PGA Championship - Zwei Deutsche mit Siegchancen!

PGA Championship Zwei Deutsche mit Siegchancen!

17.05.2026 | Von Johannes Oberlin, Foto(s): Rich Graessle Icon Sportswire

Vor dem Finaltag im Aronimink Golf Club in Pennsylvania mischt Matti Schmid aus Bayern plötzlich ganz vorne mit. Der 28-Jährige geht von Rang zwei in den Sonntag und liegt nur zwei Schläge hinter Überraschungs-Leader Alex Smalley (-6) aus den USA. Und auch Martin Kaymer darf nach seiner bislang stärksten Runde der Woche weiter vom zweiten PGA-Championship-Titel nach 2010 träumen: Der LIV-Tourspieler liegt aktuell nur vier Schläge zurück auf die Spitze.

Während Schmid weiter komplett furchtlos auftrat am zweiten Tag, arbeitete sich Kaymer nach einem toughen zweiten Tag mit einer starken 68 noch einmal zurück ins Rennen. Stephan Jäger dagegen fiel nach einer 73 zurück auf Rang 31 und geht nur noch mit Außenseiterchancen in die Schlussrunde.

Scheffler:"Härteste Pin Positions"



Für den Aronimink Golf Club ist es übrigens ein besonderes Major: Die PGA Championship wird hier zwar nicht zum allerersten Mal gespielt, aber erstmals seit 1962, als Gary Player sein erstes von zwei PGA Championships gewinnen konnte. Der klassische von Donald-Ross im Jahr 1928 entworfene Kurs westlich von Philadelphia hat sich dabei als deutlich härter erwiesen als viele Spieler vor dem Turnier erwartet hatten. Vor allem an den ersten beiden Tagen machte das Par 70-Biest den Spielern mit extrem schweren Fahnenpositionen, Wind aus schwierigen Richtungen und schnellen, ondulierten Grüns das Leben schwer. Scottie Scheffler sprach zwischenzeitlich sogar von den "härtesten Pin Positions", die er je auf der Tour erlebt habe.

Am Samstag wurden die Scores dann etwas besser, auch weil der Wind etwas nachließ und die Bedingungen insgesamt etwas birdiefreundlicher wurden. Trotzdem ist das Leaderboard weiterhin komplett offen. Scottie Scheffler meinte nach dem Moving Day er könne sich kaum erinnern, wann ein Major zuletzt so eng gewesen sei. "It's anybody's tournament", sagte der Weltranglistenerste sinngemäß, und genau so wirkt es aktuell auch. Mehr als 20 Spieler liegen vor dem Finaltag noch in realistischer Chance auf einen Majorerfolg. Wie unser Titelheld von Ausgabe 1 Aaron-Rai, der aktuell wie Matti Schmid auf Rang 2 steht (-4).

Und natürlich sind Namen wie Rory McIlroy, Jon Rahm, Xander Schauffele, Patrick Reed, Justin Rose oder Ludvig Åberg vorne mit dabei. McIlroy, nach Runde 1 (74) fast schon abgeschrieben, spielte sich mit einer starken 66 zurück ins Turnier und hat damit ebenfalls noch rosige Aussichten auf seinen dritten PGA Championship-Sieg nach 2012 und 2014. Nur sechs Spieler konnten die PGA Championship mindestens dreimal gewinnen. Packt Rory das, würde er sich nach seinem Back-to-Back-Masters-Erfolg erneut einem exklusiven Kreis an Supergolfern anschließen.

Aus deutscher Sicht bleibt die Lage trotz alledem bemerkenswert: Vor einem Major-Sonntag haben gleich zwei Deutsche realistische Chancen auf den Titel, und allein das ist schon ziemlich wild in einem bislang mehr als wilden zweiten Major des Jahres.