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Amundi German Masters

Golf mit Zukunftsperspektive

Von Rüdiger Meyer, Fotos: U.com/Pemöller

Mit dem Umzug nach Hamburg ging das Amundi German Masters 2025 ein großes Risiko ein - und wurde belohnt. Entsprechend groß ist die Erwartung für die Rückkehr, die mit einem früheren Termin neue Herausforderungen bietet, aber gerade aus deutscher Sicht wieder ein exzellentes Feld hat.

Gutes Rad ist teuer. Diese Erfahrung mussten die Veranstalter des Amundi German Masters im vergangenen Jahr machen. Seit der Austragung der European Open ist das Riesenrad zum Wahrzeichen des Nordkurses von Green Eagle geworden. Doch in diesem Jahr wird es erstmals nicht den Weg zum 18. Grün zeigen. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass die Veranstalter 2026 das Rad neu erfinden müssen, denn die Hamburger Erstausgabe des einzigen LET-Turniers auf deutschem Boden kann mit Fug und Recht als voller Erfolg bezeichnet werden.

Amundi German Masters:
In der PR-Kampagne für das Event wurde alles auf Esther Henseleit ausgerichtet, die große Teile ihrer frühen Profikarriere in Hamburg verbracht hat und mit ihrer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen die ideale Botschafterin für den deutschen Golfsport geworden ist. Die Chance, die eigentlich in den USA spielende Olympia-Heldin einmal auf deutschem Boden zu sehen, wollten sich viele nicht entgehen lassen, und so waren die Menschenmassen, die sie auf und nach der Runde begleiteten, wenigstens gleichwertig zu denen, die deutsche Herrenspieler bei einem European-Tour-Event haben. Von insgesamt 12.000 Zuschauern sprachen die Veranstalter, die damit den Umzug aus dem Berliner Golfclub Seddiner See ins Hamburger Umland als vollen Erfolg verbuchen konnten. Die Vorgabe für das zweite Jahr war klar: Das Zugpferd Esther Henseleit muss zurückkommen. Das Problem nur: Die LPGA Tour hat 2026 ihren Spielplan so verändert, dass mit der Women's PGA Championship ausgerechnet ein Major auf den Platz des Amundi German Masters fällt. Es musste ein Ersatztermin her. Die Wahl fiel auf den 14. bis 17. Mai.

Und der Plan ging auf. Mitte April sagte Esther Henseleit zu und sorgt so dafür, dass das Starterfeld noch stärker ist als 2025. Denn in der Zwischenzeit hat auch Helen Briem die Karte für die LPGA Tour sicher und Alexandra Försterling zu der Form zurückgefunden, die sie 2024 zum Sieg beim Amundi German Masters katapultierte. Doch auch abseits der deutschen Starterinnen besteht Hoffnung auf ein noch hochkarätigeres Feld. Schließlich sind wir in einem Solheim-Cup-Jahr und jede Woche zählt für den Platz im Team Europa. Zudem haben viele Spielerinnen, die 2025 aus Sorge um die Schwierigkeit des Platzes nicht antraten, gemerkt, dass sie nicht die Vampirjägerin "Buffy" sein müssen, um das Grüne Monster zu besiegen.

Amundi German Masters: Amundi German Masters:
INFOS & DETAILS

AMUNDI GERMAN MASTERS POWERED BY VCG 2026


DATUM
14. bis 17. Mai 2026
ORT
Green Eagle Golf Courses
ADRESSE
Radbrucher Str. 200
21423 Winsen (Luhe)
PARKEN
Am Golfplatz kostenlose Parkplätze für Autos und Camper.
TICKETPREISE
Tagestickets Do./Fr. 22 Euro*
Tagestickets Sa./So. 33 Euro*
Wochenticket 80 Euro*
Garden Lounge Ticket (Do-So) 155 Euro*
VIP Garden Lounge Ticket (Do-So) 295 Euro*

* Kinder unter 13 Jahren in Begleitung Erwachsener frei

Beim Rahmenprogramm ist sich Turnierdirektor Dirk Glittenberg sicher, auch ohne Riesenrad ein Programm zu bieten, das keine Wünsche offenlässt: "Das Riesenrad ist ein schöner Eyecatcher, aber wir wollen etwas machen, das die Leute wirklich nutzen können. Wo das Riesenrad stand, entsteht jetzt unser neues Public Village. Dort wird ein DJ sein, es gibt eine kleine Bühne, verschiedene Hamburger Foodtrucks und Aussteller, die ihre Produkte anbieten." Dies ist insofern besonders relevant, da in diesem Jahr sogar der traditionell schwächer besuchte Donnerstag ein Publikumsmagnet sein könnte, da er auf den Feiertag Himmelfahrt fällt. An dem Wochenende gibt es zwar große sportliche Konkurrenz mit dem Deutschen Spring- und Dressurderby, dem ATP-Turnier am Hamburger Rothenbaum sowie dem vielleicht Klassenerhalt entscheidenden letzten Heimspiel des FC St. Pauli, aber Glittenberg sieht sein Turnier dennoch gut aufgestellt: "Konkurrenz gibt es immer. Am Ende entscheidet jede Familie individuell: Reitsport, Fußball, Tennis oder Golf. Unser Ziel ist es, ein starkes Event mit guter sportlicher Qualität zu liefern. Vieles regelt sich von selbst, wenn dann am Wochenende eine Deutsche um den Sieg spielt." Vielleicht auch die Zukunft des Turniers.

Amundi German Masters:
Hauptsponsor Amundi ist auf jeden Fall noch im kommenden Jahr an Bord und auch einem weiteren Engagement gegenüber nicht abgeneigt. Doch Dirk Glittenberg träumt von mehr: Er hofft, das Amundi German Masters in den kommenden Jahren zu einem der bedeutendsten Turniere der Ladies European Tour auszubauen. Wenn das gelingen soll, braucht es jedoch weitere Partner und Unterstützung von ganz oben. Da trifft es sich gut, dass Tom Phillips, der neue CEO der LET, in Green Eagle seinen Amtsantritt feiert und mit Christie Quinn sogar die Vizepräsidentin der LPGA für einen Besuch vorbeikommt. Sie soll am Donnerstag vor allem begeisterte junge Mädchen zu Gesicht bekommen, denn bei der Aktion "Golf Like a Girl" erhalten Mädchen im Alter von acht bis 15 Jahren nicht nur kostenlosen Eintritt, sondern es gibt auch eine Mitmach-Rallye und die Chance, sich selbst am Golfschläger zu versuchen. Und wer weiß, vielleicht ist eine von ihnen dann in fünf bis zehn Jahren die neue Esther Henseleit, für die das Publikum nach Green Eagle strömt.

 
INTERVIEW

INTERVIEW

DIRK GLITTENBERG

TURNIERDIREKTOR

Wie fällt eure Bilanz zu Jahr eins in Green Eagle aus?
Wir waren angenehm überrascht, dass über 12.000 Menschen gekommen sind. Es hat sicher geholfen, dass Esther als Lokalmatadorin im Jahr zuvor die Silbermedaille in Paris gewonnen hat. Ich glaube aber, dass niemand von der Anlage gegangen ist und gesagt hat, es sei ein schlechtes Erlebnis gewesen. Daher hoffe ich, dass dieses Jahr noch mehr kommen. Verbesserungspotenzial gibt es natürlich immer. Wir wollen für die Zuschauer noch mehr bieten. Wir haben wieder tolle Caterer vor Ort, wir haben ein neues Public Village und versuchen, das Turnier jedes Jahr weiterzuentwickeln. Das ist natürlich immer eine wirtschaftliche Frage, aber wir sind da guter Dinge.

Im Vorfeld gab es viele Diskussionen, ob der Platz für ein Damenturnier überhaupt geeignet ist. Wie war das Feedback der Spielerinnen?
Das ist immer gemischt. Die Topspielerinnen haben gesagt: "Endlich mal eine richtige Herausforderung!" Die Spielerinnen, die weiter hinten im Feld waren, haben eher gesagt: "Das ist ein echter Brocken." Das ist im Golf einfach so: Wer gut spielt, findet den Platz gut. Wer schlecht spielt, ist eher kritisch. Aber generell geht die Entwicklung im Profi-Golf dahin, dass die Plätze schwerer und anspruchsvoller werden - und da sind wir hier genau richtig. Dieses Jahr werden wir an einigen Abschlägen sogar noch weiter nach hinten gehen. Die Spielerinnen sind inzwischen so stark, dass das absolut gerechtfertigt ist.

Ihr seid jetzt von Ende Juni auf Mitte Mai gegangen. Ist das nicht riskant?
Meteorologisch würde man vielleicht sagen, Juni wäre besser. Aber im Juni hätten wir aufgrund der Kalenderänderungen keine Chance gehabt, die deutschen Topspielerinnen hier zu haben. Deswegen freuen wir uns sehr über diese Woche, weil wir jetzt sagen können: Esther Henseleit, Helen Briem, Alexandra Försterling - alle werden kommen.

Sorgst du dich wegen des Wetterrisikos?
Ich glaube nicht, dass der Unterschied zwischen Mai und Juni meteorologisch entscheidend ist. Es kann auch im Juni regnen. Am Ende ist das Wetter immer ein Glücksspiel. Und je mehr man Richtung Hochsommer geht, desto mehr Menschen verliert man bei 30 Grad an den Strand. Wir sind das erste Profiturnier der Saison - da ist die Motivation groß.

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