Mic-Drop auf dem 18. Grün:

Mic-Drop auf dem 18. Grün

Suzann Pettersen beendet Karriere am Höhepunkt

17.09.2019 | Von Patrice Schumacher, Foto(s): Getty Images

Suzann Pettersen hat es allen Kritikern gezeigt und Golfeuropa mit dem letzten Schlag zum Solheim Cup-Sieg in Ekstase versetzt. Nur wenige Augenblicke nach dem alles entscheidenden Putt hat die Norwegerin ihr Karriereende verkündet.

Zu den größten Herausforderungen einer erfolgreichen Profisportlaufbahn, zählt es den richtigen Zeitpunkt für einen würdevollen Abschied zu finden. Unzählige Superstars sind bereits daran gescheitert. Nicht so Suzann Pettersen, die nach ihrem finalen Putt beim Solheim Cup 2019 umgehend ankündigte, die Schläger an den Nagel zu hängen. Qualifiziert man sich fast 20 Monaten Abstinenz noch einmal für das größte Event der Sportart und macht dort letztendlich für den dramatischsten Sieg aller Zeiten klar, scheint dieser einmalige Moment wohl gekommen zu sein. Genau das dachte sich die vierfache Solheim Cup-Siegerin auch - nach der anschließenden Pressekonferenz war ihre Entscheidung in Stein gemeißelt.

Im Vorfeld des Turniers stand Pettersen allerdings auch schon in Blickpunkt der Medien. Und zwar nicht, weil es alle begeistert hat, dass sie einen Captains-Pick trotz ihrer Mutterschaftspause von Catriona Matthew bekam. Ganz im Gegenteil - warum lässt man amtierende LET-Turniersiegerinnen zu Hause und zählt auf eine Spielerin, die lediglich zwei Turniere spielt und dort sogar noch beide Cuts verpasst? Diese Frage können sich alle Kritiker nun sicherlich selbst beantworten.

Pettersen darf sich nun also als Mitglied eines äußerst exklusiven Clubs betrachten, dem "Ich habe den Absprung rechtzeitig geschafft, bevor es unangenehm wird"-Club. Dort wird sie nun auf Tiger Woods Ex-Freundin Lindsey Vonn treffen, die ihrer Skikarriere in diesem Jahr mit dem Vize-Weltmeistertitel das (nahezu) perfekte Ende bereitet. Im Tennis wurde 2015 ein italienisches Märchen geschrieben. Flavia Pennetta hatte ihren ersten Turniersieg bereits 2004 eingefahren, aber bis zum besagten Jahr keinen einzigen Grand Slam-Titel gewonnen. Vor vier Jahren dann der Durchbruch bei der U.S. Open, nach der Pennetta sofort in Rente ging. Zu guter Letzt John Elway, der sich als Quarterback einen Legendenstatus in Denver schaffte. Denn er gewann nach unzähligen Anläufen den Superbowl während seiner letzten beiden Karrierejahren gleich zwei Mal. Unmittelbar nach der Titelverteidigung und der Auszeichnung zum "Spieler des Spiels" verkündete auch er das Ende seiner aktiven Zeit bei den Broncos.

Aus unserer Sicht kann eine hochverdiente Sportlerin wie Suzann Pettersen keine bessere Entscheidung treffen als ihre letzte. "Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, als Mutter zu gewinnen. Dabei werde ich es belassen." Mic-Drop!