Am ersten Abschlag Equal Play
17.02.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): TGLWerden Frauen mit virtuellen Technologien kombiniert, kommt oftmals was Verwerfliches heraus. Anders bei der TGL: Die Indoor-Liga von Tiger Woods und Rory McIlroy will Damengolf zu einem Popularitätsschub verhelfen.
Die Tomorrow Golf League hat in ihrer zweiten Saison große Schritte unternommen, um das Indoor-Spektakel in Florida sportlich attraktiver zu machen. Für einen Großteil des Spaßfaktors sorgen dabei neu konzipierte Spielbahnen, die endlich einmal die technischen und taktischen Möglichkeiten der Profis herauskitzeln. Insbesondere zwei Bahnen sorgen für Begeisterung: Bei "The Stinger" von Architekt Agustín Pizá müssen die Profis ihren Abschlag so flach halten, dass er unterhalb eines zwölf bis 15 Meter hohen Felsvorsprungs bleibt. Und mit "The Last Toll" beweist Rios Olympia-Architekt Gil Hanse, dass er auch auf dem PC ein Genie ist. Das Par 3 führt durch eine apokalyptische Kulisse, bei der auf dem Weg zum Grün eine zerfallene Hängebrücke überwunden werden muss. Doch obwohl die technischen Möglichkeiten unbegrenzt sind, blieb das Feld limitiert und auch im zweiten Jahr eine reine Alphamännchen-Veranstaltung.
Das soll sich in der kommenden, dritten Saison endlich ändern. Anfang Januar gaben die LPGA und TMRW Sports die Gründung einer Damen-Division bekannt: Ende 2026 wird die WTGL starten und mit Jeeno Thitikul, Lexi Thompson, Charley Hull, Lydia Ko, Brooke Henderson, Rose Zhang und Lottie Woad haben einige der prominentesten Namen im Damengolf zugesagt. "Ich finde es toll, dass sie uns die Möglichkeit geben, auf derselben Bühne wie die Jungs aufzutreten, auch wenn es nicht zur gleichen Zeit ist. Vielen Dank dafür!", begeistert sich Hull. Und auch Olympiasiegerin Lydia Ko ist die Vorfreude anzumerken: "Ich freue mich darauf, Teil der WTGL zu sein. Wir haben das Glück, zu einem Zeitpunkt einzusteigen, an dem sich das Ganze langsam etabliert."
Wie bei den Männern mit Scottie Scheffler glänzt allerdings auch bei den Damen der größte Name bisher durch Abwesenheit. Die Weltranglisten-Zweite Nelly Korda fand kritische Worte für das Projekt: "Ich finde es unglaublich schade, dass wir nicht gemeinsam mit den Männern spielen. Es wäre das erste Mal gewesen, dass Männer und Frauen auf dem gleichen Spielfeld stehen und um denselben Geldbetrag spielen. Ich finde es aber toll, dass wir diese Chance bekommen, insofern habe ich gemischte Gefühle."
Korda hat womöglich einen Punkt. Die TGL hat in ihrer zweiten Saison bereits mit deutlich niedrigeren Einschaltquoten zu kämpfen und ist stark von Tiger Woods' Auftritten abhängig. Zusätzliche Simulatorengolf-Termine im kommenden Winter könnten das Produkt verwässern, der WTGL ein kurzfristiges Leben bescheren und dem Damengolf einen Bärendienst erweisen. Aber vielleicht schafft es Nelly Korda ja, die Verantwortlichen bis zum Saisonstart noch zum Umdenken zu bewegen.












