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Die angenehmsten Orte der Welt

A-Rosa Resort Scharmützelsee

18.10.2017 | Von Jan Langenbein

Drei fantastische Golfplätze im Vorgarten, ein Wassersportparadies hinterm Haus und Berlin um die Ecke: nur drei von unzähligen Gründen, warum das A-Rosa Resort am Scharmützelsee in Brandenburg zu den besten der Republik gehört.

Kein Mensch würde einem weltberühmten Pianisten zutrauen, einen Konzertflügel zu bauen. Warum sollten Profigolfer Golfplätze entwerfen?", lautete der bissige Kommentar von Golfarchitekturgenie Pete Dye zur Modewelle der ehemaligen (und aktuellen) Helden der PGA Tour, die sich nicht damit begnügen, Turniergolf zu spielen und Preisgeldschecks zu sammeln, sondern in den 80ern auch begannen, im großen Stile Golfplätze zu designen und zu bauen. Begonnen hat dieser Trend jedoch schon viel früher - 1967, um genau zu sein, als ein gewisser Jack Nicklaus als Koarchitekt an der Entstehung des Harbour Town Golf Links mitwirkte. Dass dieser Trend nie abebbte, zeigt die Tatsache, dass die Nicklaus Design Company heute bereits mehr als 400 Golfplätze weltweit entworfen hat, die immer noch in Betrieb sind.

Und Jack Nicklaus ist bei Weitem nicht der einzige Golfheld, der irgendwann anfing, Bulldozer zu dirigieren. Langer, Olazábal und sogar Tiger Woods taten es ihm gleich. Die Liste ließe sich beliebig fortführen und sollte mit den Namen Arnold Palmer und Nick Faldo begonnen werden, denn die beiden mehrfachen Major-Sieger sind nach Nicklaus wohl die profiliertesten Architekten unter den PGA-Tour-Veteranen. 24 Plätze hat Nick Faldo weltweit bisher fertigstellen lassen und im Falle von Arnold Palmers Designbüro waren es sogar beinahe zehnmal so viele.

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SELBSTVERSTÄNDLICH HERRSCHTE HIER IN DEN JAHREN NACH DER WENDE GOLDGRÄBERSTIMMUNG, DENN GOLFANLAGEN GAB ES KEINE IM ARBEITER-UND-BAUERN-STAAT
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Hat man als Golfer dann mal das Glück, ein Resort besuchen zu können, in dem gleich zwei Golfhelden vom Schlage Palmer/Faldo die Golfplätze entworfen haben, möchte man Pete Dye schlicht fragen: "Was ist dein Problem?" Liefern beide nämlich wie im Falle des A-Rosa Resort in Bad Saarow nämlich Arbeit der Güteklasse A ab, dann kann man selbst als anspruchsvoller Golfplatzkenner sicher sein, dass man die Anlage nicht verlassen muss, um Abwechslung zu finden. Bad Saarow liegt in der Provinz von Brandenburg zwischen Berlin und polnischer Grenze in einer Gegend, die dank ihrem sandigen Boden und dichten Pinienwäldern wie geschaffen für ein Golf-Resort scheint. Warum noch niemand auf die Idee gekommen ist, diese Anlage als "Europas Pinehurst" zu vermarkten, ist erstaunlich.

Selbstverständlich herrschte hier in den Jahren nach der Wende Goldgräberstimmung, denn Golfanlagen gab es keine im Arbeiter-und-Bauern-Staat, was die neuen Bundesländer zu einer riesigen weißen Leinwand für Golfplatzarchitekten machte, und so dauerte es nicht lange, bis Mark McCormack und Arnold Palmer dem malerischen Bad Saarow einen Besuch abstatteten. Der eine hatte bereits vor Jahrzehnten den Golfsport revolutioniert und als Team hatten sie mit ihrer Firma IMG dasselbe mit dem Sportmarketing getan. Dem siebenfachen Major-Sieger gefiel, was er dort in Brandenburg vorfand, und 1994 wurde ein Parkland-Platz ganz im Stile des Kings mit riesigen Grüns, perlweißen Bunkerlandschaften und baumflankierten Fairways eröffnet. Das Hotel, das heute als A-Rosa Resort über dem Ufer des Scharmützelsees thront, öffnete nur wenige Monate später seine Pforten. Da ein Golfplatz allerdings noch kein Resort macht, wurde Nick Faldo verpflichtet, einen zweiten 18-Loch-Platz neben Palmers Kreation zu setzen, der dann im September 1996 eröffnet wurde. Damals wie heute genügt es bereits, das Auto auf den Parkplatz der Anlage zu steuern, um zu realisieren, dass diese beiden Weltklassewiesen unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite der Straße Palmers saftig grüner Parkland-Platz, auf der anderen Faldos beinahe karge Mondlandschaft eines Inland-Links-Platzes, bei dem nach Einschätzung seines Schöpfers "lediglich die Nordsee fehlt", um ein komplettes Links-Feeling zu erzeugen. Genau darin liegt die Stärke eines derart unterschiedlichen Architektenduos: von einem Golfplatz in den Wäldern North Carolinas bis zu einem Links-Platz in Irland muss in Bad Saarow lediglich die Landstraße 412 überquert werden.

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Nicht nur die 133 Topfbunker, sondern auch die monströsen 6.468 Meter von den Back Tees und vor allem die brettharten Grüns mit ihren schwer zu lesenden, weil sehr subtilen Breaks verhalfen dem Faldo-Platz schnell zum Prädikat "Deutschlands schwerster Golfplatz". Hierher verirrten sich Mitte der 90er-Jahre nahezu ausschließlich Single-Handicapper und echte Cracks, die ihr Spiel einem Test unterziehen wollten, den ihr Heimatplatz einfach nicht bieten konnte. Golfer mit zweistelligen Handicaps hielten sich dagegen vorwiegen auf dem Palmer-Platz auf.

Ende der 90er fanden dann zweimal die damals noch existierenden German Open auf dem Faldo Course statt und testeten ein für European-Tour-Verhältnisse extrem erlesenes Teilnehmerfeld. Aus der zweiten Auflage 1999 stammt auch der noch heute gültige Platzrekord von sagenhaften 62 Schlägen, denn es gelang dem Engländer Gary Evans tatsächlich, eine Runde von zehn unter Par ins Clubhaus zu bringen. Weil ein Großteil der Resortgäste vom Schwierigkeitsgrad des Faldo-Platzes schlichtweg überfordert waren und auch Arnies 18 Löcher alles andere als ein Spaziergang im Park sind, wurde 2002 der dritte Golfplatz des Resorts eröffnet, der von dem englischen Architekten Stan Eby entworfen wurde. Ursprünglich sollten diese 18 Löcher von Bernhard Langer gebaut werden, doch seine Pläne sahen zu viele riesige Wasserhindernisse vor, die finanziell nicht zu realisieren waren. Ein Blick auf die Scorekarte zeigt bereits, dass Stan Eby den Golfern ein kleines bisschen weniger abverlangt als die beiden Nachbarn, von einem Kurzplatz oder einem geschenkten Score ist der Stan-Eby-Platz jedoch weit entfernt. Paradoxerweise ist der kürzeste der 18-Loch-Plätze in Bad Saarow gerade für gute Spieler richtig knifflig zu spielen, da die Grüns nicht nur die härtesten, sondern auch die am stärksten ondulierten der Anlage sind.

Mit diesem Trio von Golfplätzen ist im A-Rosa Resort am Scharmützelsee nicht nur für jeden Geschmack, sondern auch für jede Spielstärke die passende Wiese vorhanden, denn fairerweise muss man zugeben, dass auch der Faldo Course durch einige Entschärfungsmaßnahmen nicht mehr ganz so bissig ist, wie er das in seiner Adoleszenz einmal gewesen ist. Clubmitglieder erzählen auf der Clubhausterrasse heute noch davon, dass die Fairways ihres Aushängeschildes damals gut und gerne 30 Prozent schmaler und die Grüns um ein Vielfacher härter waren.

Das soll sich aber möglichst bald wieder ändern, denn im kommenden Jahr findet die Mannschaftseuropameisterschaft in Bad Saarow statt, und wenn dann 16 Teams der besten Amateure Europas um die Krone kämpfen, soll der Faldo-Platz wieder die Zähne zeigen können. "In den vergangenen Jahren ist dieser Platz vor allem um die Grüns herum ein bisschen zu weich geworden", fasst die Golf & Sport Direktorin des Resorts Vanessa Herbon den Zustand ihres Schätzchens zusammen. "Für die Mannschafts-EM wollen wir den Platz wieder mehr in die Richtung pushen, die Nick Faldos Vision am nächsten kommt. Dazu gehören vor allem Grünkomplexe, die sich richtig hart und schnell spielen. Das wird uns einige Arbeit abverlangen, aber ich bin sicher, dass wir das hinbekommen."

 
WOHNEN

WOHNEN

A-ROSA SCHARMÜTZELSEE
Zwischen den drei Golfplätzen und dem zwölf Quadratkilometer großen Scharmützelsee gelegen sind die 155 Zimmer und Suiten dieses Resorts die logische Wahl für jeden Golfer, der hier einen Kurzurlaub verbringen möchte. Ein riesiges Spa samt Indoor- und Outdoor-Pools, drei Restaurants, ein Privatstrand und zahlreiche Wassersportmöglichkeiten direkt am Hotel machen das Fünf-Sterne-Erlebnis perfekt. www.a-rosa-resorts.de

A-JA BAD SAAROW
Nur ein Sand-Wedge vom 16. Loch des Arnold-Palmer-Platzes entfernt hat im vergangenen Jahr das a-ja Resort seine Pforten geöffnet und bietet seither eine formidable Alternative für preisbewusste Golfer, die ihr Budget lieber in Greenfees als ins Hotelzimmer investieren. In den 150 Zimmern ermöglichen 48-Zoll-Screens und Sky-Sportprogramm am Abend einen Blick auf die PGA Tour und darauf, wie man dieses Spiel eigentlich spielen sollte, und im Nivea-Haus, dem Spa der Anlage, kommen auch Nicht-Golfer auf ihre Kosten, während die Partner von Faldo, Palmer und Eby die Grenzen aufgezeigt bekommen. www.ajaresorts.de

Dann können Mitglieder des Golfclubs und Gäste des Resorts nach unendlichen blutigen Nasen, die sie sich auf diesem Golfplatz bereits abgeholt haben, endlich einmal wieder live miterleben, dass dieses Monster tatsächlich gezähmt werden kann.

Golfplätze in der Region

FALDO COURSE BERLIN

FALDO COURSE BERLIN

18 Löcher, Par 72, 6.486 Meter

Adresse
Parkallee 1
15526 Bad Saarow
Tel. +49 33631.60
www.a-rosa-resorts.de

Greenfee
90 Euro/70 Euro Resortgäste (Mo.- Do.)
110 Euro/80 Euro Resortgäste (Fr.- So.)

Es gibt nur eine Handvoll Plätze in Deutschland, denen ein ähnlich harter Ruf vorauseilt wie der von Nick Faldos 18 Löchern am Scharmützelsee. 133 mannstiefe Topfbunker machen die Fairways des Inland-Links-Platzes zu einem wahren Minenfeld, denn wer seinen Abschlag in einer dieser Fallen versenkt, kann einem erhoffen Par oder Besserem unter Garantie "bye-bye" sagen. Wer jedoch auf Grünkomplexe, die welliger als die Nordsee bei Starkwind sind, und Fairways, die im Sommer härter sind als der Bauch von Cristiano Ronaldo, steht, wird hier mit knochenhartem Championship-Golf der Extraklasse zu Höchstleistungen herausgefordert. Dein Handicap ist höher als 20? Dann buche eine Startzeit auf den anderen beiden Plätzen!

Killerloch
Loch 9 sieht bereits auf der Scorekarte mit 409 Metern Furcht einflößend aus, der Blick vom Tee in Richtung des Doglegs nach rechts kann jedoch Albträume nach sich ziehen. 240 Meter carry sind mindestens erforderlich, um den Knick abzukürzen. Viel Glück!
www.a-rosa-resorts.de

ARNOLD PALMER PLATZ

ARNOLD PALMER PLATZ

18 Löcher, Par 71, 6.323 Meter

Greenfee
70 Euro/56 Euro Resortgäste (Mo.- Do.)
90 Euro/72 Euro Resortgäste (Fr.- So.)

Fünf Jahre nach der Wende zeichnete Arnold Palmer ein kleines Meisterwerk in den Wald am Rande des Scharmützelsees, das auch heute noch zu den Top-Golfplätzen der Republik zählt. Wie es sich für einen typisch amerikanischen Parkland-Platz gehört, ist hier dank dichtem Baumbestand nahezu auf jeder Bahn links und rechts der Fairways Präzision vom Tee überlebenswichtig. Die teils riesigen Grüns bieten dann zwar viel Platz, den Ball rund um die Fahne zu platzieren, mit dem Putter in der Hand ist dieser Golfplatz aber noch lange kein Wellness-Urlaub, denn einfache Putts sind hier nur die Tap-ins.

Killerloch
Von den Back Tees ist Loch 7 (Par 3, 204 Meter) für Normalsterbliche absolut unspielbar - Finger weg! Für den Rest von uns, die sich von den deutlich humaneren gelben Abschlägen an diesen Platz wagen, ist Loch 13 die härteste Nuss, die es zu knacken gilt.

STAN EBY GOLFPLATZ

STAN EBY GOLFPLATZ

18 Löcher, Par 71, 5.950 Meter

Greenfee
60 Euro/48 Euro Resortgäste (Mo.- Do.)
75 Euro/60 Euro Resortgäste (Fr.- So.)

Als jüngster Platz des Resorts stehen diese 18 Löcher nicht nur wegen des weniger klanghaften Namens etwas im Schatten seiner beiden großen Brüder, sondern auch wegen der Lage, denn weder der erste Abschlag noch das 18. Grün befinden sich in der Nähe des Clubhauses. Auch wenn der Stan-Eby-Platz nicht so viele Längenmeter wie seine Nachbarn auf die Waage bringt und ab Hcp. -54 gespielt werden kann, schalten auch gute Golfer nicht auf Autopilot. Die Grüns sind nicht nur die härtesten, sondern auch die welligsten der gesamten Anlage und haben schon unzähligen guten Runden in die Suppe gespuckt.

Killerloch
Loch 15 ist mit 375 Metern von den Back Tees zwar keine unlösbare Aufgabe, nach 14 Löchern auf mehr oder weniger offenem Feld geht es hier allerdings zu einem kleinen Abstecher in den Wald und plötzlich heißt es: Fairway treffen oder game over.




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