
VICE GOLF
Ohne großen Schnickschnack kommen die neuen Wedges von Vice Golf daher. Bereits mit den VGW01 haben die Münchner bewiesen, dass sie sich nicht hinter den Platzhirschen verstecken müssen. Jetzt folgt mit den VGW02 Wedges die erste Überarbeitung, die noch mal eins draufsetzt. Wie immer hebt sich Vice von der Konkurrenz durch ein unverwechselbares Design ab. Waren es bei den VGW01 die zwölf Farbakzente, die man bei der Linie und dem Logo anpassen konnte, setzt Vice bei den VGW02 auf einen Trend, der seit Jahren bereits in der Golfarchitektur angesagt ist: Minimalismus. Die Rückseite ist komplett clean, ohne Stufen, hat als einzigen Akzent das Vice-Logo und auf der Sohle verewigen sich die Golf-Revoluzzer durch ein eingefrästes V. Der Rest des Wedges aus geschmiedetem Karbonstahl erfüllt alle technischen Erwartungen an ein modernes Kurzspiel-Werkzeug mit CNC-gefräster Sohle, die für einheitliche Bounces und Grinds sorgt. Dass die Kombinationsoptionen gering sind - die VGW02 sind in 50° (8° Bounce), 54° (10° Bounce) und 58° (6° Bounce) erhältlich -, ist dabei ein Feature und kein Bug. Denn seien wir mal ehrlich: Die Vielzahl an Kombinationen ist für die meisten von uns eher verwirrend als eine Hilfe.


TITLEIST
Nachdem sein Name in den letzten Jahren auf der Rückseite der Wedges im wahrsten Sinne des Wortes an den Rand verdrängt wurde, ist er bei den neuen SM11 Wedges wieder front and center. In drei Finishes (Nickel, Jet Black, Tour Chrome) und insgesamt sechs Sohlenformen oder Grinds erhältlich eignen sie sich für jede Bodenform. Es greift zum D-Grind, wer steil schwingt, bei vollen Schwüngen eignet sich das F, das K bietet die größte Fehlertoleranz und ist ideal für den Bunker, das M wendet sich an Spieler, die rund ums Grün auf Kreativität Wert legen, das S ist der Vielseitige unter den Grinds und der T-Grind eignet sich besonders für betonharten Untergrund. Das Problem dabei: Unterschiedliche Grinds verlagern den Schwerpunkt des Schlägers und damit die Spieleigenschaften. Vokey hat es bei den SM11 geschafft, das Center of Gravity einheitlich zu gestalten. Einen Unterschied gibt es je nach Loft dagegen bei den im Vergleich zum Vorgängermodell um fünf Prozent vergrößerten Grooves. Weil Lob Wedge und Pitching Wedge unterschiedliche Anforderungen an den gewünschten Spin haben, wurden die Grooves-Profile unterschiedlich gestaltet.

PING
Aber auch die Konkurrenz hat die letzten 30 Jahre nicht geschlafen und längst Wedges im Repertoire, deren Spieleigenschaften Vokey in Low Key sind: gleichwertig, ohne dabei auf die Pauke zu hauen. Eine Marke, die sich dabei besonders hervortut, ist Ping, die 2026 mit den S259 Wedges einen mehr als würdigen Nachfolger für die hochgelobten S159-Wedges abliefert. Tatsächlich lässt die neue Generation keine Wünsche offen. Wer Wert auf Design im Bag legt, kann zwischen dem traditionellen Chrome und dem cooleren Midnight Finish wählen. Und wer sein Bag so fein abstimmen will wie ein Tuner seinen 911er, hat die Wahl zwischen insgesamt 25 Loft-Grind-Kombinationen. Wie bei Vokey gibt es sechs verschiedene Grinds, für die man sich an anderen Lettern aus der Buchstabensuppe bedient hat: H und W für einen steilen Attack Angle - wobei W Spieler anspricht, die den Griff stark nach vorne lehnen -, B für einen flachen Attack Angle, S als Eier legende Wollmilchsau, E für alle, die Probleme haben, aus dem Bunker zu kommen, und T für mittel- bis harten Untergrund. Die beiden Letztgenannten haben dabei in diesem Jahr eine Überarbeitung erfahren mit dem Ziel, dem E-Grind in der Ansprechposition ein vertrauteres Erscheinungsbild zu geben und dem T-Grind eine steilere Fersenlinie zu verpassen, wodurch die Schlagfläche bei offenem Schlägerblatt sehr niedrig sitzt. Wie sehr Ping selbst an Kleinigkeiten arbeitet, zeigen die Griffe: Der neue Dyla-Grip ist mit Markierungen versehen, die signalisieren, wie man kürzer greift, den Schaft kippt und die Schlagfläche öffnet oder schließt. "Wir betrachten jeden Schläger als ein komplettes System", begründet CEO John K. Solheim diese Detailversessenheit. Die findet sich auch in der WebFit Wedge App wieder, die wie bei einer Dating-App mit nur wenigen Fragen den optimalen Grind für das eigene Spiel heraussucht. Allerdings hat sich die Ping-Marketingabteilung beim Namen der App eine goldene Gelegenheit entgehen lassen. Okay, Grindr ist schon vergeben, aber "Alle elf Minuten verliebt sich ein Single-Handicapper über Par-Chip" hätte doch auf der Hand gelegen.
INTERVIEW AARON LUTTRELL
PRODUKTMANAGER - TITLEIST VOKEYWie kann man einen Klassiker wie die Vokey Spin Milled Wedges noch verbessern?
Wann immer wir uns an Verbesserungen unseres Produkts machen, konzentrieren wir uns auf drei Schlüsselbereiche: Ballkontakt, -flug und Spin. Golfer, die sich in diesen Bereichen verbessern, werden ihr kurzes Spiel garantiert auf ein neues Level heben. Alles beginnt mit dem Kontakt. Hier spielt die Platzierung des Schwerpunkts eine wichtige Rolle. Daraus resultiert dann der Ballflug, den wir uns vorstellen, und im Zusammenspiel mit den Grooves ist der Ballkontakt auch für den Spin entscheidend.
Was wäre das wichtigste Element eines Wedges, um soliden Ballkontakt zu ermöglichen?
Im Designprozess beginnen wir meist mit der Sohle. Hier ist der Schliff entscheidend, der es dem Golfer ermöglichen muss, den Ball mit dem richtigen Teil der Schlagfläche zu treffen. Zu wenig Bounce oder der falsche Sohlenschliff können etwa dazu führen, dass sich das Wedge zu sehr eingräbt. Der Ball wird dann zu weit oben auf der Schlagfläche getroffen. Wie auch beim Driver wird ein solcher Fehlschlag einen zu hohen Ballflug mit zu wenig Spin und zu wenig Ballgeschwindigkeit zur Folge haben. Zu viel Bounce dagegen kann schnell zu dünn getroffenen Schlägen führen, die zu flach und zu weit fliegen. Der richtige Sohlenschliff ist entscheidend, die Leading Edge eines Wedges auf der korrekten Höhe zum Ball zu bringen und ihn somit im Sweet Spot der Schlagfläche zu treffen.
Wo auf dem Schlägerblatt liegt denn eurer Meinung nach der Sweet Spot eines Wedges?
Wir haben bei unseren Recherchen herausgefunden, dass die Grooves zwei bis fünf, von unten gezählt, die optimalen Parameter für Spin, Flughöhe und Distanzkontrolle liefern.
Für Amateur-Golfer kann die enorme Auswahl an Sohlen-Grinds und Bounce-Varianten überwältigend sein. Wie führt ihr eure Kunden durch den Dschungel der unterschiedlichen Schliffe und Winkel?
Die beste Möglichkeit, das perfekte Wedge zu finden, ist, zum Custom-Fitting zu gehen. Steht ein solches nicht zur Verfügung, sollte sich jeder Golfer Gedanken darüber machen, mit welchem Einsatzbereich für welches Wedge und mit welchem Loft er am häufigsten konfrontiert wird. Viel zu lange wurde gefragt: "Produzierst du mit deinen Eisen tiefe Divots?" War die Antwort Ja, wurde zu Wedges mit viel Bounce, im gegenteiligen Fall zu Wedges mit wenig Bounce geraten. Ich denke aber, die Wahl von Sohlen-Grind und Bounce in Wedges sollte nicht von der Art und Weise abhängig sein, wie ein Golfer seine Eisen schlägt. Denn die Schwungtechnik verändert sich, je näher man zum Grün kommt. Mit einem 60°-Wedge werden komplett andere Schläge gespielt als mit einem 52°-Wedge. Jeder Golfer sollte sich klar darüber sein, wie er seine einzelnen Wedges am liebsten einsetzt, dann wird die Auswahl der richtigen Kombination aus Grind und Bounce schon deutlich eingeschränkt und einfacher.
Man lehnt sich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass Wedges von allen Schlägern am schnellsten verschleißen und somit bei den meisten Golfern oft viel zu lange im Bag bleiben. Hast du Daten und Fakten zu diesem Thema?
Natürlich! Unsere Befragungen zeigen, dass der durchschnittliche Kaufzyklus bei Wedges in etwa vier bis fünf Jahre beträgt. Wenn man davon ausgeht, dass ein guter Golfer mindestens 25 Runden, in wärmeren Gefilden auch gerne mehr als 50 Runden pro Jahr spielt, kommt man schnell auf sehr viele Runden im Leben eines Wedges. Wir empfehlen, die Grooves der eigenen Wedges spätestens nach 75 gespielten Runden einmal zu checken. Denn zu den Runden kommen ja noch das Training und die Bunker-Schläge, die die Groove-Kanten noch schneller abnutzen lassen. Grooves sind dafür verantwortlich, Dreck und Feuchtigkeit im Treffmoment abzuleiten und somit Spin zu ermöglichen. Stumpfe Grooves führen dazu, dass der Ball im Treffmoment die Schlagfläche hinaufgleitet. Distanz- und Spin-Kontrolle werden dann zum Glücksspiel. Ich frage Golfer gerne: "Würdest du einen Driver spielen, dessen Schlagfläche eingedellt ist?" Die Antwort ist natürlich: "Niemals!" Dasselbe sollte für Wedges gelten. Verschlissene Grooves sind nichts anderes als eine kaputte Schlagfläche bei einem Driver.
Wie kann die Entwicklungsabteilung von Vokey positiv auf die Performance der Grooves und auch auf deren Lebensspanne einwirken?
In den neuen SM11 Wedges haben wir drei völlig unterschiedliche Groove-Formen für unterschiedliche Wedge-Kategorien. Pitching Wedges und Gap Wedges mit niedrigem Loft werden meist mit neutral ausgerichteter Schlagfläche gespielt, hierfür haben wir Grooves entwickelt, die besseren Spielern nicht zu viel Spin vom Fairway, aber immer noch genügend Spin aus dem Rough liefern. In den SM11 Sand Wedges kommen etwas tiefere und engere Grooves zum Einsatz, um ein Maximum an Spin zu generieren, gleichzeitig aber auch die Erde und das Gras, das im Treffmoment in die Grooves gepresst wird, schnell wieder loszuwerden. Für die Lob Wedges haben wir breitere Grooves entwickelt, die es zulassen, dass der Ball etwas mehr über die Grooves gleiten kann, wodurch Flop-Shots mit geöffneter Schlagfläche etwas einfacher werden. Zudem haben wir an den Flächen zwischen den Grooves gearbeitet. Hier kommt eine neue Schlagflächenstruktur mit angewinkelten Mikrorillen zum Einsatz, die den Ball ein klein wenig länger auf der Schlagfläche hält, um mehr Spin-Kontrolle zu garantieren.



