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Trainerstunde

Professionelle Hilfe

Von Jan Langenbein, Fotos: Henriette Schilling, Location: Green-Golf Bad Saulgau

Beim AGC INTERPANE Team Championship in Bad Saulgau haben wir uns vier der dort auftrumpfenden Profis geschnappt und sie nach ihrem wertvollsten Tipp für uns Wochenend-Hacker gefragt. Also Aufgepasst!

Trainerstunde: Professionelle Hilfe

GREGORY MOLTENI: Den Ball flach halten


Spiel nicht den Helden!

Bei Pro-Ams kann ich oft beobachten, dass Amateure rund um das Grün viel zu oft den Schlag versuchen, den Phil Mickelson spielen würde. Da es aber nur einen Phil Mickelson gibt, endet das oft im Desaster. Insbesondere wenn eine Menge Grün auf dem Weg zur Fahne zur Verfügung steht oder kein Bunker zwischen Ball und Loch den Weg versperrt, ist es einfacher, den Ball rollen zu lassen, als ihn hoch zu spielen. Daher gilt: rund ums Grün immer so wenig Loft wie möglich verwenden.

Mach es dir einfach

Bei einem mit viel Loft gespielten Chip besteht immer die Gefahr von zu aktiven Handgelenken, was schnell zu getoppten und fett getroffenen Schlägen führt. Wenn du beim Finish nach dem Chippen mit angewinkelten Handgelenken in Rückenlage gerätst, dann wird es Zeit, dir das Leben einfacher zu machen. Schaue dir vor einem Chip zunächst die Lage deines Balls an. Befindet er sich in einer Bergauflage in Richtung Fahne, kannst du sogar noch weniger Loft als aus einer ebenen Lage verwenden.

Gechippt wie geputtet

In unserem Beispiel hier ist ein Eisen 8 oder sogar ein Eisen 7 die richtige Wahl. Aus der Set-up-Position mit den Händen leicht vor dem Ball musst du nun lediglich noch deine Schultern bewegen, um den Ball mit einer puttähnlichen Bewegung aufs Grün springen und dann in Richtung Fahne ausrollen zu lassen. Einzige wirkliche Unterschiede zum Putt sind der Stand und die Position deiner Hände. Einfacher geht's wirklich nicht.

NAME
Gregory Molteni (ITA)
WOHNORT
Comer See
PROFI SEIT
2004
LIEBLINGSTEAM
AC Mailand
ERFOLGE
2015 T2 Israel Masters (Alps Tour)
2019 Acaya Open (Alps Tour)
8x Italienischer Meister

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CHRISTINE GERMERSHAUS: Keine Angst vor Wadenbeißern


Kein Stress auf der Zielgeraden

Nach einem gut gespielten langen Putt kann ich immer wieder erkennen, dass Amateure dann zittrige Hände bekommen, wenn es daran geht, den zweiten Putt aus etwa einem halben Meter einzulochen. Das ist nicht nötig, denn die schwierige Arbeit ist bereits getan. Um dir die Angst vor diesen Wadenbeißern zu nehmen, sollte dir diese simple Übung helfen.

Zwei Ringe, sie zu knechten

Markiere mit zwölf Tees zwei Ringe jeweils sechs Positionen rund um ein Loch auf dem Putting-Grün. Sechs davon sollten sich etwa eine halbe Schlägerlänge (also 40 bis 50 Zentimeter) und die anderen sechs dann doppelt so weit vom Loch entfernt befinden. Je nach Spielstärke kann sich dieser Übungsaufbau an einer topfebenen Stelle des Grüns oder auch an einem Loch mit leichtem Break befinden, was die Sache natürlich anspruchsvoller macht.

Simuliere den Druck

Spiele nun reihum die Putts des inneren Kreises. Gelingt es dir, alle sechs nacheinander zu versenken, hast du dich für größere Aufgaben qualifiziert und kannst auf den äußeren Kreis, also die längeren Putts, wechseln. Kurz vor Schluss steigt dann der Stresslevel, denn sollte ein Putt danebengehen, muss wieder von vorne begonnen werden. Erst wenn alle zwölf Putts ohne Fehlversuch gefallen sind, hast du die Übung gemeistert.

NAME
Christine Germershaus (GER)
WOHNORT
Düsseldorf
PROFI SEIT
Seit 2017 Fully Qualified PGA Professional
LIEBLINGSTEAM
FC Bayern München
ERFOLGE
2013 Bayerische Jugendmeisterin (AK 18)
2013 T3 Czech International Amateur Championship
2020 T2 PGA Teachers Championship

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DENNIS KÜPPER: Auf die Länge kommt es an


Der lange Marsch

Auch aus größerer Entfernung ist es wichtig, jedem einzelnen Putt die Chance zu geben, ins Loch zu fallen. Ganz einfach gesagt: Kein Putt sollte zu kurz gelassen werden. Um zu trainieren, Putts mit der richtigen Geschwindigkeit zu spielen, markiere ich mit vier Tees etwa 15 Zentimeter hinter dem Loch ein Rechteck von 60 Zentimetern Tiefe. Auf der gegenüberliegenden Seite markieren Tees im Abstand von je zwei Metern die Startpositionen für Putts von fünf bis 15 Metern Länge. Je nach Spielstärke kannst du das zu treffende Rechteck und die Länge der Putts natürlich anpassen.

Aller guten Dinge sind drei? Quatsch

Aus der entgegengesetzten Richtung putte ich nun aus den markierten Entfernungen zwischen fünf und 15 Metern jeweils einen Ball mit dem Ziel, ihn entweder zu lochen oder ihn in meinem abgesteckten Bereich hinter dem Loch zum Liegen zu bekommen. Denn von dort aus habe ich Rück-Putts, die kaum länger als einen Meter sein können, was die Chance auf hässliche Drei-Putts deutlich senkt. Kommt der Ball nach einem Putt außerhalb des Rechtecks zum Liegen, geht es wieder zurück an den Anfang.

Mensch, ärgere dich nicht

Kurz vor dem Ziel wieder ganz an den Anfang geworfen zu werden frustriert natürlich, aber glaube mir: Drei-Putts auf dem Platz frustrieren noch viel mehr. Hast du es nach 20 Minuten noch nicht geschafft, den längsten Putt zu lochen oder hinter dem Loch abzulegen, dann beende die Übung, denn der Trainingseffekt ist garantiert eingetreten. Natürlich ist ein Putt aus über zehn Metern, der 15 Zentimeter vor dem Loch ausrollt, kein schlechter Putt, aber er hatte nun mal keine Chance zu fallen. Daher sind zu kurz gelassene Bälle bei dieser Übung keine Alternative.

NAME
Dennis Küpper (GER)
WOHNORT
Düsseldorf
PROFI SEIT
2004
LIEBLINGSTEAM
Deutsche Nationalmannschaft
ERFOLGE
2017 & 2018 Europameister der Golflehrer
11 Siege auf der Pro Golf Tour
3x deutsche Meistertitel als Amateur

Trainerstunde: Professionelle Hilfe

HENRIK ENGDAHL: Bunker-Basics


Keine Angst vor dem Sand

Ein Schlag aus dem Grün-Bunker ist für viele meiner Mitspieler in Pro-Ams ein echter Stresstest. Dafür gibt es allerdings überhaupt keinen Grund, denn mit dem richtigen Setup ist der Bunker-Schlag einer der einfachsten Schläge im Golf. Wichtig ist, den Bounce des Wedges für sich arbeiten zu lassen, und das geht nur mit einer geöffneten Schlagfläche und einem offenen Stand. In dieser Ansprechposition sollten 60 bis 70 Prozent des Körpergewichts auf dem vorderen Fuß lasten. Aus dieser Position musst du nun lediglich mit Autorität durch den Sand schwingen und den Schläger in die Endposition bringen.

Ein rechter Winkel muss es sein

Die angesprochene Endposition zeige ich dir auf diesem Bild: Die Arme befinden sich parallel zum Boden und Schlägerschaft und gestreckter Arm bilden einen rechten Winkel. Schaffst du es nach dem Schlag in dieses Finish, hast du den häufigsten Fehler aller Hobby- Golfer im Bunker vermieden: Du bist mit dem Oberkörper nicht nach hinten gefallen.

Gewicht nach vorne

Wenn das Gewicht beim Bunker-Schlag nicht auf dem vorderen Fuß bleibt, sondern hinter die Ballposition wandert, kann der Bounce deines Schlägers seine Arbeit nicht verrichten. Viele versuchen, den Ball dann aus dem Bunker zu löffeln. Ergebnis: Der Schlägerkopf taucht entweder zu früh in den Sand ein, was zu fett getroffenen Schlägen führt, die im Bunker liegen bleiben, oder - noch schlimmer - der Ball wird dünn getroffen und schießt weit über das Grün hinaus. Achte also darauf, dass sich die Verteilung deines Gewichts während des Schwungs nicht ändert und du ausbalanciert ins Finish kommst.

NAME
Henrik Engdahl (SWE)
WOHNORT
Kreta
PROFI SEIT
1993
LIEBLINGSTEAM
Växjö Lakers (Eishockey)
ERFOLGE
2017 & 2018 World Club Pro-Am Sieger

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