Am ersten Abschlag Rolle rückwärts
01.06.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Getty ImagesLange schien der Roll-back des Golfballs die beste Chance zu sein, um den Längenwahn im Profi-Golf einzudämmen. Cameron Youngs jüngste Siege bringen die These jedoch deutlich ins Wanken.
Golf hat ein Längenproblem. Die immer weiter fliegenden Drives der Profis machen klassische Golfplätze obsolet und sorgen für neue 7.000-Meter-Monster, die nicht nur kostenintensiv in der Pflege sind, sondern für die meisten Amateure keinen Spaß machen, da sie entweder daran scheitern oder zu ihren korrekten Tees halbe Weltreisen unternehmen müssen. R&A und USGA, die Hüter des Spiels auf beiden Seiten des Atlantiks, haben deshalb den Golfball aufs Korn genommen und beschlossen, ihn zu drosseln wie ein Mopedauto. Das Ziel: den Drive wenigstens 10 bis 15 Meter kürzer machen, damit die Profis statt mit Wedges das Grün wieder mit richtigen Schlägern angreifen müssen. Seit den ersten Plänen hat sich bereits viel verändert. Nicht nur die der Profis, sondern alle Bälle sollen kastriert werden und statt 2028 soll es wohl erst 2030 so weit sein.
Für die Regelpäpste ist es das Worst-Case-Szenario. Sollten sie an ihren Plänen festhalten, könnte dies dazu führen, dass Profis keinerlei Nachteile haben, langsamer schwingende Amateure aber sehr wohl Längenverluste in Kauf nehmen müssen. Wenn es R&A und USGA ernst mit ihren Plänen meinen, die Drives der Profis einzudämmen, müssen sie womöglich auch an anderen Stellschrauben drehen wie der Schaftlänge oder der Größe der Driver-Köpfe.












