PING
Zur letzteren Fraktion gehören Ping, die in diesem Jahr mit ihrer Damenreihe Le in die vierte Generation gehen. Wie bei den 2017, 2019 und 2023 erschienenen Vorgängerreihen gibt es auch bei den Le4 die Option, sich ein Komplett-Set vom Driver bis zum Putter zusammenzustellen. Zum ersten Mal setzen Ping dabei auch auf ihre Carbonfly-Wrap-Technologie, die seit 2023 die Driver der Herrenlinie auszeichnet. Das gewonnene Gewicht gegenüber dem Le3-Driver haben die Ingenieure dabei in den hinteren Teil des Schlägers verschoben, wo es einerseits bei einem höheren Abflugwinkel unterstützt und andererseits eine größere Fehlertoleranz garantiert. Das Moment of Inertia soll sich laut Ping gegenüber dem Vorgängermodell um 15 Prozent erhöht haben. Dies sollte man allerdings auch erwarten dürfen, da seit dem Le3 bereits zwei Produktzyklen vergangen sind. Beim Loft gibt es mit 11,5 Grad nur eine Option, jedoch lässt sich der Le4 am Hosel von 10 bis 13 Grad verstellen, um Spielerinnen mit geringen Schwunggeschwindigkeiten zu unterstützen. Für sie ist auch die leichtere Option der Alta-Le-Schäfte gedacht, die mit Gewichten von 42 Gramm oder 47 Gramm erscheinen. Die Differenz entspricht gerade einmal dem Gewicht einer 20-Cent-Münze aus Kupfer, kann aber Gold wert sein.
Bei den vier Fairwayhölzern (3er, 5er, 7er und 9er) liegen zwischen den beiden Schaftoptionen acht Gramm, bei den vier Hybriden (5er, 6er, 7er, 8er) sind es sieben. Der größte Unterschied zu den Le3-Vorgängermodellen liegt dabei in den Lofts. Die drei kleineren Fairwayhölzer haben einen höheren Anstellwinkel spendiert bekommen. Was beim Spoiler eines Autos für mehr Bodenhaftung sorgt, bewirkt bei den Hölzern das Gegenteil: Die Bälle fliegen höher und in der Regel auch weiter. Deshalb wurden auch die Optionen bei den Hybriden um ein 8er ergänzt, schließlich ist es gerade für niedrigere Schwunggeschwindigkeiten sinnvoll, dass ihnen das Leben auf den Fairways so leicht wie möglich gemacht wird. Darauf zielen auch die Veränderungen an den Schlägerköpfen ab. Die Le4-Hybride sind wie Gespräche bei einem guten ersten Date lang gezogen, während die Fairwayhölzer wie die Driver von der Carbonfly-Wrap-Technologie profitieren.
Diese Möglichkeit gibt es bei den Eisen nicht. Statt auf Carbon setzt Ping hier auf Edelstahl, um ein möglichst niedriges Gewicht zu erzielen. Der größte Vorteil ist hier, dass sie sich anhand der Lofts perfekt mit den Hybriden kombinieren lassen. Das heißt, jede Spielerin kann individuell entscheiden, ab welchem Eisen es für sie den meisten Sinn ergibt, auf einen kompakteren Hybridkopf zu wechseln. Die Le4 Women's Irons sind als Eisen 6 bis 9 sowie als Wedges mit 46,5°-, 51,5°- und 56°-Lofts verfügbar. Die in leichten und ultraleichten Versionen verfügbaren Schäfte sind bei allen Eisen und Wedges aus Carbon, sodass ein Stahlschaft nur in den Le4-Putter-Varianten zum Einsatz kommt. Sie erscheinen in drei Varianten: Mit dem klassischen Anser-2D-Modell werden Blade-Fans bedient, der halbkreisförmige Oslo ist für Mallet-Anhänger gedacht und alle, die sich nicht entscheiden können, bekommen mit Louise einen Mittelweg angeboten. Besonders bei den Puttern fällt dabei der farbliche Akzent der Reihe auf. Das Metall hat einen leicht fliederfarbenen Touch, der auch in den Griffen aufgenommen wird.


COBRA
Bei Cobra hält man es in diesem Jahr farblich dagegen wie Marius Müller-Westernhagen und sagt sich: "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz". Was äußerst passend für eine Marke ist, die ihren Eisen einen royalen Titel verleiht. Die Mint-Akzente (oder Earl Grey, wie es Cobra nennt) finden sich aber nicht nur in den neuen King-Max-Damen-Eisen, besonders bei den Women's-Varianten der OPTM-Driver stechen sie auf der Sohle hervor. Sie gibt es in zwei Optionen: Der Max-K ist auf größte Fehlertoleranz ausgelegt, bietet den höchsten MOI und reduziert wie auch die Herrenvariante Verdrehungen - oder wie es Cobra nennt: die Products of Inertia. Der Max-D wiederum hat das Gewicht etwas mehr in Richtung Hosel verlagert und fördert daher einen leichten Draw. Beide Modelle sind nur als 12°-Option verfügbar, der Loft lässt sich aber am Hosel von 10° bis 14° variieren.
Die gleiche Einstellmöglichkeit gibt es auch bei den Fairwayhölzern, die von Werk aus als 18,5°-, 21,5°- und 24,5°-Optionen erscheinen, und bei den Hybriden (21°, 24°, 28° und 31°). Durch sie verspricht Cobra den Spielerinnen eine "äußerst süchtig machende Genauigkeit". Obwohl Hybride wie Hölzer auf maximale Fehlertoleranz ausgelegt sind, gibt es einen zentralen Unterschied: Bei den Hybriden ist ein Gewicht fix im hinteren Teil der Sohle verbaut, um einen höheren Ballflug und mehr Grüntreffer zu ermöglichen, während es bei den Hölzern zwei unterschiedlich schwere Gewichte gibt (11 g und 3 g), deren Austausch eine leichte Draw-Tendenz bewirken kann. Wer den eigenen Ballflug darüber hinaus so individuell gestalten will wie die eigene Ikea-Schrankkombination, hat mit dem Future-Fit33-Hosel-System alle Optionen.
Auf das muss man bei den King-Max-Eisen verzichten. Hier wurde alle Energie auf das Design des Schlägerkopfs gerichtet. Unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz wurde ein Eisen mit sehr tiefem Schwerpunkt und großer Stabilität konzipiert, das dann im 3-D-Drucker in die Realität umgesetzt wurde. Ausgestattet mit der Cobra-typischen HOT-Face-Technologie und einem Gewichtssystem, das wie ein Katapult fungieren soll, versprechen die King-Max-Eisen für Spielerinnen mit moderaten Schwunggeschwindigkeiten, das Maximum an Abflugwinkel und Distanz herauszuholen.


CALLAWAY
Das versucht auch Callaway mit seinen Ladys-Versionen der Quantum-Reihe, die als Alternative zur im letzten Jahr gelaunchten reinen Damenreihe Reva fungiert. Die Quantum-Max-OS-Eisen sind dabei nur in der Oversized-Variante verfügbar und enthalten neben den Eisen 4 bis 9 auch vier Wedges in den Lofts 42° (PW), 47° (AW), 51° (GW) und 55° (SW). Wie bei Callaway seit einigen Jahren Standard, arbeiten sie auch bei den Max-OS-Eisen mit einer KI-optimierten Schlagfläche, die aus den verbreitetsten Fehlschlägen noch die bestmögliche Länge herausholen soll. So wie die OS-Eisen sind auch die Driver optisch nicht von den Herren-Gegenstücken zu unterscheiden, sei es der mit silbernen Elementen versehene Quantum Max D oder der in Schwarz mit roten Akzenten gehaltene Quantum-Max-Fast-Driver. Letzterer wendet sich an ambitionierte Spielerinnen, weshalb er zusätzlich zum 12°-Standardmodell auch in 10,5° verfügbar ist. Die Loft-Optionen und die Schaft-Auswahl sind dabei der größte Unterschied zu den Herrenmodellen. Ansonsten gibt es auch hier die neue Tri-Force-Schlagfläche und im Fall des leichteren Max Fast ein 360°-Carbon-Chassis. Ein leichterer Kopf lässt sich nun mal schneller schwingen, wodurch der Max Fast auch größere Weiten garantiert, wohingegen der Max D auf größte Fehlertoleranz ausgelegt ist.
Das Fast-Modell findet sich in seinen Grundzügen auch bei den Fairwayhölzern und Hybriden wieder, die beide an einer Stelle aus dem Driver-Set-up ausbrechen. Die Hölzer haben mit dem Max Fast zusätzlich eine dritte Option für Damen, der so ein bisschen wie der Salat bei McDonald's ist: eine Kompromisslösung. Er sorgt wie der Max D für einen hohen Ballstart sowie große Fehlertoleranz und verzichtet dabei auf die integrierte Draw-Neigung. Für Callaway ist es das Holz, das sich an die größte Anzahl Golferinnen richtet, weshalb hier auch die meisten Optionen angeboten werden. Während die anderen beiden nur in vier Lofts angeboten werden, kann man mit den Max eine Handballmannschaft ausstatten. Zu den Standard-Optionen (3er, 5er, 7er, 9er und sogar 11er) gibt es noch das Holz 3 als High-Launch-Variante und das Heavenwood, das mit 20° etwas weniger Loft als das Holz 7 mit 21° hat. Wer die Kopfform der Hölzer zu wuchtig findet, kann allerdings auch mit den Hybriden nahezu alle Loft-Optionen abdecken. Die größeren Max OS gibt es in sechs Loft-Abstufungen von 18° bis 32°, die auf langsamer schwingende Spielerinnen ausgerichteten Max Fast decken alles von 22° bis 34° ab.


TAYLORMADE
Wie Callaway hat auch TaylorMade mit den Kalea-Schlägern eine eigene Women's-Reihe, die im Herbst 2024 erschien und in diesem Jahr durch die Damen-Variationen der Qi-Reihe ergänzt wird. Dabei macht TaylorMade etwas, was sich bei Frauen eigentlich nicht gehört: über das Gewicht sprechen. Sämtliche Hölzer tragen den Namenszusatz Lite und auch bei den Qi-Max-HL-Eisen wird der High Launch vor allem durch Gewichtsreduzierung erzielt. Bei TaylorMade hat man alle Energie in nur eine Variante der Schläger gesteckt. Anders als die Brüder hat der Qi4DMax-Lite-Driver nur ein verbautes Trajectory-Adjustment-System-Gewicht, liefert aber dennoch den höchsten Ballflug und ermöglicht Einstellungen bezüglich Loft, Lie und Schlagflächenwinkel. Dies gilt auch für die dazugehörigen Fairwayhölzer (3er, 5er, 7er und 9er), die mit 200 Kubikzentimetern zu den großkopferten Hölzern auf dem Markt gehören. Für viele Spielerinnen dürften sie daher vor allem als Driver-Ersatz vom Tee eingesetzt werden, während vom Fairway die Qi4D-Max-Lite-Rescuehölzer eine präferierte Alternative darstellen. Sie halten durch ihre Speed Pocket die Ballgeschwindigkeit auch bei zu niedrig getroffenen Bällen hoch und sorgen durch die spezielle Krümmung der Schlagfläche - das Twist Face, wie es TaylorMade nennt -, für eine geringere Streuung bei Fehlschlägen.
Abgerundet wird das Angebot durch die Qi-Max-HL-Damen-Eisen, die nichts für Fans von feingliedrigen Bestecken sind. Mit einem großen Schlägerkopf, einer breiten Sohle und erhöhter Schlägerblattlänge wirken sie im Eisen-Umfeld wie Gulliver in Lilliput. Doch das ist volle Absicht, denn die Größe der Köpfe erlaubt eine maximale Fehlertoleranz, eine hohe Flugbahn und zugleich die größte Länge. Dafür muss man natürlich Abstriche bei der aktiven Steuerung der Flugbahn in Kauf nehmen, aber wer zu diesen Eisen greift, will wie bei Google Maps in erster Linie schnellstmöglich viel Strecke machen und schert sich nicht darum, ob der Weg über Autobahnen, Mautstraßen oder Privatwege führt.



