PORSCHE EUROPEAN OPEN 2023 - ZWEI MAL ZWEITER Sieger Tom McKibbin
Sieger Tom McKibbin

PORSCHE EUROPEAN OPEN 2023

ZWEI MAL ZWEITER

04.06.2023 | Von Johannes Oberlin, Foto(s): GETTY IMAGES

Rory McIlroys Klubkamerad aus Holywood Tom McKibbin gewinnt die 40. Auflage der Porsche European Open in Hamburg. Max Kieffer und Marcel Siem spielten bis zuletzt um den Sieg mit und teilten sich am Ende den zweiten Platz.

Am Ende eines Golftages wie aus dem Bilderbuch war es weder Max Kieffers knapp verfehlter Birdieputt an der 18 noch Marcel Siems Monsterputt zum Eagle der wenig später an selber Stelle nicht fallen wollte. Die 40. Auflage entschied Tom McKibbin ganz alleine mit einem Schlag ins 18. Grün des Porsche Nord Course von Green Eagle wie man ihn normalerweise nicht spielt, liegt man mit einem Schlag in Führung. Doch der 20 Jahre alte Nordire dachte sich "lieber rechts vom Vorgrün chippen als einen vollen Wedgeschlag übers Wasser als dritten Schlag vor der Nase zu haben", zückte aus 188 Metern das Eisen 5 und schlug seinen Ball aus dem Rough von hinter einem Baum nicht nur aufs Grün, sondern sechs Meter an die Fahne. Dass der Eagleputt nicht fallen wollte, machte nichts mehr aus. "Für die Zuschauer sah das sicher wie ein angsteinflößender Schlag aus, ich wusste aber, dass ich mit dem Eisen 5 das Wasser aus dem Spiel lasse und mich mit garantiert keinem stressigen dritten Schlag konfrontiert sehen werde" - Coolness bei hochsommerlichen Temperaturen.

McKibbin's Eisen 5 war ohne Zweifel der Schlag des Turniers, dicht gefolgt von Hurly Longs Albatross aus 259 Meter am Freitag. Dieser Traumschlag gelang dem Deutschen an Loch 11, wo er sein Holz 3 vom Fairway aus einlochte. "Ich habe den Ball perfekt getroffen, aber aus der Entfernung ist es schwierig zu sehen. Ich habe hinterhergerufen 'Go in!' und irgendwann war der Ball weg, aber sicher kannst du nicht sein. Als wir da waren, haben wir dann erst gesehen, dass er tatsächlich drin war. Unglaublich!" kommentierte Long seinen Volltreffer nach der Runde.

PORSCHE EUROPEAN OPEN 2023: Zweitplatzierter Marcel Siem
Zweitplatzierter Marcel Siem

STARKES HEIMTEAM


Bei traumhaftem Sommerwetter lockte die Porsche European Open die Rekordkulisse von 23.500 Zuschauer auf die Anlage vor den Toren Hamburgs und die Fans bekamen nicht nur von Hurly Long, sondern besonders auch von Freddy Schott, Max Kieffer und Marcel Siem jede Menge Gründe zum jubeln geliefert. Schott brachte trotz sechs Birdies "nur" eine Even-Par-Runde in Clubhaus und wird Loch Nummer 8 (Par 3) sicher noch lange verfluchen, kostete ihn diese Bahn am Donnerstag schließlich ein Triple- und am Finaltag ein Doppelbogey. Freddy schloss das Turnier als geteilter 14. ab. Max Kieffer, der nach zwei Runden das Feld noch anführte spielte mit einer 70 am Sonntag eine der besten Runden der letzten Gruppen, doch durch sein verschobenen Birdieputt an der 18 verspielte der Düsseldorfer, der am Ende geteilter zweiter wurde, die direkte Qualifikation für die U.S. Open. Siem, am Ende ebenfalls geteilter Zweiter, lochte nach einem Routine-Birdie an Loch 9 aus dem Bunker zum nächsten Birdie auf der 10 ein und sah sich auf der Schlussbahn einem Eagleputt gegenüber, den er aus ähnlicher Entfernung zwei Tage zuvor noch gelocht hatte. "Ich habe noch nie eine solch überragende Stimmung bei einem deutschen Turnier erlebt - und ich habe sie alle gespielt seit 1999", so der 42-Jährige, der mit seiner Emotionalität die Fans immer wieder mitriss. "Das ist mit Abstand das schönste Turnier gewesen von der Atmosphäre. Der Golfplatz ist einfach mega. So viele Kids draußen. Ich glaube, das war ein richtig wichtiges Turnier für die Zukunft und unsere jüngeren Golfer." Siem und Kieffer sind nach Allen John 2018 und Bernd Ritthammer 2019 die nächsten deutschen Golfer, die in Hamburg ganz knapp am Heimsieg vorbeischrammen.

"Nach der dritten Runde habe ich eigentlich nicht mehr dran geglaubt. Ich war richtig fertig von der Woche. Aber dann war ich auf dem Platz und hatte ein ganz gutes Mindset. Ab der 4 habe ich dran geglaubt", kommentierte Kieffer seinen geteilten Platz in Hamburg.

REKORDKULISSE


Nicht nur die Zuschauerzahlen sprengten die bisherigen Rekorde in Hamburg, auch die Aktion "Birdies for Charity", die Titelsponsor Porsche erstmals initiiert hatte und deren Erlöse der Ukraine-Hilfe zugutekommen, war ein voller Erfolg. Für jedes gespielte Birdie während der vier Turnierrunden auf dem Porsche Nord Course spendete der Titelsponsor 75 Euro. Den Profis gelangen über die vier Tage 1.359 Birdies. Damit ergibt sich eine Spendensumme für die Aktion "Birdies for Charity" von 101.925 Euro. Porsche rundete den Betrag auf 120.000 Euro auf.