Stimmt es, dass Maxi und BIG MAX nicht zufällig den gleichen Namensstamm haben?
Ja, das stimmt. Mein Vater ist jedes Jahr im Herbst einmal nach Asien geflogen, wo unser größter Produzent seinen Sitz hatte. Ich bin zufällig im Herbst 1994 zur Welt gekommen, als er gerade dabei war, die eigene Firma zu gründen, und ich war ein ziemlich properes Baby. Also hat er die Firma BIG MAX nach mir benannt. Oder vielleicht auch mich nach der Firma, das ist nicht so ganz klar. [lacht]
Fühlst du sich dadurch besonders verpflichtet, qualitativ hochwertige Produkte abzuliefern?
Nicht speziell, weil die Marke meinen Namen trägt, aber dass wir jetzt schon seit vielen Jahren ein erfolgreiches Familienunternehmen sind, in das mein Vater, meine Tante, meine Mutter und ich alle involviert sind, spornt uns schon dazu an, die bestmögliche Qualität und auch wirkliche Innovationen abzuliefern.
Welche Produkte und Entwicklungen stehen bei Golf Tech im Jahr 2026 besonders im Fokus?
Ich glaube da wäre vor allen Dingen unser e-Ti zu nennen. Er basiert auf unserem Erfolgsmodell Ti 1000, der vor mittlerweile mehr als 20 Jahren als erster dreirädriger Push-Trolley eine ganz neue Kategorie an Trolleys begründet hat. Seither haben wir ihn beständig weiterentwickelt mit Baureihen wie zuletzt dem Ti Lite und 2026 kommt jetzt unser erster Elektro-Ti auf den Markt.


Tatsächlich nicht. BIG MAX ist nicht nur bei Push-Trolleys eine Erfolgsgeschichte. Was viele oft vergessen ist, dass wir mit dem Nano vor 15 Jahren auch im E-Trolley-Geschäft Pionierarbeit geleistet haben. Für den e-Ti haben wir uns jetzt die Frage gestellt: "Wie kann man den Elektro-Trolley noch verbessern?", und einen völlig neuen Ansatz gewählt.
Optisch orientiert sich der e-Ti stark an den bisherigen Ti-Modellen. Ist das nicht eine verpasste Chance, etwas komplett Neues zu machen?
Nein, das ist sogar Absicht! Ganz wichtig war es uns, dass wir den Trolley auf unserer seit 30 Jahren erfolgreichen Produktlinie basieren. In Deutschland ist bei E-Trolleys in den letzten Jahren ein minimalistisches Design zum Standard geworden. Doch wenn man den Blick auf Trolleys ohne Elektroantrieb erweitert, ist den Golfern vor allen Dingen Funktionalität wichtig. Nicht umsonst hat BIG MAX einen Marktanteil von 42 Prozent. Unser Trolley-Rahmen, auf dem die Ti-Modelle aufsetzen, ist der meistverkaufte der Welt, daher war es für uns nur konsequent, ihn mit einem Elektroantrieb auszustatten.
Wie läuft die Entwicklung eines neuen Trolley-Modells ab und wie lange dauert so etwas? Reden wir dabei von Monaten oder Jahren?
Insgesamt war es ein rund siebenjähriger Prozess, was vor allem daran lag, dass wir versucht haben, für den e-Ti die besten Bauteile zu finden. Dies hat dazu geführt, dass wir uns oft Hunderte Lieferanten angeschaut haben und in manchen Fällen sogar einzelne Teile selbst entwickelt haben. All diese Komponenten werden in unserer neuen Produktionsstätte in Deutschland auf Herz und Nieren getestet - so stellen wir sicher, dass jeder Wagen, den wir liefern, genau unseren Vorstellungen entspricht.
Der Akku des e-Ti wirkt auf Fotos sehr kompakt verglichen mit anderen Modellen. Ist er damit vielleicht auch weniger leistungsstark?
Nein, überhaupt nicht, denn er hält wenigstens 27 Löcher. Aber das wirklich Besondere daran ist, dass der Software-Controller in dem Akkugehäuse integriert ist. Das hat nicht nur mit der Performance zu tun, sondern vor allen Dingen mit dem Service. Je mehr Teile ein elektrischer Trolley besitzt, desto fehleranfälliger ist er. Dies bedeutet in der Regel, dass man den Trolley einschicken muss. Unglücklicherweise sind die Bearbeitungszeiten mittlerweile so lang, dass der eigene Trolley oft erst wieder einsatzbereit ist, wenn die Golfsaison schon wieder fast vorbei ist. Das zu verhindern war eines unserer Hauptanliegen. Beim e-Ti kann man 95 Prozent aller Fehler innerhalb von nur zehn Minuten selber beheben. Und wenn es ein Problem mit dem Akku gibt, bekommt man zusammen mit dem neuen Akku gleich auch ein neues Gehirn mit der aktuellsten Software darauf.


Der e-Ti hat alle Vorteile der normalen Ti-Modelle. Man könnte ihn auch 18 Loch schieben und würde kaum einen Unterschied merken. Die Räder sind genauso leicht und rollen genauso leise. Und sie sitzen sogar an einem CNC-gefrästen Aluminium-Quick-Release-Punkt, was es noch hochwertiger macht.
Ich habe noch nie einen Elektro-Trolley benutzt. Einerseits aus Ego-Gründen, andererseits, weil ich die Steuerung viel zu frickelig finde. Wieso sollte ich zu einem e-Ti greifen?
Dadurch, dass er wie ein klassisches Ti-Modell ist, bietet er genauso viel Stauraum für Handy, Bälle, Schlüssel und vieles mehr. Das ist für mich übrigens ein viel größeres Argument für einen Trolley als das Schieben. Ohne diesen Aspekt würde ich lieber mein Bag tragen. Aber vor allen Dingen ist die Steuerung unseres Trolleys vollkommen neuartig. Der e-Ti hat zwei Motoren, wodurch die Räder individuell angesprochen werden können. Das heißt, man muss nicht länger aktiv die Kurve schieben oder ihn beim Fahren in einer Schräglage wieder auf Linie bringen. Sobald die Software merkt, dass eine Kurve eingeschlagen werden soll, bremst das eine Rad ab und das andere beschleunigt. Und auch Abfahrten und Anstiege werden vom System antizipiert und so bewältigt, dass es sich ganz natürlich anfühlt. Ich bin ganz ehrlich: Ich sehe mich selbst eigentlich auch nicht als klassische Zielgruppe für Elektro-Trolleys, aber ich möchte den e-Ti auf meinen Golfrunden nicht mehr missen.
www.bigmaxgolf.com



