Le Golf National - Mind The Gap Bill Murrays Albtraum: Der Gopher hat aufgerüstet
Bill Murrays Albtraum: Der Gopher hat aufgerüstet

Le Golf National Mind The Gap

20.07.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Fédération Française De Golf

Wie nervig unterirdische Grabungen sind, wissen Golffans seit 'Caddyshack'. Doch während sich Bill Murray nur über eine Taschenratte ärgern musste, haben es die Greenkeeper von Le Golf National mit etwas zu tun, was grössere Löcher gräbt: die Pariser Metro. Doch am 01. September wird der neue Albatros-Kurs eröffnet.

Golfplätze und Städte stehen auf Kriegsfuß wie Asterix und Kleinbonum. Egal ob Long Island, London oder Melbourne: Die Urbanisierung hat schon jahrzehntelang Golfkurse in die Randbezirke verdrängt oder ganz schließen lassen. Als im Jahr 1987 Le Golf National gebaut wurde, ging man daher bewusst in die Peripherie.

Le Golf National:
Wer unter dem Eiffelturm steht, befindet sich mehr als 20 Kilometer von dem Albatros-Platz entfernt, der seit 1991 Austragungsort der Open de France ist, 2018 dem amerikanischen Ryder-Cup-Team einen Arschtritt verpasste und 2024 unter anderem Esther Henseleit eine olympische Medaille bescherte. Und doch wurde er jetzt Opfer der Pariser Expansion.

Um den Flughafen Orly, das Forschungszentrum Paris-Saclay und nicht zuletzt Versailles ans U-Bahn-Netz anzuschließen, wurde 2009 der Bau der Metrolinie 18 verkündet, deren finalisierte Route das Gelände des Platzes durchlief. Weil es ein Infrastrukturprojekt von nationaler Tragweite war, musste sich der französische Golfverband fügen und machte aus der Not eine Tugend. Weil der Bau des Tunnels die uninteressanten südöstlichen Bahnen 4, 5 und 6 betraf, wurde Architekt Russell Talley angeheuert, diese Bahnen neu zu gestalten.

Le Golf National:
Aufgrund eines neuen Gehwegs mussten Fairway und Grün von Bahn 4 nach links verlegt werden, was wiederum Auswirkungen auf die anderen Bahnen hatte. Vor allem aber nutzte Talley die Chance, die eher hindernisarmen Spielbahnen mit insgesamt 17 Bunkern auszustatten. Ab 01. September ist das Resultat zu spielen - wer keine 290 Euro ausgeben will, kann ab 24. September bei der Open de France sehen, wie sich die Profis dort schlagen.