Heiße Nummer Wachablösung
24.08.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Tristan Jones/LET (1), Mark RunnaclesSeit 18 Jahren steht Annika Sörenstam an der Spitze der ewigen Preisgeldrangliste der LPGA Tour. Doch jetzt schicken sich mit Lydia Ko und Nelly Korda gleich zwei Spielerinnen aus der neuen Generation an, die Schwedin von ihrem goldenen Thron zu stossen.
Man könnte es positiv sehen und sagen, die Tatsache, dass in 18 Jahren keine Frau so viel Preisgeld eingespielt hat wie Annika Sörenstam, sei ein Vermächtnis für ihre beispiellose Karriere mit zehn Major-Titeln und 62 weiteren Triumphen auf der LPGA Tour. Man könnte aber auch sagen, dies sei ein Zeichen dafür, wie sehr die LPGA Tour bei der Preisgeldentwicklung hinterherhängt. Immerhin hat Tiger Woods 15 Majors und fast 100 PGA-Tour-Titel gewonnen und wurde trotzdem jüngst von Scottie Scheffler an der Spitze der Geldrangliste abgelöst, obwohl dieser gerade einmal acht Jahre Profi ist.
Lydia Ko ist zehn Monate jünger als Scottie Scheffler und tingelt mittlerweile 13 Jahre im Profizirkus umher. Das einstige Wunderkind hat drei Major-Titel und 20 weitere Turniere auf der LPGA Tour gewonnen, aber erst jetzt ist der Platz an der Sonne für die Neuseeländerin in Reichweite gekommen.
LPGA ALL TIME MONEY LIST
STAND 08/202601. ANNIKA SÖRENSTAM ($22.583.693)
02. LYDIA KO ($22.360.465)
03. NELLY KORDA ($22.314.365)
04. KARRIE WEBB ($20.293.617)
05. CHRISTIE KERR ($20.179.848)
06. JEENO THITIKUL ($19.670.798)
07. MINJEE LEE ($19.048.450)
Doch selbst wenn sie in den kommenden Wochen an Sörenstam vorbeiziehen könnte, dürfte es für Ko nur ein kurzer Moment an der Spitze sein. Nach ihren zwei Major-Titeln 2026 hängt nun auch Nelly Korda den beiden im Nacken. Gerade einmal 300.000 Dollar trennten die drei Besten Ende August. Korda hat vier Major-Titel und 15 weitere LPGA-Siege zu Buche stehen, profitierte aber davon, dass es in den letzten Jahren endlich Bewegung beim Preisgeld gegeben hat. Zwischen 2000 und 2019 stieg das Gesamtpreisgeld auf der LPGA Tour gerade einmal um 95 Prozent - von 36,2 auf 70,5 Millionen US-Dollar. In den sieben Jahren seither ist es aber um weitere 92 Prozent auf 135,45 Millionen US-Dollar gestiegen. Dies erklärt auch, warum sich unter den besten sieben der ewigen LPGA-Bestenliste vier aktive Spielerinnen befinden.
Wer jetzt glaubt, das Preisgeld-Ungleichgewicht zwischen PGA Tour und LPGA Tour sei auf dem Weg der Besserung, der irrt. Die männlichen Kollegen befinden sich mit aktuell 550 Millionen US-Dollar Preisgeld im Jahr bereits in einer anderen Sphäre und dies wird sich mit der Neuordnung der PGA Tour noch steigern. Dies erklärt auch, warum sich Lydia Ko und Nelly Korda mit ihrem Karrierepreisgeld nicht etwa in den Sphären von McIlroy, Scheffler und Co. bewegen, sondern mit Spielern in einer Einkommensklasse sind, die selbst Hardcore-Golf-Fans bei einer polizeilichen Gegenüberstellung kaum identifizieren könnten: Scott Piercy (23,8 Mio.), Martin Laird (22,8 Mio.), Chez Reavie (22,1 Mio.) oder John Senden (21,6 Mio.)












