Am ersten Abschlag:

Am ersten Abschlag

Tot am Stock

29.08.2022 | Von Jan Langenbein, Foto(s): Getty Images

Damit Donalds Steuererklärung in Zukunft noch schlanker ausfällt, darf Ivana die Fairways des Trump National Golf Club nun von unten betrachten.

Es ist beileibe keine Neuigkeit, dass Donald Trump alles daranlegt, jedes noch so kleine Steuerschlupfloch für sich zu nutzen. Vor zehn Jahren versuchte er mit dem Bau eines Mausoleums auf dem Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey, seinen Country Club zumindest in Teilen als Friedhof deklarieren zu lassen, um so von enormen Steuererleichterungen profitieren zu können. Da das geplante Mausoleum, das seinerzeit unter der Schlagzeile "Fairway to Heaven" in New York für mächtig Wirbel sorgte, bis zu Donalds Ableben aber leer gestanden und somit nicht als steuerlich geltend machbarer Friedhof getaugt hätte, wurden die Pläne ad acta gelegt. Darauf folgende Planungen, auf dem Golfplatzgelände einen Friedhof mit mehr als 1.000 Gräbern entstehen zu lassen, wurden von der Kommunalverwaltung ebenfalls abgeschmettert. Die Idee, als Totengräber Steuern zu sparen, ließ den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten aber offenbar nie ganz los. Und siehe da: Mit dem Tod seiner ersten Ehefrau Ivana am 14. Juli dieses Jahres wurde Trump die nötige Leiche auf dem Silbertablett serviert und so ruht die erste Mrs. Trump und Mutter von Donald jr., Ivanca und Eric nun in Sichtweite des ersten Abschlags in Bedminster. Dort wurde sie nach einer Trauerfeier in Manhattan am 20. Juli in ihre letzte Ruhestätte mit einem einfachen Kranz aus weißen Blumen und einem gravierten Granitstein beigesetzt. Keine zwei Wochen später wurden an gleicher Stelle beim LIV Invitational mit Kanonen T-Shirts in die Menge geschossen und Freibier verteilt. In Sachen Steuern tauchte Brooke Harrington, Professorin am Dartmouth College und Steuerexpertin, in die Akten und twitterte erstaunt: "Als Steuerforscher war ich skeptisch, was die Gerüchte anging, Trump habe seine Exfrau in diesem traurigen kleinen Stück Erde auf seinem Golfplatz in Bedminster, NJ, begraben, nur um Steuererleichterungen zu erzielen. Also habe ich das Steuergesetz von New Jersey überprüft - und was soll ich sagen? Es ist ein Dreifachtreffer in Sachen Steuervermeidung: Grund, Einkommens- und Umsatzsteuer, alles hinfällig." In Zukunft müssen für die Umsätze im Clubhaus des Trump National Golf Club also keine Steuern mehr abgeführt werden. Jedoch zählt der kleine Friedhof nicht für das gesamte Anwesen. Man darf gespannt sein, wer als Nächstes irgendwo auf der Anlage verbuddelt wird, schließlich ist die Steuererleichterung noch nicht bei 100 Prozent. Wir tippen auf Eric, der sich zum finanziellen Wohle der Familie opfern muss.