Filme, Golf & Jams (Figjam) - Golf-Witz

Filme, Golf & Jams (Figjam) Golf-Witz

14.07.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Netflix

In seiner neuen Netflix-Serie 'The Hawk' versucht Will Ferrell als abgestürzter Major-Sieger noch einmal ein Comeback - mit Unterstützung der PGA Tour, die diese zehnteilige Comedy mitproduziert hat.

Blättert man sich durch Will Ferrells Filmografie, wirken die Titel wie eine jahrelange Bewerbung um ein eigenes Golfprojekt. Ferrells Eistanzfilm "Blades of Glory" könnte auch die Geschichte eines Mannes sein, der mit dünnen Eisen das dicke Geld macht. Und "Anchorman"? Also, wenn das nicht ein Drama über einen Golfer ist, der auf dem Grün unlautere Mittel einsetzt, wissen wir es auch nicht. Doch erst jetzt, mit 58 Jahren, hat der begeisterte Golfer Ferrell die Chance bekommen, sein Hobby auf den Bildschirm zu bringen.

In der zehnteiligen Comedyserie "The Hawk" spielt Ferrell den titelgebenden abgehalfterten Golf-Pro Lonnie Hawkins, dessen Figur Elemente mehrerer gealterter Golfer aufweist. Er fährt wie John Daly im Bus herum, hat die Frisur und den Modegeschmack von Ian Poulter, lehnte wie Tiger Woods ein Angebot von LIV ab und trauert wie Phil Mickelson dem verpassten Karriere-Grand-Slam bei der US Open hinterher.

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Mittlerweile schafft der gerupfte Habicht aber nicht mal mehr den Cut auf der Korn Ferry Tour. Als er hört, wie ein TV-Kommentator seinem auf der PGA Tour spielenden Sohn attestiert, er würde bald die Karriere des Vaters überflügeln, reicht es Lonnie. Er schnappt sich die auf einem Supermarkt-Parkplatz schlafende Sam, macht sie als Caddie zum Hawk Tour Girl und plant sein großes Comeback. So weit, so konventionell. Doch auf den Plot kommt es ohnehin nicht an. "The Hawk" ist die Will-Ferrell-Show. Der Komiker, der in seinen Filmen nahezu jeden Sport ausprobiert hat, wendet seine bewährte Kombination aus Slapstick und anzüglichen Witzen diesmal auf Golf an.

Dass es "The Hawk" überhaupt gibt, ist ein weiterer Beleg dafür, wie populär der Sport in den USA geworden ist. Es ist nur schade, dass Serien- und Filmemachern zu Golf nicht viel mehr einfällt, als platte Comedy oder eine Comeback-Story zu machen. Denn auch die Apple-Serie "Stick" mit Owen Wilson funktionierte nach diesem Schema. Hier nun seinen jüngeren Bruder Luke als Ferrells Erzrivalen einzusetzen, passt zu dieser Doppelung der Ideen.

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Dass hinter dem Ganzen unter anderem der "Full Swing"-Produzent Chad Mumm und PGA Tour Studios, der Produktionsarm der Tour, stehen, überrascht etwas. Schließlich sind die fiktionalen Turniere spärlicher besucht als ein LIV-Event in den USA und die meisten Tourplätze wirken, als würde darauf gleich ein Rabbit-Turnier stattfinden. Ob das den gewünschten Werbeeffekt für die PGA Tour hat? Zumindest ist es profitabel, denn die Serie hat mehr Product-Placement als die Wok-WM auf ProSieben. Ob Hard Seltzer, eine koreanische Automarke oder Shapewear von Kim Kardashian, immer wieder werden deren Logos von den Kameras eingefangen. Und die Stars revanchieren sich für dieses Sponsoring, indem sie als ihre Seriencharaktere in Werbespots für die Marken auftreten. Profi-Golf bleibt halt Kommerz.