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Schwungsequenz: Tiger Woods

Darum schafft er es wieder an die Spitze

Von Steffen Kefer, Fotos: Getty Images

Kaum zu glauben: Tiger Woods is back. Warum der 14-fache Major-Sieger im Alter von 42 Jahren plötzlich wieder Drives schlägt, als wäre er gerade erst volljährig geworden, erklärt unser neues Redaktionsmitglied und Schwungexperte Steffen Kefer.

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1) Tiger hatte schon immer eine sehr gute, stabile Setup- Position. Im Vergleich zu früher hat er nicht viel verändert, jedoch hilft ihm ein etwas mehr nach außen rotierter rechter Fuß zu mehr Hüftdrehung im Rückschwung und einem besseren One-piece Take-away.

2) An dieser Stelle ist deutlich zu erkennen, dass seine Hände und Hüfte gemeinsam rotieren. Diese Bewegung nimmt den Stress aus dem Rücken, da er auf diese Weise nicht zu stark gegen den Unterkörper drehen muss.

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3) Tiger bewegt sich nun wieder etwas mehr auf die rechte Körperseite und hinter den Ball. Diese seitliche Bewegung hilft ihm, größer zu bleiben, eine aufrechtere Körperposition zu halten, als dies früher der Fall war, und einen großen Radius beizubehalten.

4) Die höchste Position in Tigers neuem Schwung ist steiler mit den Armen, was ihm dabei hilft, den Schläger nicht zu kreuzen. Dadurch verringert er die Wahrscheinlichkeit eines Zwei-Wege-Fehlschlags und erreicht mehr Konstanz.

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5) Der wesentlichste Unterschied zu seinem alten Schwung ist der verringerte "Tiger Sit-in". In der Vergangenheit wurde er zum Beginn des Abschwungs deutlich kleiner, er "setzte" sich förmlich in den Schlag, als würde er eine Kniebeuge machen.

6) Daraus resultierte auch seine unglaubliche Power, da er sich kurz vor dem Treffmoment wieder vom Boden wegdrückte und damit seinen Schläger zusätzlich beschleunigte. In diesem Ausmaß ging dies allerdings auch zu Lasten seines Rückens.

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7) Tiger holt seine Power nun aus dem vergrößerten Radius in der Schwungbewegung. Er "setzt" sich nicht so stark in den Schlag, was den Eintreffwinkel flacher macht und dadurch auch in besseren Abflugwerten des Balls resultiert.

8) Er lässt seine rechte Schulter im Follow-through deutlich früher nach oben frei und reduziert dabei den Stress im Rücken zusätzlich. Gleichzeitig verringert er die "umgekehrte C-Position" immens und fällt nicht mehr so stark in Rückenlage wie früher.

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9) Dadurch kommt er in ein deutlich aufrechteres Finish, was seinem Körper sehr gelegen kommt. Auch in seinem Finish wird ersichtlich, dass er viel daran gearbeitet hat, eine größere Haltung zu bewahren und die Kompression aus dem Körper zu nehmen.

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STEFFEN KEFER (GER)

STEFFEN KEFER (GER)

Alter: 27 Jahre
Profi seit: 2010
Wohnort: Bad Wörishofen
Qualifikation:
• Leiter der PROject GOLFacademy mit Standorten in Deutschland, Mauritius und Curaçao
• PGA fully qualified Teaching Professional sowie C- und B-Trainer des DOSB
www.projectgolfacademy.com

 

TIGER WOODS (USA)

Alter: 42 Jahre
Profi seit: 1996
Wohnort: Jupiter Island, Florida
Erfolge:
• 14 Major-Siege
• 79 PGA-Tour-Siege
• 40 European-Tour-Siege

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