PING
Eine Firma, die 2026 beide Optionen auf den Markt bringt, ist Ping. Während sich die i540 an Spieler mit sportlich und designtechnisch höheren Ambitionen wenden, sind die G740 für flugunfähige Golfer gedacht, fallen in die Kategorie Super Game Improvement und haben einen massiven Kopf, in dem viel Technik steckt. Die extrem breite Sohle und das längere Schlägerblatt sorgen dafür, dass der Schwerpunkt besonders tief gesetzt werden konnte, wodurch es leichter fällt, dem Ball eine höhere Flugbahn zu verpassen. Ein anderer unterstützender Trick ist nicht ganz so auffällig. Der typische Lie-Winkel wurde um einen Grad erhöht, wodurch die Slice-Tendenz bei vielen Spielern ein wenig unterdrückt werden kann. Während das G740 mit seiner Missing-Impossible-Philosophie keinen Schönheitspreis gewinnen wird, hat Ping mit den i540 Eisen im Programm, mit denen einem auf der Driving Range hinterhergepfiffen wird. Die Player-Distance-Eisen haben kein offensichtliches Cavity Back, sondern sind auf der Rückseite geschlossen angelegt. Als Starthilfe für einen höheren Ballflug sind die Standard-Lofts nicht nur ein Grad höher als bei den G740, auch wurden hier in den langen Eisen (4 - 7) 24 Gramm Wolframgewicht in der Sohle verbaut. Ein Teil davon wurde bei der Schlagfläche eingespart, die im Vergleich zum Vorgängermodell i530 neun Prozent dünner ist und deshalb mehr Geschwindigkeit an den Ball zurückgeben kann.


WILSON
Neben Ping hat auch Wilson 2026 eine Auswahl für Filigran- und Grobmotoriker wie unsereins im Angebot. Die Dynapwr Forged sind dabei klassische Cavity-Back-Eisen, die mit Urethan gefüllt sind, um das Feedback sowohl in den Händen als auch den Ohren zu verbessern. Dabei überrascht vor allem, dass das Eisen auf vergleichsweise schmaler Sohle fußt. Vielleicht auch deshalb beschreibt Wilson sie selber als Game-Improvement-Eisen mit der Performance eines Player-Distance-Eisens. Möglich soll diese eine Schlagfläche von variabler Dicke machen, die zwei Zwecke erfüllt: zum einen besseren Energietransfer auf den Ball, zum anderen die Möglichkeit, in der Produktbeschreibung das Zauberkürzel KI unterbringen zu können, das bei allen Herstellern 2026 zur Pflicht geworden ist.
Herz der neuen Wilson-Linie sind jedoch die Staff-Modelle, die in drei Variationen erscheinen. Die traumhaft schönen MB (Muscle Back) richten sich an den High-Performance-Markt. Sprich: Tourspieler und spielstarke Amateure, die nicht gleich in Jubel ausbrechen, wenn der Ball Richtung Ziel fliegt, sondern dabei auch die Flugbahn beeinflussen wollen. Nicht umsonst bewirbt Wilson es als "zeitloses Design, das für die präzisesten Ball-Striker der Welt gefertigt wurde, die ultimative Kontrolle suchen". Die CB haben vom Material über das Satin Finish und die präzisionsgefräste Schlagfläche bis zur Gewichtsverteilung fast identische Features, hier bietet sie Wilson jedoch in Form eines kompakten Cavity Back an. Komplettiert wird die Auswahl der Staff-Eisen durch das brandneue XB, ein Player-Distance-Eisen, das die Lücke von den Blades zu den Game Improvements schließt und in das Wilson drei Jahre Entwicklungsarbeit gesteckt hat. Die Hohlkörperkonstruktion ermöglicht eine optimierte Gewichtsverteilung und sorgt somit für maximale Distanzgewinnung. Wer kein Cavity Back im Bag haben will, gleichzeitig aber bei einem schmalen Blade bereits in der Ansprechposition wacklige Beine bekommt, findet im XB den optimalen Kompromiss.


TAYLORMADE
Zu Beginn des Jahres versetzte Rory McIlroy die Equipment-Junkies in Aufruhr, als er von seinen Muscle-Back-Blades zu den TaylorMade-P7CB-Eisen wechselte. "Wenn es Hilfe gibt, werde ich sie auf jeden Fall annehmen", erklärte der Nordire der erstaunten Golf-Öffentlichkeit und stieß damit eine große Diskussion an: Wenn der zweitbeste Golfer der Welt Eisen ins Bag steckt, die ihm den Schlag etwas erleichtern, warum spielt der gemeine Wald-und-Wiesen-Golfer immer noch Blades, fragte sich die eine Fraktion um YouTuber Grant Horvat. Die Gegenposition vertrat Golfjournalist Kevin Van Valkenburg, der seine zwei Blade-Sätze so verteidigte: "Die Jagd nach dem besten Score erfüllt nicht jeden. Das Streben nach einem Gefühl kann genauso süchtig machen. Auch das macht Golf so einzigartig. Jeder, der schon einmal ein Blade-Eisen perfekt getroffen hat, kann bestätigen: Es gibt nichts Vergleichbares." Rory McIlroys Experiment war nach einem Monat wieder vorbei, das heißt aber nicht, dass die Diskussion weniger aktuell ist. Und so bieten die meisten Hersteller auch 2026 wieder einen Mix aus Game-Improvement- und Player-Eisen an, die sowohl die Hilfesuchenden als auch die Gefühlsgolfer ansprechen.
MIZUNO
Keine Kompromisse geht Mizuno ein; die Japaner gelten ohnehin als die Wahlheimat für alle, die mit ihren Eisen Eindruck schinden wollen. Mit den M-13 und M-15 werfen sie optisch wieder einmal zwei heiße Eisen ins Feuer, wobei die M-15 erste Wahl für alle Puristen sind, da sie wie aus einem Guss wirken. Dennoch wendet sich Mizuno nicht nur an die absoluten Elite-Golfer. Wer sie ausprobiert, wird erst einmal begeistert von der Länge sein. Dies liegt jedoch auch an einem kleinen, schmutzigen Trick der Golf-Industrie: Das 7er-Eisen hat gerade einmal 29° Loft und damit fast so wenig wie ein Eisen 4 in den 1970ern. Insofern darf man sich auch nicht wundern, wenn der Spin etwas geringer ausfällt. Die M-13 gehen in dieser Hinsicht nicht so ins Extrem, hier hat das Eisen 7 immerhin 32° Loft. Das Interessanteste ist die dreigeteilte Konstruktion der Eisen: 4er und 5er haben eine Pocket Cavity für höhere Ballgeschwindigkeiten, die ebenfalls im Grain-Flow-Verfahren geschmiedeten Eisen 6 bis 8 sollen mit ihrem Micro-Slot für Längenkonstanz sorgen und die Köpfe vom Eisen 9 bis zum Gap Wedge werden aus einem Stück geschmiedet, wodurch sie für absolute Präzision sorgen - zumindest wenn ihr Besitzer einen konstant abrufbaren Schwung sein Eigen nennt.
PXG
Den braucht es bekanntlich auch für die Eisen von PXG, die mittlerweile in ihre achte Generation gehen. Wie gewohnt gibt es die PXG 0311 Gen8 als T-, P- und XP-Modelle. Für ein Players-Eisen ist die Sohle überraschend dick, doch in der Ansprechposition wirken sie keinesfalls klobig. Gegenüber den Vorgängermodellen fällt auf, wie konstant sie performen und wie viel leichter die Bälle in die Luft zu bekommen sind. Dass sie dazu noch lang sind, dürfte bei PXG niemanden verwundern. Erreicht wird dies durch den QuantumCOR, eine Polymer-Füllung in den Schlägerköpfen. Diese fällt in den XP-Modellen am üppigsten aus, da sie auch die größte Schlagfläche und Fehlertoleranz bieten. Sie deshalb als Game-Improvement-Modelle zu bezeichnen wäre vielleicht eine Spur zu viel, aber es geht definitiv in die Richtung.

SRIXON
Zweifelsohne in diese Kategorie gehören die ZXiR-Eisen von Srixon, die mit dem ZXiR HL sogar das erste Super-Game-Improvement-Eisen in der Geschichte der japanischen Firma in ihrer Reihe haben. Möglich wurde dies durch iAlloy. Was wie die neueste Kreation aus Cupertino klingt, ist eine neue Legierung, die laut Srixon zehn Prozent weicher als ihr 431-Stahl ist, dadurch Vibrationen reduziert und das Feedback verbessert. Zudem konnte der Sweet Spot tiefer auf der Schlagfläche gelegt und somit einer der verbreitetsten Fehlschläge bekämpft werden. Auffälligstes Merkmal ist die breitere Sohle, der Srixon allerdings eine leichte V-Form verpasst hat, wodurch Bodenkontakte reduziert werden. Mit den ZXiR sind Bälle erstaunlich leicht in die Luft zu bekommen; wer damit dennoch Probleme hat, sollte zum High-Launch-Modell greifen, das im direkten Vergleich mehr als 3° zusätzlichen Loft aufweist.
CALLAWAY
Auch Callaway hat mit dem OS ein Super-Game-Improvement-Eisen im Programm, das die Quantum-Max-Linie ergänzt. Anders als die Eisen der Vorgängerlinie Elyte, die auf modernes, sportliches Design setzten, kehren die Quantum Max auch optisch wieder den Game-Improvement-Ansatz heraus. Das Schlägerblatt ist größer, hat etwas mehr Offset und eine prominentere Top-Line. Resultat ist ein Schläger mit hoher Fehlertoleranz und viel Länge. Dafür hat Callaway für seine Eisen das Gleiche bestellt wie ein 16-Jähriger im Barbershop: einen Undercut. Das Undercut Cavity verteilt Gewicht an den Rand des Schlägers und sorgt so für maximale Fehlertoleranz. Die ist bei der Oversized-Version natürlich noch etwas gesteigert, ansonsten weisen die Modelle aber kaum Unterschiede in Bezug auf die Spieleigenschaften auf. Wer noch etwas zusätzliche Hilfe braucht, um einen schönen Parabelflug in die Luft zu schreiben, kann die Max-Modelle auch als High Launch ordern, was für 2° zusätzliches Loft in jedem Schläger sorgt. Eine Option, die man durchaus in Betracht ziehen sollte, denn die 29° Loft für ein Eisen 7 sind schon sehr ambitioniert.



