Karriere:

Karriere

Kann Lee Westwood noch ein Major gewinnen?

17.03.2021 | Von Johannes Oberlin, Foto(s): Getty Images

Lee Westwood erlebt derzeit seinen zweiten Frühling. Zwei zweite Plätze in Folge auf der PGA Tour, tadelloses Golf vom Tee zum Grün und eine Ruhe, die man so nur im letzten Drittel einer großen Golfkarriere haben kann. Reicht das für den lang ersehnten Majortitel Nummer 1?

Lee Westwood hat viel erlebt in seiner Karriere. Siege auf der PGA Tour (2), European Tour (25), Ryder Cup-Erfolge mit Europa, Weltranglistenerster, vier mal Europas bester Golfer, zuletzt 2020 - ein zweiter Platz bei der DP World Championship im letzten Dezember sicherte dem Engländer den Race to Dubai-Titel 2020.
Eine große Golfkarriere, ohne Frage - mit einem kleinen Makel. Ein Major war bisher nicht unter seinen vielen Titeln. Zweite Plätze gab es auch hier genügend: Beim Masters 2010/2016, bei der Open 2010. Hinzu kommen dritte Plätze bei der PGA Championship (2009) und US Open (2008/2011).
Die liegen zugegebenermaßen alle ein wenig zurück, doch Westwood's aktuelles Spiel lässt hoffen auf das Majorjahr 2021.

"Es gibt keinen Schlag, den ich nicht beherrsche"



"Es gibt keinen Schlag, den ich nicht beherrsche. Ein flacher Stinger mit dem Driver, lange hohe Eisen ins Grün, mein Putting läuft - ich fühle mich derzeit bei jedem Schlag wohl", äußerte sich der 47-Jährige zu Recht selbstbewusst nach seinem zweiten Platz bei der Players' Championship, bei der am Ende Justin Thomas mit einem Schlag Abstand den Sieg holte
Es wäre Westwood's erster Gewinn auf der PGA Tour seit 2010 gewesen. "Ich war nicht enttäuscht, ich genoss den Finaltag in vollen Zügen, manchmal hat man es nicht unter Kontrolle, ob man gewinnt oder nicht."

Alles was jetzt passiert ist Krönung



Natürlich lässt sich jetzt argumentieren, dass Westwood auch früher in seiner Karriere bereits gutes Golf spielte, gewann oder zweiter wurde - aber dennoch kein Majortitel mit nachhause brachte.
Neben der Tatsache, dass er seit 2018 seine Verlobte Helen Storey als Caddie an seiner Tasche hat ("sie steht mir psychologisch zur Seite und hilft mir so unermesslich"), ist dieses Jahr eine Sache entscheidend anders. Westwood hat endlich Ruhe gefunden, er muss sich nichts mehr beweisen, alles was jetzt passiert ist Krönung, kein Kampf mehr oder eine Jagd nach dem ewigen Major.

"Als wäre ich wieder 20"



"Ich nehme Golf nicht mehr so verbissen ernst - eher unbekümmert, als wäre ich wieder 20. In meinen 30ern nahm ich das alles viel zu ernst, machte mir Sorgen, was andere von mir denken. Jetzt gehe ich einfach raus und schlag den Ball. Falls es gut geht, bin ich zufrieden - und meistens geht es ohnehin gut."
So wie nach seiner letzten Runde auf dem TPC Sawgrass. Westwood fühlte sich - u.a. dank des zweiten Platzes bei der Arnold Palmer Invitational in der Woche zuvor - "ruhig und kontrolliert" und "hatte eine Menge Spaß". So kann man auch mit fast 48 Jahren noch ein Major gewinnen.