BMW International Open 2025 - Michael Hollick gewinnt sensationell die BMW International Open Michael Hollick, Sieger der BMW International Open 2026
Michael Hollick, Sieger der BMW International Open 2026

BMW International Open 2025 Michael Hollick gewinnt sensationell die BMW International Open

05.07.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): BMW Golfsport

Lange Zeit sah Hennie du Plessis wie der sichere Sieger der BMW International Open aus. Doch dann machte es sein Landsmann Michael Hollick wie Manchester United im Champions League Finale 1999 und setzte zwei Knockout-Treffer.

Ein gutes Schlussloch für Profiturniere sollte die Möglichkeit bieten, noch einmal aufzuholen, und das Risiko, alles zu verlieren. Was das angeht, hat die 18 in München-Eichenried in dieser Woche seinen Dienst getan. Die Negativseite bekam Nicolai von Dellingshausen zu spüren, der seinen Drive ins Wasser schlug, den Ball fand und dann wieder im Wasser landete und mit einem Doppelbogey knapp 14.000 Euro verlor. Das Reward zum Risk fand dagegen Michael Hollick. Der als Führender in die Schlussrunde gegangene Südafrikaner hatte seine zwei Schläge Vorsprung auf Landsmann Hennie du Plessis bereits nach neun Löchern aufgebraucht, als er einen Schlag verlor und du Plessis ein Birdie spielte. Zwei Löcher vor Schluss schien die Messe bereits gelesen, als du Plessis zwei weitere Birdies spielte und Hollick an der 16 das Bogey notierte. Doch anders als der Kapitän der Titanic konnte Hollick noch einmal das Ruder herumreißen.




An der 17 gelang ihm nach einem brillanten Schlag zwei Meter an die Fahne das Birdie, während du Plessis nach einem Bogey nur noch einen Schlag vorne lag. Und als der Drive von du Plessis an der 18 den Fairwaybunker fand, während Hollick auf aggressivster Linie das Wasser überwand, war alles wieder offen. Tatsächlich deutete viel auf ein Playoff hin, nachdem du Plessis einen 4-Meter-Putt zum Birdie hatte und Hollick knapp sieben Meter vom Eagle trennten. Doch Hollick konnte vorlegen, lochte seinen Putt und setzte seinen Kontrahenten damit so sehr unter Druck, dass dieser nicht nachziehen konnte. Mit einem der spektakulärsten Finishes der BMW-International-Open-Geschichte hatte der 39-jährige Rookie (!) Hollick seinen ersten Sieg auf der DP World Tour eingefahren.




Dabei war er trotz seiner Führung nicht als Favorit auf die letzten 18 Löcher gegangen. Viele hatten auf Carlos Ortiz gesetzt, der die LIV-Zwangspause für einen Ausflug nach München nutzte. Doch der Mexikaner konnte aus seiner guten Ausgangslage ebensowenig etwas machen wie der Österreicher Bernd Wiesberger. Mit einer 72 bzw. 71 traten sie ebenso auf der Stelle wie die deutsche Hoffnung Thomas Rosenmüller. Der Münchner lag zwischenzeitlich drei über Par, bevor er sich mit einem Tap-in-Eagle zurück auf Platz 6 kämpfte und mit 91.714 Euro sechsmal so viel Preisgeld einspielte wie in seiner bisherigen Saison auf der Korn Ferry Tour.

Wie Rosenmüller konnten auch die anderen Deutschen nicht an ihren verheißungsvollen Samstag anknüpfen. Bei anspruchsvollen Bedingungen gelang es keinem aus dem Quintett, unter Par zu spielen. Freddy Schott fiel mit einer 73 auf Platz 16 zurück, Nicolai von Dellingshausen (23.) verbesserte sich mit Even Par ebenso vier Plätze auf Rang 23 wie Matti Schmid, und Amateur Finn Kölle beendete seinen Profi-Ausflug nach einer 74 auf einem beachtlichen 30. Platz.

Damit ließ er unter anderem Jayden Schaper hinter sich, der nach seiner Führung vom Donnerstag seinen Absturz mit einer 78 fortsetzte und auf Platz 59 landete. Auch der dänische PGA-Tour-Spieler Rasmus Neergaard-Petersen (56.) oder LIV-Profi Abraham Ancer (50.) konnten von Kölles Ergebnis nur träumen. Den größten Sprung am Sonntag machten zwei Franzosen. Victor Perez verbesserte sich mit einer 67 noch von Rang 42 in die Top 10, und Romain Langasque katapultierte sich mit dem gleichen Resultat von Platz 53 auf Rang 16, was ihm 22.000 Euro mehr auf das Konto spülte. Doch die größten Gewinner der 37. BMW International Open waren die 58.000 Fans, denen vier Tage hochklassiges Golf geboten wurde - und ein Finale, über das man noch in Jahren reden wird.