Ryder Cup 2021: Team USA gewinnt den 43. Ryder Cup in Whistling Straits.
Team USA gewinnt den 43. Ryder Cup in Whistling Straits.

Ryder Cup 2021

US Boys mit historischem Sieg!

27.09.2021 | Von Johannes Oberlin, Foto(s): Richard Heathcote/Getty Images

Klar, deutlich und im Hinblick auf die ersten beiden Turniertage wenig überraschend ist der 43. Ryder Cup gestern mit einem historischen Sieg der Amerikaner 19:09 zu Ende gegangen.

"Das ist eine neue Ära", so nannte es Kapitän Steve Stricker gestern, nachdem das jüngste Ryder Cup-Team aller Zeiten gestern die Europäer mit 19:9 regelrecht vom Platz gefegt hatte. "Diese Jungs sind jung, hungrig und sie wollten den Sieg. Ich konnte es in ihren Augen sehen."
Tatsächlich waren es die jungen US-Rookies, die mehr Punkte holten als das gesamte europäische Team zusammen. Und mit Dustin Johnson - wenn man so will einem alten Hasen unter den ganzen Jungspunden - ging ein Spieler in die US-Ryder Cup-Geschichtsbücher ein, der erstmalig seit 1979 eine Serie von 5:0 hinlegen konnte.

Westwood: "Das stärkste US-Team, was ich jemals gesehen habe."



Bereits vor dem Start hatte die USA auf dem Papier das bessere Team - Titelverteidiger Europa schlüpfte damit sogar in die Underdog-Rolle.
Auf dem Rasen dann legten die Amerikaner sogar noch einen drauf. "Das ist nicht nur das stärkste US-Team, was ich jemals gesehen habe, sie haben die ganze Woche auch super zusammengespielt", musste da selbst Lee Westwood zugeben, der im Alter von 49 möglicherweise seinen letzten Ryder Cup für Europa absolvierte - selbiges könnte für Ryder Cup-Legende Ian Poulter gelten.

Dass die Europäer um Kapitän Padraig Harrington an keinem der drei Tage nur den Hauch einer Chance hatten, konnte man an diversen Matches gestern am Finaltag feststellen, z.B. Bryson DeChambeau's Auftakt Eagle an Loch 1 gegen Sergio Garcia.



McIlroy: "Ich hätte diese Woche mehr für das Team machen müssen."



Wer den Ryder Cup mitverfolgt hatte, kann bestätigen, dass es zu keinem Zeitpunkt ein Momentum gab, das Hoffnung machte auf eine europäische Aufholjagd. Die Amerikaner waren einfach zu stark. Bis auf Jon Rahm (Nummer 1 der Welt), waren alle Spieler in den Top 5 auf US-Seite. Zusammen kamen Johnson, Morikawa, Cantlay und Xander Schauffele entsprechend auf einen Rekord von 14-1-2.
Letzterer hatte nur eine Niederlage auf dem Papier, und die gab es ausgerechnet gestern gegen Rory McIlroy, der sein letztes Match gewann, insgesamt aber enttäuschte in Whistling Straits - in den Vierer-Sessions am Freitag und Samstag hatte der Nordire keinen Punkt geholt, es gelang ihm lediglich ein Birdie. Im Interview nach der bitteren Niederlage seines Teams konnte er dann seine Emotionen nicht mehr zurückhalten.



"Ich hätte diese Woche mehr für das Team machen müssen", so McIlroy. "Je öfter ich hier spiele, desto mehr realisiere ich, dass dies das beste ist, was Golf zu bieten hat. Ich liebe es, ein Teil dieses Teams zu sein und ich kann es kaum erwarten noch viele weitere Ryder Cups für Europa zu spielen."

Anders als McIlroy war Nummer 1 Jon Rahm an Tag 1 und 2 der dominierendste Spieler der Europäer, am Ende aber ging ihm das Pulver aus und das Match gegen Scottie Scheffler war bereits an Loch 15 verloren.

Beide, sowohl Rahm als auch McIlroy, wird man sicherlich auch wieder beim nächsten Ryder Cup erleben. Ansonsten wird es bei den Europäern vermutlich einige Veränderungen geben für das Event 2023 in Italien, während die Amis - bedingt durch die jungen Spieler - mit einem ähnlichen Team auftreten werden.
So oder so wird der Heimvorteil bei den Blauen liegen, denn "on the road" gewonnen, wie es in den USA heißt, haben die Amerikaner schon lange nicht mehr - das letzte Mal 1993 im britischen Warwickshire.