Knieprobleme:

Knieprobleme

Wer spielt den Presidents Cup, sollte Koepka ausfallen?

20.11.2019 | Von Patrice Schumacher

Die Teilnehmer des Presidents Cups, der im Dezember stattfindet, stehen fest. Allerdings steht noch in den Sternen, ob der am Knie verletzte Brooks Koepka antreten kann. Was passiert, wenn ein Platz frei wird und hat Tiger Woods wirklich die richtigen Captains Picks ausgewählt?

Inzwischen ist es zwei Wochen her, dass Tiger Woods seine vier Captains Picks verteilt hat. Tony Finau, Patrick Reed, Gary Woodland und er selbst werden mit den acht gesetzten Spielern um den Sieg beim Presidents Cup spielen.

Auch wenn der durchschnittliche Weltranglistenplatz der Amis unter zehn liegt und das Team auf dem Papier das stärkste aller Zeiten ist, stellt sich die Frage, ob wirklich die besten zwölf Spieler Teil des Teams sind. Brendon Todd hat nämlich am vergangenen Sonntag seinen zweiten Sieg beim zweiten Start perfekt gemacht, ist nun erster im FedEx-Cup und in den Top100 der Welt wiederzufinden, nachdem er zum Ende des vergangenen Jahres nicht einmal zu den besten 2.000 Profis zählte.

Die gute Nachricht für Todd ist, dass vielleicht ein Platz in der Auswahl frei wird. Brooks Koepka scheint sich noch nicht im Klaren über die Teilnahme zu sein, nachdem er aufgrund einer Knieverletzung beim CJ Cup im vergangenen Monat vorzeitig aufgegeben hat. Tiger Woods: "Dustin Johnsons Knie wird bis zum Start des Presidents Cups kein Problem mehr darstellen, aber bei Brooks Koepka ist es noch unklar." Mit jedem Tag, an dem Koepka seine Teilnahme nicht bekannt gibt, wächst die Unsicherheit, dass er an dem Event teilnimmt.

Wenn Brooks Koepka tatsächlich zurückzieht, hat Woods eine weitere schwierige Entscheidung zu treffen. Wen nimmt man mit, um Koepka zu ersetzen? Die realistischen Auswahlmöglichkeiten für Woods im Überblick:

Brandon Todd


Zahlen lügen nicht: Nachdem Todd jahrelang keine guten Ergebnisse erreichte (37 von 40 verpasste Cuts) wirkte seine Schwungumstellung in den letzten Wochen endlich positiv aus. 44 Schläge unter Par in acht Runden, zwei PGA Tour-Siege in Folge und Platz Eins im FedEx-Cup. Ist Woods bereit, einem Tour-Profi zu vertrauen, der vor drei Wochen noch auf Rang 522 rangierte? Der Bauch sagt nein, aber Todd bekommt eine weitere Chance zu beeindrucken, wenn er es beim RSM Classic in dieser Woche abschlägt. Gewinnt er ein drittes Mal, ist er als potenzieller Pick unumgänglich.

Rickie Fowler


Woods bestätigte, dass es sehr schwierig war, Fowler mitzuteilen, dass er nicht zum Team gehört. Fowler hat zwei Walker Cup-Erfahrungen, vier Ryder Cup- und zwei Presidents Cup-Teilnahmen vorzuweisen. Er ist normalerweise eine feste Größe in den US-amerikanischen Mannschaftsräumen und der Spieler, der grundsätzlich mit jedem spielen kann.

Das Problem ist, dass Rickie Fowler nicht viele gute Ergebnisse in jüngster Vergangenheit vorweisen kann. Er hat in letzter Zeit nicht viel Golf gespielt, geheiratet und während seiner Flitterwochen eine bakterielle Infektion erlitten. Außerdem spielt er auch in den kommenden Wochen kein Turnier auf der Tour mit.

Kevin Na


Na spielt sicherlich auch eine Rolle in Tigers Gedanken, wenn es um die Vergabe eines letzten Platzes im Team geht. Wie Fowler ist er ein großartiger Putter und im Gegensatz zu ihm hat er in letzter Zeit einige Erfolge erzielt. Drei Siege in 31 Stars. Na hat auch eine persönliche Beziehung zu Woods und sicherlich würde er sich um ihn als Captain sehr wohl fühlen. Die Geschichte wäre vielversprechend: Ein Talent, das gegen mentale Probleme kämpfte und mit 36 Jahren sein Debüt feiert ist sicherlich hochmotiviert, zum Sieg beizutragen. Allerdings kann sein langes Spiel bei kleinsten Fehlern im Schwung sehr unkonstant werden: Trotz der Erfolge beendete Kevin Na das Jahr als 159. im Ranking "Strokes gained from the tee".

Phil Mickelson


Phil Mickelsons Serie, 24 Events hintereinander für die USA anzutreten, scheint ein Ende zu nehmen. Nicht nur Captain Woods sieht den Lefty nicht unter den Top12, sondern auch er zweifelt daran, dem Team in Australien helfen zu können. Aufgrund der nicht zufriedenstellenden Ergebnisse und der einfachen Tatsache, dass er es laut eigener Aussage nicht verdient hat, muss man davon ausgehen, dass es im Grunde keine Teilnahmechance für ihn gibt.

Jordan Spieth


Auch wenn Spieth in den vergangenen Monaten nicht überzeugt hat, bestand der Verdacht, dass Woods ihn trotzdem für das Team nominiert. Vor allem, weil er sich über den Herbst zwei Top10-Ergebnisse sicherte. Die letzten Ergebnisse waren allerdings zu durchwachsen, um sie zu ignorieren: 66. bei der Zozo Championship und 43. beim WGC-Turnier. Außerdem hat Woods ihm schon den Gefallen getan, ihn zur Hero World Challenge einzuladen. Trotzdem war Jordan Spieth in den Jahren zuvor Kernmitglied des US-Teams und spielt sicherlich eine untergeordnete Rolle in Woods Auswahlmöglichkeiten.

Kevin Kisner


Ziemlich sicher war das Unverständnis bei Kisner sehr groß, als er nicht als Captains Pick berücksichtigt wurde. Er hat eine herausragende Matchplay-Bilanz und gewann das WGC-Dell Match Play im März. Hinzu kommt, dass er ein Jahr zuvor das Finale des Events erreichte. Bei seinem einzigen Auftritt im Team USA beim Presidents Cup 2017 erzielte er ebenfalls zwei Siege und zwei Remis. Kiz ist der ultimative Gamer, der Typ, der Kopf-an-Kopf-Wettbewerbe liebt und sich von niemandem einschüchtern lässt. Außerdem trifft er viele Fairways und beherrscht es, Druck auszuüben.

Allerdings hat er seit dem Gewinn des Matchplay-Events nicht viel gute Ergebnisse vorzuweisen: nur zwei Top10-Platzierungen in 17 Starts erzielt. Seine ersten drei Starts der Saison 2019/20 führten zu einem T-66 von 78, einem T-28 und einem T-76.