BMW International Open 2026 KÖLLE ALAAF!
03.07.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): BMW GolfsportAuch nach Runde 2 der BMW International Open verteidigt der Südafrikaner Hennie du Plessis seine Führung. Doch im dicht gedrängten Verfolgerfeld finden sich ein YouTuber, ein LIV-Star und mit dem Deutschen Finn Kölle ein sensationell aufspielender Amateur.
Nach der ersten Runde der BMW International Open sah es so aus, als wollten die deutschen Teilnehmer der Nationalelf folgen und vorzeitig abreisen. Doch der Freitag brachte eine deutliche Leistungssteigerung, nach der fünf der 13 Deutschen es ins Wochenende schafften. Allen voran der beste Deutsche in der Weltrangliste, Matti Schmid, als Neunter sowie Überraschungsamateur Finn Kölle. Der Student der University of Washington, der in der Amateur-Weltrangliste auf Platz 95 liegt, legte eine blitzsaubere, bogeyfreie 67 hin und spielte sich auf den 19. Platz vor. Noch besser schlug sich aus deutscher Sicht nur Nicolai von Dellingshausen, der dank eines Birdies auf der 18 eine 66 notierte und sich so genau wie Thomas Rosenmüller und Freddy Schott in den Cut mogelte - wobei Freddy Schott dafür sogar ein Sensationseagle auf der 18 brauchte. Trotz Drive in den Fairwaybunker und ungläubiger Reaktionen der TV-Kommentatoren setzte der Sieger der Bahrain Championship seinen zweiten Schlag drei Meter an die Fahne und versenkte den Putt.
Zu den sieben Spielern, denen ebenfalls ein Eagle an der 18 lag, gehörte der Südafrikaner Hennie du Plessis, der damit seine Führung aus der ersten Runde verteidigen konnte, während sein Co-Führender Landsmann Jayden Schaper mit einer schwachen 73 auf Platz 19 zurückfiel. Dass du Plessis dennoch nicht durchatmen kann, liegt an einigen überragenden Leistungen im Verfolgerfeld. Der Engländer Jack Senior etwa, der, anders als sein Name suggeriert, erst 37 Jahre alt ist, legte mit einer 65 die beste Runde des Tages hin und schob sich von Platz 39 auf den zweiten Rang nach vorne, schlaggleich mit dem Südafrikaner Michael Hollick und LIV-Legionär Carlos Ortiz. Der Mexikaner scheint sich bei seinem ersten Auftritt in München pudelwohl zu fühlen und spielte seine zweite 67er-Runde in Folge.
Auch zum ersten Mal in München ist der Amerikaner Brad Dalke. Der ehemalige Zweite der US Amateur Championship hatte mit einer Profikarriere eigentlich schon abgeschlossen. Weil die Erfolge ausblieben, wechselte er zu YouTube, wo er seit 2023 als Teil der "Good Good"-Truppe eine große Fangemeinde angesammelt hat. Erst letzte Woche verkündigte er seinen Rückzug, um sich einem Krankheitsfall in der Familie zu widmen. Mit einer 66 in der zweiten Runde wurde der 28-Jährige nicht nur seiner Sponsoreneinladung gerecht, er hat auch gute Argumente für eine mögliche YouTube-Selbstständigkeit in der Zukunft gesammelt.
Weniger erfolgreich verlief der Freitag dagegen für einige große Namen, die bereits frühzeitig ihre Koffer packen müssen, darunter zwei weitere Masters-Sieger. Nachdem Danny Willett verletzungsbedingt zurückzog, erlebte der Mann, dem er das Grüne Jackett anzog, einen rabenschwarzen Tag. Mit einer 79 schoss sich Sergio Garcia ebenso aus dem Rennen wie Patrick Reed, der zwar unter Par blieb, aber keinen Boden gutmachte. Zu den weiteren Cut-Opfern zählte der kommende spanische Superstar Angel Ayora, der Joburg-Open-Gewinner Dan Bradbury sowie die letzten drei Gewinner der BMW International Open: Dan Brown, Ewen Ferguson und Thriston Lawrence.












