Laura Kowohl Cool Girls Play Golf
25.08.2026 | Von Wolfgang Block, Foto(s): AI Image/Adobe Firefly, Lukas Oberbeul'Freunde der guten Unterhaltung!' Wenn Laura Kowohl zum digitalen Golfspiel aufruft, darf eines nicht fehlen: Entertainment. Die mehrfache deutsche Meisterin kann nicht nur verdammt gut Golf spielen, sie rückt den Sport auch in ein neues Licht - jung, lässig und unterhaltsam.
Heute gehört sie zu den einflussreichsten Golf-Flüsterinnen im digitalen Kosmos zwischen Instagram und Tiktok und beweist, dass Golf und Spass ziemlich perfekt zusammenspielen.
Golf fiel Laura Kowohl schon immer leicht. Entsprechend schien sie bereits in jungen Jahren für eine große Karriere im Golfsport bestimmt. Die gelang der heute 30-Jährigen auch - nur anders als ursprünglich gedacht. Denn Laura Kowohls Geschichte ist alles andere als 08/15. Sie erzählt auch davon, wie sich Golf gerade verändert.
Kowohl begann mit acht Jahren, Golf zu spielen. Ihre Eltern nahmen sie zu einer Jugendsichtung im Golf Club St. Leon-Rot mit. Aus dem Versuch wurde ziemlich schnell Ernst. 2014 gewann sie mit 18 Jahren sowohl die Deutsche Meisterschaft der AK 18 als auch ihren ersten nationalen Titel bei den Damen. Zwei weitere deutsche Meistertitel folgten 2016 und 2017, zeitweise spielte sie mit einem Handicap von -4,5.
Solche Erfolge wecken Begehrlichkeiten - auch auf der anderen Seite des Atlantiks. Nach dem Abitur wagte Laura den Sprung in die USA und schloss sich dem Wolfpack an, der College-Golf-Mannschaft der North Carolina State University. Für vier Jahre wurden die USA zu Laura Kowohls zweitem Zuhause: Training, Studium, Reisen und ein College-Sport-System, das mit deutschem Jugendgolf ungefähr so viel gemeinsam hat wie College-Baseball mit Brennball. Der nächste Schritt hätte eigentlich Tour-Golf heißen können. Doch Karrieren verlaufen selten so logisch wie die Pfeile in den Entwicklungsplänen der Verbände.
"Golf war über viele Jahre extrem leistungsorientiert für mich: trainieren, spielen, reisen, Ergebnisse liefern. Irgendwann ist dabei ein bisschen die Freude verloren gegangen. Deshalb war es für mich eine sehr bewusste Entscheidung, keine Tourkarriere zu verfolgen."
Vielleicht ist genau das der spannendere Teil ihrer Geschichte. Laura Kowohl entschied sich gegen die Profilaufbahn. Aber nicht gegen Golf. Stattdessen begann sie, etwas aufzubauen, das vor zehn oder 15 Jahren als ernsthafte Karriereoption für eine deutsche Spitzengolferin kaum existiert hätte: ihre eigene Plattform.
"Ich wusste, dass ich Golf nicht komplett aus meinem Leben streichen möchte. Ich fand die Welt drumherum wahnsinnig spannend und konnte mir vorstellen, irgendwann etwas mit Medien zu machen. Dass daraus das wird, was ich heute mache, hätte ich allerdings selbst nicht erwartet." Die neue Laura Kowohl ist Golf-Content-Creatorin und arbeitet mit Marken und Medienunternehmen. Auf Instagram folgen ihr inzwischen mehr als 35.000 Menschen. Für Influencer-Verhältnisse ist das auf den ersten Blick keine astronomische Zahl. Für Golf in Deutschland schon.
"Ich bin nie mit dem Plan gestartet, Golf-Influencerin zu werden. Irgendwann kamen die ersten Kooperationen und Einladungen, aber selbst da habe ich das eher als etwas gesehen, das nebenbei passiert. Der Moment, in dem es sich für mich zum ersten Mal wirklich wie ein Beruf angefühlt hat, kam dieses Jahr durch die Arbeit rund um Turniere und vor allem durch Magenta TV. Ich bin bei Turnieren vor Ort, produziere Content, führe Interviews, berichte hinter den Kulissen und verbinde Social Media mit klassischer Sportberichterstattung. Da habe ich zum ersten Mal gedacht: ,Okay, daraus kann tatsächlich mehr entstehen.'"
Laura kann ein neues Bild des Golfsports transportieren, weil bei ihr die entscheidende Zutat vorhanden ist: Glaubwürdigkeit. Wer mehrfach Deutsche Meisterin war, muss niemandem erklären, ob er diesen Sport verstanden hat. Gleichzeitig steht sie für eine Veränderung. Früher waren erfolgreiche Golfer vor allem dann interessant, wenn sie gewannen. Heute interessiert uns auch, wer sie sind. Was sie tragen. Wohin sie reisen.
Social Media funktioniert über Persönlichkeit und Nähe. Und genau hier wird Laura Kowohl für den Golfsport interessant. Denn Golf braucht Menschen, die vermitteln können, warum es Spaß macht, dabei zu sein. Laura erklärt: "Mich nervt diese Ernsthaftigkeit, mit der Golf in Deutschland teilweise immer noch behandelt wird. Ich komme aus dem Leistungsgolf und liebe viele Traditionen dieses Sports. Aber gleichzeitig denke ich manchmal: Wir schlagen einen kleinen weißen Ball über eine Wiese - wir dürfen dabei auch Spaß haben. Ich wünschte mir, dass deutsches Golf manchmal weniger darüber nachdenkt, wie Golf auszusehen hat, und mehr darüber, warum Menschen eigentlich Lust darauf bekommen sollen."
Dieses Mantra könnte für Golf in den kommenden Jahren wichtiger werden als die nächste Kampagne des Verbands. Golf konkurriert längst nicht mehr nur mit anderen Sportarten. Golf konkurriert um Zeit und Aufmerksamkeit. Mit Netflix, TikTok und tausend anderen Dingen. Und genau hier setzt Laura an. In diesem Jahr war sie überall dabei - vom Creators Cup über das Amundi German Masters und die BMW International Open bis hin zum Schweinsteiger Cup. Sie spielt, produziert, interviewt, kommentiert und analysiert. Und es macht Spaß, dabei zuzusehen.












