Heisse Nummer Nicht zu schlagen
17.02.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): KI-basierte CollageAuch die Winterpause konnte Scottie Schefflers Lauf nicht stoppen. Mit seinem Sieg beim American Express landete er zum 17. Mal in Folge in den Top Ten. Ein Run, den es auf der PGA Tour seit 80 Jahren nicht mehr gab.
Wie langweilig ihm die Dominanz geworden ist, zeigte sich bei der Phoenix Open. Nachdem Scottie Scheffler zum Saisonstart spielerisch das American Express gewonnen hatte, gab er der Konkurrenz in Arizona erst einmal zehn Schläge Vorsprung. Weil er am Ende dennoch Dritter wurde, wird allen Profikollegen für 2026 nun angst und bange. Schließlich ist sein Vorsprung in der Weltrangliste auf Rory McIlroy größer als dessen Abstand auf jeden anderen Golfer auf diesem Planeten. Wie unbesiegbar Scheffler ist, drückt eine Zahl aus: 31. Nur so wenige Golfer konnten ihn bei seinen letzten 18 Starts zumindest einmal schlagen. Zum Vergleich: Als Rory McIlory im Januar bei der Dubai Desert Classic sein Saisondebüt gab, lag der Weltranglisten-Zweite in nur einem Turnier hinter gleich 32 Rivalen.
Seit Scheffler am 30. März 2025 die Texas Children's Houston Open mit Platz zwei beendete, hat er nie die Top Ten verpasst und insgesamt nur 42 Namen vor sich auf dem Leaderboard gesehen. Seine beeindruckende Bilanz in der Zeit: sieben Siege (davon zwei Majors), zwei dritte Plätze, je ein zweiter, sechster und siebter, vier vierte Plätze und zwei achte Ränge. Um das Ganze einzuordnen: Scheffler hat dabei etwa 2.700 Kontrahenten gehabt, 98,5 Prozent davon besiegt. Weder Tiger Woods noch Jack Nicklaus haben je so dominiert. Nah ran kam der "Golden Bear" 1964/'65, als er in 18 Turnieren 44- mal das Nachsehen hatte. Der Einzige, der über Scheffler nur lachen kann, ist Byron Nelson, der 1945 elf Turniere in Folge gewann und sich in den sieben Events danach nur hinter zehn Spielern einordnen musste.
Nun lässt sich trefflich diskutieren, wer es schwerer hatte. Nicklaus-Fans sagen, Scheffler profitiere von der Abwesenheit der LIV-Spieler, Scheffler-Anhänger weisen darauf hin, dass die Stärke der Felder in den 1960ern ein Witz gewesen sei, und beide können die Nelson-Bande damit dissen, dass die Turnierbeteiligung aufgrund des Zweiten Weltkriegs ausgedünnt war. Aber klar ist, dass Scheffler auf einem historischen Höhenflug ist. Nur acht Spieler haben ihn mehr als einmal hinter sich gelassen: Rory McIlroy, J.J. Spaun, Russell Henley, Hideki Matsuyama, Chris Gotterup und dem Österreicher Sepp Straka ist es zweimal gelungen, Justin Rose und Tommy Fleetwood gar dreimal - das 3&2 im Ryder-Cup-Vierer gegen Scheffler und DeChambeau nicht mitgezählt.












