TAYLORMADE
Bei TaylorMades neuen Qi-Max-Eisen ist man sogar noch mutiger und biegt das Eisen 7 auf 28°, weshalb die ebenfalls verfügbaren HL-Eisen sogar gleich 3° mehr Loft spendiert bekommen. Wie bei Callaway liegt der größte Unterschied ansonsten auch hier in der Schlagfläche, die mehr Oberfläche, eine dickere Top-Line und zusätzliches Offset bietet. Beide Modelle eint, dass der Entwicklungsprozess mit dem Ohr begann. Laut einer TaylorMade-Umfrage ist die Wahl des richtigen Eisens Gefühlssache und ein Großteil des guten Gefühls macht der Ton aus, der beim Ballkontakt entsteht. Daher wurden die Qi-Max-Eisen wie ein Podcast-Studio behandelt und die Innenwände mit einer Schalloptimierung ausgestattet. Die "Klangstabilisierungsstange" reduziert Vibrationen und kreiert einen satteren Sound. Doch so wie das beste Tonstudio nichts nützt, wenn am Ende nur Blabla geredet wird, nutzt ein gut klingender Schwung wenig, wenn der Ball in die Wicken fliegt. Um dies zu verhindern, hat TaylorMade eine Schlagfläche entwickelt, die sich gleichmäßig verformen und damit einen geraderen Ballflug fördern soll. Dabei wandert der Schwerpunkt von den langen zu den kurzen Eisen langsam von unten nach oben, um statt Länge bei den Scoring-Eisen mehr Präzision zu fördern.


COBRA
Das größte Sortiment an neuen Eisen bietet 2026 Cobra, die mit dem X, MB und Tour gleich drei Varianten ihrer 3-D-gedruckten Player-Irons an den Start bringen und zusätzlich noch den King sowie den King Max für alle auf der Suche nach Game Improvement im Angebot haben. Auch die King setzen dabei auf Komponenten aus dem 3-D-Drucker.
Ein von Cobra Medaillon genanntes Insert sorgt in Kombination mit einem Katapultgewicht dafür, dass der Schwerpunkt besonders tief gesetzt werden kann und hohe, gerade Schläge leichter werden. Dies gilt auch für die mit 2° mehr Loft ausgestatteten King Max, was bei Cobras Eisen 7 allerdings immer noch nur 29,5° bedeutet. Interessanterweise geht Cobra ausgerechnet bei den 3DP-Eisen großzügiger mit den Lofts um. Beim X misst das 7er noch 29°, beim Tour sind es 31° und beim MB sogar sage und schreibe 34°. Aus diesem Grund beschreibt Cobra das MB als "fehlertolerantestes Blade, das du je gespielt hast".
Auch 2026 ist es immer noch erstaunlich, dass bei Cobra jeder Schlägerkopf aus 2.600 Lagen Edelstahlpuder gedruckt wird und so der Fantasie der Ingenieure kaum Grenzen gesetzt werden. Dadurch lassen sich zum Beispiel 60 Gramm Wolfram in Ferse und Spitze versetzen, was eine hohe Fehlertoleranz garantiert. Dennoch wendet sich das Muscle Back vor allen Dingen an Single-Handicapper. Die Tour-Eisen bieten als Blade etwas mehr Fehlertoleranz, und wer ganz auf Nummer sicher gehen will, greift zu den 3DP X, mit denen es selbst für Spieler mit Handicap 20 und darüber rund laufen sollte oder - Wortspiel beabsichtigt - wie gedruckt.

VICE GOLF
Als spielbares Blade bezeichnet auch Vice Golf ihre neuen VGI03-Eisen. Die aus einem Stück entstandenen Schlägerköpfe sind optisch mit die elegantesten Eisen, die in diesem Jahr auf den Markt kommen. Ironischerweise könnte der Look allerdings durch die individuelle Personalisierung ein wenig entwertet werden, denn je schlichter der Schläger bleibt, desto edler wirkt er. Wer sich dennoch von der Masse abheben will, kann die Hülse, das Logo und die Linie auf der Rückseite des Schlägerkopfs in einem Dutzend unterschiedlicher Farboptionen anpassen. Vor allem aber ist der VGI03 darauf ausgerichtet, die Flugbahn des Balls individuell zu konfigurieren. Zielgruppe des dritten Münchner Eisen-Modells sind Spieler, die in der Lage sind, Flughöhe und Flugkurve aktiv zu steuern, dabei aber ein wenig Unterstützung benötigen, sollte der Treffer mal nicht 100-prozentig gelingen. Wer noch größere Fehlertoleranz sucht, ist mit den letztjährigen VGI01 und vor allen Dingen mit den VGI02 besser bedient. Schließlich sind Eisen keine leicht verderblichen Produkte, die bis zum Ende der Saison aufgebraucht sein müssen.

INTERVIEW MARCO BURGER
CEO, VICE GOLFEure Debüt-Eisen dürften den meisten bekannt sein. Was hat Vice Neues?
Zunächst einmal wollten wir unserem Eisen-Line-up ein klassisches One-Piece-Blade gönnen. Die cleane Optik war uns wichtig, doch durch eine einzigartig konkave Form gelang es uns, in der Mitte des Schlägerkopfs Gewicht zu sparen, das wir in der Sohle positionieren konnten. Mit anderen Worten: Das VGI03 ist vernünftig spielbar und kann dank erstaunlicher Fehlertoleranz auch von einem Handicap-10-Spieler noch bewegt werden.
Wie war das Feedback auf eure VGI01- und VGI02-Eisen, mit denen ihr euch zum ersten Mal auf den Schlägermarkt gewagt habt?
Unsere ersten Eisen haben uns ein ganz neues Marktsegment eröffnet. Die Rückmeldung war eindeutig: Jeder liebt den Look der VGI01, in Sachen Spielbarkeit und Performance haben die VGI02-Eisen klar die Nase vorn. Damit war die Mission klar: Wir haben versucht, Optik der 01- und Leistung der 02-Eisen in einen Schlägerkopf zu packen. So wurden die VGI04 und VGI05 geboren, die ebenfalls noch 2026 erscheinen. Optisch ähneln sich beide, nur die Breite der Sohle unterscheidet sie. War es früher für höhere Handicaps nötig, ein gegossenes Eisen mit aus meiner Sicht fragwürdiger Optik zu spielen, hat man nun dank breiter Sohle die Chance auf mehr Fehlertoleranz, ohne Abstriche beim Look der Schläger hinnehmen zu müssen.
Mit welchem Element setzen sich eure Eisen von der Konkurrenz ab?
Womit wir viel Erfolg hatten, war, dass unsere Schlägerköpfe schlicht deutlich leichter als vergleichbare Konkurrenzprodukte auf dem Markt sind. Diesen Pfad sind wir weitergegangen und haben unsere neuen Eisen noch einmal zur Schlankheitskur geschickt. Insbesondere mittlere und höhere Handicaps profitieren davon, denn leichtere Schläger bieten einen höheren Ballflug, mehr Ballgeschwindigkeit und auch mehr Draw-Unterstützung.
Wie ist die Schläger-Entwicklungsabteilung von Vice aufgestellt?
Alle Entwicklungsarbeit wird von München aus gemacht und koordiniert. Insgesamt arbeiten um die 60 Menschen bei uns. Die Größen der Teams variieren je nach Entwicklungsstadium, aber als designorientierte Marke haben wir zum Beispiel immer um die zehn Mitarbeiter fest im Designteam im Headquarter sitzen. Produktspezialisten haben wir sechs, sieben im Team. Die kümmern sich jedoch um unser gesamtes Portfolio. Für die Eisen und Wedges allein sind zwei Designer und zwei, drei Produktmanager zuständig.
Ihr konzentriert euch ganz klar auf den Endverbraucher und spart euch Extravaganzen wie Tourspieler. Was steckt hinter dieser Richtungsentscheidung?
Man kann sagen, dass das gesparte Geld in die Entwicklung und die Preise für den Endverbraucher investiert wird. Wir sind eine der wenigen Marken, die keine Preisanpassungen in dieser Saison vorgenommen haben. Unser Konzept ist, erschwingliche Schläger mit Tour-Performance für Otto Normal-Golfer anzubieten. Tourspieler passen nicht zu der Markenausrichtung.
Ihr werbt nicht mit "made in Germany", sondern schreibt euch "German Engineering" auf die Schläger. Wo, denkst du, zieht dieses Label am meisten?
In den USA ist dieses Label wirklich wichtig. German Engineering ist immer noch ein echtes Qualitätsmerkmal, das es uns ermöglicht, auf diesem Markt gegen Weltkonzerne mit einem Vielfachen an Marketingbudget anzutreten.



