Women's British Open: Gleichberechtigung: Sisyphus'  Schwester muss jetzt auch ran.
Gleichberechtigung: Sisyphus' Schwester muss jetzt auch ran.

Women's British Open

Handarbeit

24.08.2020 | Von Jan Langenbein

Golf funktioniert auch als Einzelsport ganz gut, wie Lindsey Weaver in Royal Troon eindrucksvoll bewies.

Push-Trolleys wirken bei einem Major-Turnier in etwa so deplatziert wie Stützräder am Fahrrad von Chris Froome. Doch da die Anstellung eines einheimischen Caddies bei der Women's British Open aus Corona-Gründen nicht erlaubt ist, entschied sich LPGA-Spielerin Lindsey Weaver kurzerhand fürs Wägelchen. "Es fühlt sich nach ,zurück zu den Wurzeln' an. So habe ich Junior-Golf, College-Golf und auch auf der Symetra Tour gespielt. Am Ende treffe ich die Entscheidungen und es ist doch nur Golf", meinte die Amerikanerin vor dem Turnier selbstbewusst.

Women's British Open: Doppelschicht: Nach dem Loch ist längst nicht Feierabend
Doppelschicht: Nach dem Loch ist längst nicht Feierabend
Die Dienste eines Caddies schien sie nicht zu vermissen, denn nach drei gespielten Runden ging es in Schlagdistanz zur Spitze als geteilte Vierte in die Schlussrunde. Einmal, während Runde 1 auf Loch 8, wäre eine helfende Hand aber durchaus hilfreich gewesen: "Ich lag im Bunker, und während ich meinen Ball spielte, stürzte mein Trolley samt Tasche in einen anderen Topfbunker. Ich versuche immer noch, all den Sand aus dem Bag zu bekommen." Am Ende wurde die Amerikanerin 19. und musste ihr Preisgeld von mehr als 46.000 Euro mit niemandem außer dem Finanzamt teilen.