen Drehort für seine Geschichte zu finden. Die Außenaufnahmen für den Monte Vista Point Country Club ließ er im kalifornischen Montecito Club drehen, dessen Aufnahmegebühr von 275.000 US-Dollar nur leicht unterhalb der Umlage für Monte Vista liegt. Um die Mitglieder in ihrem Refugium nicht zu stören, mussten die Dreharbeiten an einem Tag abgeschlossen werden, genauer gesagt an einem Montag, an dem der Golfplatz wegen Wartungsarbeiten geschlossen war. Aus diesem Grund lieferte Montecito auch nur die Außenaufnahmen. Für die Bilder von der Golfanlage und den Tennisplätzen sprang der Spanish Hills Club in Camarillo ein, der mit einer Aufnahmegebühr von nur 25.000 US-Dollar geradezu ein Schnäppchen darstellt.
Nicht nur der Look ist authentisch, auch die Prämisse. Lee Sung Jin hörte zufällig einen heftigen Ehestreit in seiner Nachbarschaft. Als er Freunden davon erzählte, zeigte sich prompt ein Generationenbruch in seiner Clique: Für die Älteren war an der Geschichte zunächst einmal nichts Ungewöhnliches, die Jüngeren fragten, warum er nicht die Polizei gerufen habe. Eine ähnliche Authentizität hätte man sich auch für die (äußerst wenigen) Golfszenen gewünscht. Oft wirkt es, als habe man den Cast-Mitgliedern einfach Golfschläger in die Hand gedrückt und sie improvisieren lassen. Der Griff wird wie eine Schaufel festgehalten, mit den seltsamen Golfschwüngen könnte man wohl kaum einen Ball in die Luft bekommen und zur Krönung wird im Bunker auch noch der Golfschläger aufgesetzt, als handle es sich dabei um einen Krückstock. Das wäre mal wirklich ein Grund für einen Beef.