LAB GOLF
Trendsetter beim Zero-Torque-Hype sind die Oregonians von LAB Golf, die im vergangenen Jahr mit J. J. Spaun ihren ersten Major-Sieger feierten. Dessen klobig aussehender DF3 hat 2026 mit dem DF3i eine Frischzellenkur bekommen. Der Unterschied ist dabei auf den ersten Blick nicht zu bemerken, denn von oben sieht er eigentlich gleich aus. Erst wenn man den DF3i umdreht, fallen die Details ins Auge. Das Auffälligste ist der Namensgeber des i, das silberfarbene Insert aus Edelstahl. Der simple Vorteil gegenüber dem Vorgängermodell: Der Ball läuft etwas schneller vom Schlägerblatt, wodurch man in lange Putts weniger Energie stecken muss. Die zweite kleine Veränderung liegt in den Gewichten. Waren im DF3 noch acht, sind in der Sohle des DF3i nur sechs verbaut, der Rest wurde in die Schrauben gesteckt, die das Insert befestigen.

ODYSSEY
Doch längst ist LAB nicht mehr allein im Zero-Torque-Markt. Odyssey etwa setzt mit den Square 2 Square genannten Modellen auch in der neuen Ai-Dual-Reihe weiterhin auf den Zero-Torque-Trend. Drei verschiedene Kopfformen stehen zur Auswahl, darunter der raumschiffartige #7, der fast quadratische Jailbird und der verdächtig dem DF3 ähnelnde Max, den es in drei Optionen gibt: in 33 Zoll, in 38 Zoll mit schwererem Kopf (Cruiser) und als Broomstick-Variante. Alle haben einen Center Shaft, der 2° nach vorn gelehnt ist und dadurch den sogenannten Forward Press fördert, der einen saubereren Ballkontakt ermöglicht. Doch wie der Name aller Zero-Torque- und Standard-Modelle andeutet, liegt der Fokus bei Odyssey in diesem Jahr woanders: auf dem Ai-Dual-Insert. Wie gutes Küchenpapier ist auch die Schlagfläche zweilagig und besteht aus zwei Schichten Urethan. Die weiche Außenseite hilft für den Touch, die harte Innenseite kontrolliert den Speed. Und die per künstlicher Intelligenz aus 15.000 virtuellen und 72 physischen Varianten entstandene Modellierung sorgt dafür, dass auch Off-Center-Hits keinen Geschwindigkeitsverlust erleiden.
Als mindestens genauso revolutionär sehen die Odyssey-Ingenieure ihre neue Ausrichtungshilfe, die sich nach den Linien und Punkten im Vorjahr wieder an einen Odyssey-Klassiker hängt. Einst sorgten die Two-Ball- oder Three-Ball-Putter für einen regelrechten Hype, jetzt heißen die Zauberworte Half Ball. Um die Wirksamkeit des weißen Halbkreises mit einer schwarzen Linie zu bestätigten, beauftragte Callaway Wissenschaftler der Universitäten Clemson und Baylor damit, die Effektivität der Ausrichtungshilfe auf der Top-Line zu bestätigen. Aus zwei Metern wurden dabei elf Prozent mehr Putts versenkt als bei der Placebo-Gruppe, die konventionelle Hilfslinien benutzte.


PING
Odyssey ist dabei allerdings nicht die einzige Firma, die die Effektivität ihrer Ausrichtungshilfe in den Ring wirft. Bei Ping wurde für die neuen Scottsdale-Tec-Modelle eine Linie auf die Oberfläche gelegt, die aber nicht ganz bis zur Schlagfläche durchgeht, sondern dort durch einen kleinen Punkt ergänzt wird.
Die Neugestaltung ist das Ergebnis einer hauseigenen Analyse, die Ping seit 15 Jahren unter dem Namen "Eye Q" durchführt. Dabei wurde beobachtet, wie sich der Fokus beim Ansprechen des Balls durch den Wechsel der Ausrichtungshilfen verändert. Ganz ohne springt das Auge auf der Oberfläche so hin und her, dass das Blickmuster aussieht, als hätte Dexter gerade nach einem brutalen Mord eine Blutspritzeranalyse durchgeführt. Bei einem durchgehenden Strich bleiben die Augen zwar die ganze Zeit auf Linie, springen dabei aber immer wieder zwischen dem Ball und verschiedenen Punkten auf dem Putter hin und her. Die Innovation mit dem Focal Point sorgt dagegen für eine starke Konzentration der Blicke auf den kleinen weißen Punkt - oder wie es Ping nennt: Quiet Eye.
In insgesamt fünf verschiedenen Mallet-Puttern wendet Ping diese Technik an. Der halbrunde Ketsch 4 ist für einen ausladenderen Schwungbogen im Stil eines Sichelmonds gedacht, der nahezu quadratisch anmutende Ally Blue H ist für Spieler, die eher in Form eines Dreiviertelmonds schwingen, und die restlichen drei stehen ganz im Zeichen des Halbmonds, sind also für Spieler, die ihren Putter gerade zurück- und durchschwingen. Dass zwei Modelle dabei einen Center-Schaft haben, weckt eine falsche Assoziation, denn Ping verweigert sich dem Zero-Torque-Hype bewusst und setzt stattdessen auf eine andere Idee. Der Schaft sitzt nicht ganz zentral in der Mitte, wodurch eine leichte Rotation entstehen kann, die Ping für die natürliche Schwungbewegung hält. Das Onset-Design platziert dabei die Schlagfläche leicht vor der Schaftachse, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Verdrehens reduziert wird.

MIZUNO
Auch bei Mizuno rennt man nicht jedem Modetrend hinterher. Nachdem die Japaner im letzten Jahr auf ein modulares System setzten, kehrt die diesjährige M.Craft-Serie zum konventionellen Putter-Design zurück. Das Berufen auf Tradition beginnt bereits bei der Benamung der vier Modelle, die alle nach japanischen Städten getauft wurden. Kyoto ist ein klassischer Blade-Putter, Osaka ein kompakteres Square-Back Blade, mit Nagoya kommt ein Mid-Mallet auf den Markt und der nach der Hauptstadt benamte Tokyo ist ein Flügelputter mit hohem MOI. Alle Modelle eint, dass sie in der Sohle zwei austauschbare Gewichte haben, deren Wechsel jedoch nicht nur das Kopfgewicht, sondern auch den Schwerpunkt und das Schwunggewicht verändert, weshalb man dort mit Vorsicht ans Werk gehen sollte. Zudem kann man bei allen vier Puttern jeweils zwischen zwei verschiedenen Hosel-Optionen wählen, die sich von Modell zu Modell unterscheiden.



