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Hank Haney macht den Trump

05.06.2019 | Von Fritz Lüders, Foto(s): Getty Images

Nachdem sich Golf-Coach Hank Haney rassistisch und sexistisch äußerte, wurde er vom PGA Tour Radio verbannt. Statt es wieder gut zu machen, 'twittert' sich Haney seitdem sein eigenes Grab.

Vielleicht nimmt er sich seinen Präsidenten als Vorbild, vielleicht weiß er auch einfach nicht, was er da anrichtet: Hank Haney, Ex-Trainer von Tiger Woods und Mark O'Meara, zerstört seit Tagen über Twitter seinen eigenen Ruf und hört wahrscheinlich erst damit auf, wenn ihm jemand jeglichen Internetzugang verwehrt. Aber der Reihe nach.

Noch vor einer Woche machte der 63-Jährige seine Hank Haney Show auf SiriusXM PGA Tour Radio. Gemeinsam mit seinem Co-Host Steve Johnson sprach er über die anstehenden U.S. Open der Frauen. Haney: "Wetten, dass eine Koreanerin gewinnen wird? Ich kenne sowieso keine sechs Namen auf der LPGA Tour, außer die Lees halt."

Für diese Aussagen wurde ihm nicht nur von vielen Spielerinnen und Spielern Rassismus und Sexismus vorgeworfen, nein auch sein Arbeitgeber suspendierte ihn einen Tag später. Für Hank Haney der erste und einzige Anlass, sich über seinen Twitter-Account zu entschuldigen. "Ich wollte nie jemanden angreifen und es tut mir leid, wenn meine Aussagen so verstanden wurden", schrieb er. Hätte er es dabei nur belassen. Doch dann gewann Jeongeun Lee die U.S. Women's Open und Haney begann von vorne. "Ich wusste, dass eine Lee gewinnen wird", twitterte er am Montag. "Ich würde meine Aussagen jederzeit wieder so tun, aber mich vielleicht anders ausdrücken."

Das Bereuen zu bereuen machte auch die letzten Befürworter Haneys sprachlos. Selbst Tiger Woods nahm kein Blatt vor den Mund, als er zu seinem Ex-Trainer befragt wurde. "Er meinte anscheinend wirklich, was er sagte. Damit hat er die Suspendierung verdient. Man kann einfach nicht so aufs Leben schauen", so Tiger.



Abermals dachte Hank Haney, es sei besser darauf einen Tweet abzusetzen, als einfach mal zu schweigen. "Dass ausgerechnet Tiger Woods die neue Moral-Instanz im Umgang mit Frauen wird, ist absurd", hackte Haney in seine Tasten. Und weiter: "Ich habe ihn sechs Jahre lang gecoacht und er hörte nie ein einziges sexistisches oder rassistisches Wort von mir. Aber jetzt denkt er wohl, er könne auch Gedanken lesen."

Nur durch seine Tweets und Radio-Aussagen hat Hank Haney in sieben Tagen seinen Ruf zerstört. Statt mit diesen endlich aufzuhören, setzt er jedoch weiter auf die Taktik "Angriff ist die beste Verteidigung". To be continued …