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Quick-Interview

Carly Booth

Von Tim Southwell

Im Alter von 14 Jahren trat Carly Booth zum ersten Mal bei einem Profiturnier an und wurde auf Anhieb Siebte. Als jüngste Spielerin aller Zeiten vertrat sie Irland & Großbritannien im Curtis Cup und auf der LET folgten zwei Profisiege, doch dann kam die Formkrise. 2019 zeigt die mittlerweile 26 Jahre alte Schottin vielversprechende Anzeichen und kämpft als momentan 16. der LET-Rangliste um einem Platz im Solheim Cup Team.

GolfPunk: Du hattest schwer mit deiner Form zu kämpfen in den letzten Jahren, aber in letzter Zeit machen die Ergebnisse wieder Hoffnung. Wie siehst du deine Form zurzeit?
Carly Booth: Ich habe das Gefühl, wieder näher an die Form zu kommen, die auch Siege möglich macht. Das vergangene Jahr war wirklich schwierig für mich. Ich hatte mit einigen persönlichen Problemen zu kämpfen und es fehlte mir an Fokus und Selbstvertrauen auf dem Golfplatz. In einer solchen Situation kann man sich überhaupt nicht vorstellen, jemals wieder richtig gut Golf zu spielen. Mein bestes Ergebnis war ein elfter Platz bei der Lacoste Ladies Open de France. Ich habe eine Menge Cuts verpasst. [10 von 13 - autsch!; Anm. d. Red.]

Glaubst du daran, wieder gewinnen zu können?
Es stimmt schon, es ist eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal gewonnen habe, aber ich fühle, wie sich alles wieder verbessert und sich in die richtige Richtung entwickelt. 2012 war mein letzter Sieg und aus irgendeinem Grund habe ich es seither nicht geschafft, meine Form wieder auf dieses Level zu bringen. Aber das ändert sich gerade. Mein Selbstvertrauen hat sich in diesem Jahr am meisten verbessert. Ich habe gerade erst angefangen, mit Robert Rock zusammenzuarbeiten, der auch mit Matt Wallace trainiert, und ich kann erste Ergebnisse der Zusammenarbeit bereits spüren. In diesem Jahr habe ich außerdem zum ersten Mal seit Langem keine unnötigen Ablenkungen um mich herum. Das hilft enorm.

Woran arbeitet ihr im Detail?
Mein Hauptfokus beim Schwung liegt im Moment darauf, den Schläger im Treffmoment square an den Ball zu bringen. Manchmal bin ich in dieser Schwungphase etwas zu inkonstant. Vor einigen Wochen bin ich bei der Omega Dubai Moonlight Classic Siebte geworden - und das mit einer 75 in Runde zwei. Davor und danach habe ich Runden von 68 und 67 auf einem anspruchsvollen Platz spielen können. Es muss mir also nur noch gelingen, diese eine miese Runde loszuwerden. Konzentration ist alles, worauf es beim Golf auf diesem Level ankommt. Wenn man sie verliert, wird man ganz schnell bestraft.

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ICH DENKE, DASS ICH MINDESTENS EIN TURNIER GEWINNEN MUSS, UM ES INS SOLHEIM CUP TEAM ZU SCHAFFEN.
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Wie sieht es mit dem Solheim Cup in diesem Jahr aus?
Ja, der Solheim Cup ist mein großes Ziel. Vor allem weil er in Gleneagles stattfindet, eine Anlage, die ich wirklich liebe. Ich bin mir sicher, dass es ein hervorragendes Event wird, und neben all den großartigen Spielerinnen im Aufgebot zu stehen wäre natürlich eine riesige Sache. Aber ich denke, dass ich mindestens ein Turnier gewinnen muss, um es ins Solheim Cup Team zu schaffen. Die Schwierigkeit auf der Ladies European Tour liegt im Moment darin, dass wir nicht jede Woche ein Turnier im Kalender haben, wie es auf der LPGA Tour der Fall ist. Vor dem Solheim Cup finden nur noch sieben Turniere statt und zwei davon sind Majors, für die ich mich noch qualifizieren muss.

Was sind deine Lieblingsplätze im Moment?
In Großbritannien gibt es drei Plätze, die ich absolut liebe. Loch Lomond gehört dazu, weil es ein unglaublich schöner Platz ist. Das Erlebnis, dort zu spielen, ist schwer zu beschreiben - alles ist so ruhig und friedlich. Ich spiele auch sehr gerne in Queenswood. Der Platz ist immer in perfektem Zustand, ganz wie man es von einem ultraprivaten Golfclub dieser Art erwartet. Wenn man dort auf der Driving Range trainiert, teilt man sie sich höchstens mit zwei oder drei anderen Golfern und einer davon ist meistens Darren Clarke. [lacht] Meine dritte Wahl ist Sunningdale. Ich mag beide Plätze dort sehr.

Wie hast du das Masters 2019 erlebt?
Ich war dort. Es war absolut unglaublich. Tiger war schon immer mein absoluter Golfheld! Die ersten neun Löcher bin ich ihm am Sonntag gefolgt und dann hatten wir zum Glück diese unglaublichen Tickets, die uns Zugang zu einer VIP-Lounge gegeben haben. Also konnten wir das Finale von dort aus verfolgen. Das waren wahrscheinlich die aufregendsten Back Nine, die ich jemals im Fernsehen verfolgt habe.

Hand aufs Herz: Hast du ein paar Tränen verdrückt, als Tiger gewonnen hat?
Oh ja, und glaube mir, ich war bei Weitem nicht die Einzige auf der Anlage, die geweint hat. Man konnte spüren, wie viel Tiger allen dort bedeutet. Nach elf Jahren ohne Major-Sieg zurückzukommen und in Augusta zu gewinnen nach allem, was er durchgemacht hat? Das klingt nach einem Hollywood-Film. Ich kann mir nun gut vorstellen, dass er Jacks Rekord brechen kann.

 
Steckbrief

Steckbrief

Alter: 26 Jahre
Profi seit: 2009
Wohnort: Comrie, Schottland
Lieblingsverein: FC Liverpool
Erfolge:
2012 Ladies Scottish Open (LET)
2012 Ladies Swiss Open (LET)
2019 4. Canberra Classic (LET)
2019 T5 South Ar. can Women's Open (LET)

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