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Top Ten

German Engineering

Von Rüdiger Meyer, Fotos: Getty Images

Präzise, effizient, hochwertig: Diese zehn Golfer haben die Qualitäten der Wirtschaft auf den Golfplatz gebracht und die besten Runden im deutschen Profi-Golf erzielt.

10: 61 – HURLY LONG - 2017
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HURLY LONG - 2017

Es gibt schlechtere Orte für einen Platzrekord als Pebble Beach. Das Golfmekka am Pazifik beherbergt nicht nur jedes Jahr beim Pebble Beach Pro-Am die Stars der PGA Tour und ihre zahlungskräftigen Amateur-Begleiter, es ist seit 2011 auch Schauplatz des Carmel Cup. Beim jährlichen Match einiger der besten College-Teams des Landes durfte 2017 Texas Tech teilnehmen und damit auch Hurly Long. Nach einer 69 in der ersten Runde legte der Mannheimer los wie die Feuerwehr und lag nach sechs Löchern 6 unter Par. Selbst ein Bogey an der 8 konnte das Momentum nicht stoppen. Mit sechs Birdies auf den Back Nine hielt Long den Platzrekord, bis Wyndham Clark 2024 eine 60 schoss.

09

61

MICHAEL HIRMER - 2025

Bei der Bonmont Pro Golf Tour im schweizerischen Chéserex lag Michael Hirmer bereits sechs Schläge zurück und wollte eigentlich nur ein sauberes Finale hinlegen, um ein paar zusätzliche Punkte für die Gesamtwertung zu sammeln. Doch sein Putter hatte andere Pläne. Das heiße Gerät hatte bereits auf den Front Nine für fünf Birdies und ein Eagle gesorgt und dafür, dass sich der Bayer plötzlich wieder Hoffnungen auf den Titel machen durfte. Zwar legte Hirmer auf den Back Nine nur noch drei Birdies nach, das reichte auf dem Par 71 dennoch für eine 61, die Einstellung des Platzrekords und den Sieg.

08: 61 – MARCEL SIEM - 2023
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ANTON ALBERS - 2025

Die Challenge de España lief für Anton Albers alles andere als gut. Nach 36 Löchern lag er nur zwei Schläge über der Cutlinie und am Moving Day legte der Hamburger den Rückwärtsgang ein und fiel auf Platz 61. Während er sich am Samstag über diese Zahl ärgerte, löste sie am Sonntag Glücksgefühle aus, denn dort stand die 61 nicht bei der Platzierung, sondern auf der Scorekarte. Im Fontanals Golf Club spielte Albers auf seinen ersten 14 Löchern zehn Birdies und träumte kurz von einer 59. Doch mit vier Pars in Folge begnügte er sich mit der 61 und katapultierte sich im Leaderboard auf Platz fünf.

07: 61 – MARCEL SIEM - 2023
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MARCEL SIEM - 2023

Hätte man Marcel Siem gesagt, dass er schlaggleich mit Jon Rahm in die Finalrunde der Open de España geht, hätte er es wohl genommen. Unglücklicherweise fanden sich beide nach 54 Löchern eigentlich chancenlos auf Platz 34 wieder. Doch statt zu verzagen, schaltete Siem in den Angriffsmodus, setzte sich vor dem Start eine 61 als Ziel und begann minutiös damit, sie umzusetzen. Nach einem Birdie an Loch 2 wirkten die ersten beiden Par 5 wie ein Brandbeschleuniger für die Runde. An Loch 5 gelang Siem ein Eagle und der Schlaggewinn an Bahn 7 leitete einen Birdie-Run über vier Löcher ein. Selbst die kalte Dusche mit einem Bogey an der 12 warf den impulsiven Deutschen nicht aus der Bahn. Er konterte mit zwei Birdies und einem Zauberschlag an der 15: Nach einem Drive ins Rough pitchte er zum Eagle ein und begann zu träumen. "Es ist ziemlich cool, vom 15. Loch an über eine 59 nachzudenken." Sogar an der 18 hatte er noch die Chance auf die magische Nummer, war aber etwas zu aggressiv und verschob den Putt zur 60.

06

60

NICOLAS MEITINGER - 2010

Als Nicolas Meitinger 2010 im schwedischen Båstad Golfklubb zum The Princess Turnier auf der Challenge Tour antrat, kam es ihm nicht nur wegen des Wahrzeichens auf dem Platz so vor, als führe er einen Kampf gegen Windmühlen. In der ersten Runde lief beim damals 26-Jährigen nichts zusammen. Nach einer 73 lag er auf dem 106. Platz und hatte gerade einmal drei Birdies zusammenbekommen. In Runde zwei brauchte er für die gleiche Zahl gerade einmal drei Löcher. Tatsächlich schaffte er sogar vier in Folge. Dass die Serie danach abriss, lag schlicht daran, dass Meitinger ein Eagle erzielte. Nach neun Löchern hatte er gerade mal 27 Schläge gebraucht, nach 16 Löchern zwei weitere Birdies und ein zweites Eagle hinterhergeschoben. Zwei Pars zum Ende und die sagenumwobene 59 wäre in trockenen Tüchern gewesen. Doch ausgerechnet auf dem letzten Par 5 leistete er sich das einzige Bogey. "So etwas passiert. Ansonsten hatte ich einen tollen Lauf, das war meine beste Turnierrunde überhaupt", kommentierte er nach der Runde. Davon war am Tag darauf nichts zu spüren. Eine 76 machte alles wieder kaputt. Ein Kampf gegen Windmühlen eben.

05

60

TOBIAS DIER - 2002

Bevor Oliver Fisher 2018 die erste 59 schoss, war eine 60 auf der European Tour das Nonplusultra. 2002 zog Tobias Dier bei der Dutch Open als zehnter Spieler in diesen exklusiven Club ein. Im Hilversumsche Golf Club legte der Nürnberger eine unglaubliche Konstanz an den Tag. Erst nach 40 Löchern leistete er sich sein erstes Bogey, dafür hagelte es Birdies. Gleich das erste Loch des Turniers schloss Dier mit einem Schlaggewinn ab, weitere Birdies folgten an der 4, 5 und 8. Doch das war nur das Vorgeplänkel für eine unglaubliche Back Nine, auf der Dier bis zur 17 fünf weitere Birdies folgen ließ. Mit 9 unter Par ging er auf das Tee des letzten Par 5, wo er alles für eine Wiederholung des Pro-Am vom Mittwoch gegeben hätte, als ihm ein Albatross gelang. Dieses Mal ging Diers zweiter Schlag nicht ins Loch, aber aufs Grün, wo er den Eagle-Putt zur 59 nur knapp verfehlte. Dass er drei Tage später seinen zweiten European-Tour-Sieg holte, war allerdings mehr als nur ein Trost.

04: 60 – BERNHARD LANGER - 1997
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BERNHARD LANGER - 1997

Auch in den hohen 60ern spielt der gebürtige Anhausener immer noch Runden in den tiefen 60ern. Doch sein Ergebnis aus der dritten Runde des Linde German Masters am Motzener See bleibt unerreicht. Eine Woche nach dem Ryder-Cup-Triumph in Valderrama machte ein Elitefeld in Berlin halt, zu dem auch Phil Mickelson gehörte. Doch der Lokalmatador spielte in einer anderen Sphäre. Am Ende des Turniers hatte Langer sechs Schläge Vorsprung auf Colin Montgomerie, die er vor allem am dritten Tag herausarbeitete. Mit der Wut aus der zweiten Runde im Bauch, als er auf dem letzten Loch aus einem alten Divot ins Wasser schlug, ging der zweifache Masters-Sieger auf Angriff. Nach Birdies auf der 2 und 4 chippte er auf der fünften Bahn zum Eagle ein, machte einen Drei-Putt an der 6 mit Birdies auf der 7, 8 und 9 wett und ließ auf den Back Nine eine lockere 29 folgen. "Das war das Beste, was ich je gespielt habe, ich habe noch nie im Turnier 12 unter Par gespielt", freute sich Langer auf dem Weg zum 38. European-Tour-Sieg.

03

59

HINRICH ARKENAU - 2017

Wer eine richtig niedrige Runde spielt, hat in der Regel einen Putter, der so heiß ist wie ein Sonnenbad auf der Venus. Bei Hinrich Arkenau war es anders. "Ich hatte erst an der 18 einen Dreimeter-Putt. Bis dahin habe ich die Annäherung alle ungefähr einen Meter an die Fahne gelegt und sogar noch zwei Eagle-Chancen hauchdünn verpasst", erklärte er seine 59 in der ersten Runde der Sparkassen Open 2017. Dabei war nach den ersten drei Löchern im Bochumer Golfclub noch nicht zu erahnen, was folgen sollte. Arkenau lag gerade einmal eins unter Par und damit noch hinter zahlreichen Konkurrenten. Doch ab Bahn 4 brachen alle Dämme. Auf den 15 folgenden Bahnen notierte der Niedersachse gerade einmal drei Pars, die anderen zwölf Bahnen absolvierte er mit Birdie und hatte eine makellose 59 zu Buche stehen. Der Jubel klang auch zwei Tage später nicht ab, als Arkenau mit 24 Schlägen unter Par das Pro-Golf-Tour-Event für sich entschied.

02: 59 – MARTIN KAYMER - 2006
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MARTIN KAYMER - 2006

2006 war der Mettmanner bereits ein aufgehender Stern am deutschen Golfhimmel. Doch bei der Habsberg Classic etablierte er sich endgültig als Fixstern am Firmament. Drei Wochen zuvor hatte er bei der Friedberg Classic die Konkurrenz in Grund und Boden gespielt und auch nach der ersten Runde der Habsberg Classic lag er dank einer 68 bereits auf Platz zwei. Doch die zweite Runde begann mit einem Fehlstart. Nach einem Bogey auf der 2 lag Kaymer eins über Par - nicht gerade der Stoff, aus dem Rekordrunden gemacht sind. Doch dann spielte sich Kaymer in einen wahren Birdie-Rausch: Auf den sieben verbliebenen Löchern der Front Nine notierte er sechs und auf den Back Nine toppte er diesen Traumwert sogar noch. Mit sechs Birdies und einem Eagle brachte Kaymer die 59 ins Clubhaus und ließ dabei gar eine noch historischere Runde liegen. Ausgerechnet auf der 17, dem kürzesten Par 5 des GC Am Habsberg, verpasste der spätere Zweifach-Major-Sieger den Schlaggewinn. Dennoch stand die 59. Dass er am Tag darauf sogar noch eine 62 nachlegte, ist fast genauso bemerkenswert. Am Ende lag er sage und schreibe zehn Schläge vor dem Zweitbesten.

01: 58 – STEPHAN JÄGER - 2016
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STEPHAN JÄGER - 2016

Mit "Fabelrunde" verbindet man im wörtlichen Sinn Kim Jong-ils angebliche elf Hole-in-ones. Doch im gebräuchlichen Sinn ist es vor allem Stephan Jägers erste Runde bei der Ellie Mae Classic 2016, als der Münchener als dritter Mensch auf einer Profi-Tour überhaupt eine 58 spielte. Bei einem so niedrigen Score würde man vermuten, dass Jäger die Par 5 mit Eagles auseinandergenommen oder ein-, zweimal glücklich vom Fairway eingelocht hat. Doch weit gefehlt: Es war eine 58er-Runde aus der Arbeiterklasse: Fairways, Greens, Putts. Das vielleicht Verblüffendste an der 58: Jäger leistete sich sogar einen Drei-Putt und notierte an einem der leichtesten Par 5 "nur" das Par. Am Ende der Runde hatte Jäger vier Schläge Vorsprung auf den Zweitplatzierten, einen gewissen Xander Schauffele.

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