Sinneswandel:

Sinneswandel

Freundschafts-Anfrage gelöscht

19.05.2020 | Von Jan Langenbein, Foto(s): Getty Images

Donald Trump verliert mit Rory McIlroy einen weiteren Golf-Buddy.

Obwohl er klarstellte, dass seine Runde mit Donald Trump als "keinerlei politisches Statement oder gar eine Unterstützung" verstanden werden sollte, sondern lediglich eine Respektsbekundung vor dem Amt des US-Präsidenten gewesen sei, musste Rory McIlroy einen veritablen Shitstorm über sich ergehen lassen. Dabei war sein Golftag mit Trump auf dessen Golfplatz in West Palm Beach im Februar 2017 nicht der einzige eines Golfstars mit dem gerade frisch vereidigten Präsidenten. Tiger Woods und Ernie Els folgten ihren Einladungen aus dem Weißen Haus ebenfalls.

Drei Jahre des nicht enden wollenden politischen Zirkus und eine globale Pandemie mit 100.000 Toten in den USA später scheint eine erneute Startzeit mit den Namen McIlroy und Trump auf dem Tee-Sheet allerdings unwahrscheinlich. "Ich kann heute immer noch sagen, dass mir der Tag zusammen mit ihm gefallen hat, das bedeutet jedoch nicht, dass ich mit allem - oder besser gesagt irgendetwas, was er sagt - übereinstimme", stellte McIlroy im McKellar Journal Podcast klar. "Wir stecken mitten in einer äußerst ernsten Krise und der Fakt, dass er versucht, politisches Kapital aus ihr zu schlagen, Wahlkampf damit zu betreiben und zu behaupten, die USA würden die meisten Coronatests durch führen, als wäre das irgendein Wettkampf, ist einfach schrecklich. Keine Führungsperson sollte sich so verhalten."

Im weiteren Verlauf des Interviews erklärte der Weltranglistenerste, dass er seit 2017 kein Golf mehr mit Trump gespielt hätte, obwohl noch mehrere Anfragen gefolgt seien. Auch auf die Frage ob er in Zukunft eine Einladung Trumps annehmen würde, hatte McIlroy eine klare Antwort: "Nein, würde ich nicht." Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass McIlroy nie wieder eine Anfrage aus dem Weißen Haus erhalten wird, solange Donald Trumps Name auf dem Klingelschild steht. Dieser wird bereits längst über einem Spitznamen brüten. "Rotten Rory" und "Masterless McIlroy" sind die Favoriten bei den Buchmachern.