Mulroy Links Tournament: Tag 2:

Mulroy Links Tournament: Tag 2

Golf in der Waschanlage

08.10.2019 | Von GolfPunk

Nachdem der Regengott uns in Runde 1 verschonte, schlug er an Tag 2 umso unerbittlicher zu. Trotz alle dem: unser Ergebnis kann sich sehen lassen.

Es gibt Golfrunden im Leben - oder besser gesagt Phasen einzelner Golfrunden - in denen jeder Spieler vor einer existenziellen Frage steht: entweder vom Platz marschieren, die Schläger in den Kofferraum feuern und von Dannen ziehen, oder den inneren Thorsten Legat kanalisieren und die Sache durchziehen - koste es was es wolle.

Unser schwedisch-deutsches Team stand bei der heutigen zweiten Runde des Mulroy Links Tournaments vor einer solchen Entscheidung und es darf mit Stolz berichtet werden, dass sich alle vier Spieler für die Kampfsau-Option entschieden haben. Aber der Reihe nach!

DELUXEWÄSCHE MIT UNTERBODENWACHS


Es begann alles so schön: die zweite Runde des Mulroy Links Tournaments führte uns 30 spektakuläre Autominuten entlang des Wild Atlanic Ways von unserem Basislager im Rosapenna Golf Resort nach Nordosten, wo die 18 Löcher des Portsalon Golf Clubs auf dem Programm standen. Auf einer spektakulären Straße, die sich wie ein al dente gekochtes Spaghetti entlang postkartenwürdiger Seen und atemberaubender Felsformationen schlängelte, stieg die Lust auf Linksgolf von Kilometer zu Kilometer. Und tatsächlich: im Portsalon Golf Club angekommen tauchte die Morgensonne das erste Fairway und den dahinter liegen Nordatlantik in ein majestätisches Licht.

Doch am Horizont verhießen pechschwarze Wolken nichts Gutes und als Liam, der Mann hinter dem Counter des Pro Shops, uns mit mitleidigem Blick die Scorekarte für den heutigen Tag aushändigte war uns klar, dass diese zweite Runde alles andere als ein Zuckerschlecken werden würde.
Bereits auf Loch 2, dem spektakulären Signature Hole des Platzes, wurde bei Regen - der im 90 Grad Winkel bei heftigen Windböen auf uns einprasselte - klar, dass selbst die Starspieler unseres Teams hier vor schier unlösbare Aufgaben gestellt wurden. Denn selbst Handicap +1,3-Spieler Patrice wurde auf dieser Spielbahn nach einem perfekten Drive aufs Fairway beim Schlag ins Grün vom verfluchten Fulltop heimgesucht. Ein Eisen 4 aus 180 Metern über einen rauschenden Bach aufs Grün ist schließlich kein Kinderspiel.

Was dann folgte war das wohl furchtbarste Wetter, das jeder von uns Vieren bisher in seiner Golfkarriere über sich ergehen lassen musste. Das gespielte Golf wurde zwar proportional zum vom Himmel prasselnden Regen immer unterirdischer und einem Teammitglied viel mitten in diesem Wolkenbruch auf, dass er die Wind- anstelle der Regenjacke eingepackt hatte, aber trotzdem gelang es uns durch perfektes Teamwork, den Score erstaunlich gut zusammen zu halten.

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STARKE ZWEITE HALBZEIT


Auf Loch 10 hatte Petrus dann glücklicherweise ein Nachsehen und die 180 minütige Fahrt durch eine Waschstraße fand ein Ende. Übrig blieben 9 Löcher in einem Windkanal und die bittere Erkenntnis, dass selbst die besten und teuersten Funktionsklamotten irgendwann den Dienst quittieren. Praktischerweise sorgten Windböen von bis zu 80 Kilometern in der Stunde dafür, dass durchnässte Hosen und Jacken schnell wieder trocknen und nach einem äußerst motivierenden Putt, der aus neun Metern ins Loch fiel, wurde jedem Teammitglied klar, dass am heutigen Moving Day der Drops längst noch nicht gelutscht war. Mit vereinten Kräften gelang es uns dann auf den finalen drei Spielbahnen erneut ein respektables Ergebnis von 78 Nettopunkten ins Clubhaus zu bringen, wo uns vergilbte schwarz-weiß Fotos an den Wänden daran erinnerten, dass vor mehr als 100 Jahren die Mitglieder des Portsalon Golf Clubs in Tweetjackets und Knickerbockern auf die Runde gingen. Gemessen daran war unsere Runde an diesem Tag ein Wellnesstag im besten Spa der Stadt.

Am morgigen Mittwoch steht die Finalrunde auf dem Sandy Hills Course des Rosapenna Resorts, einem der besten Linksplätze Irlands auf dem Programm. Als diese Zeilen geschrieben wurden, kämpften leider noch einige Flights draußen auf dem Platz mit den Elementen, weshalb wir nicht wissen, was unsere heutige 78 wert war.
Eines ist jedoch sicher: unsere Einstellung würde selbst Thorsten Legat stolz machen. Was kann da morgen schon schief gehen? Kasalla!

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