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Royal Flush

Von Rüdiger Meyer

44 Golfclubs auf den britischen Inseln haben vom Königshaus einen royalen Titel verliehen bekommen. Doch wie es sich für ein imperialistisches Königreich gehört, macht man nicht an den Landesgrenzen halt. Diese zehn ausländischen Golfclubs haben die Monarchen ebenfalls in den Adelsstand erhoben.

10: ROYAL MONTREAL – KANADA, 1884 / KÖNIGIN VICTORIA
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ROYAL MONTREAL

KANADA, 1884 / KÖNIGIN VICTORIA

Im Jahr 1867 schlossen sich drei britische Kolonien zum Bundesstaat Kanada zusammen. Anders als der südliche Nachbar USA sagte man sich aber nicht vom Königshaus los, sondern erkannte Queen Victoria weiterhin als Staatsoberhaupt an. So war es nur logisch, dass Royal Montreal 1884 als erster Golfclub außerhalb Großbritanniens den royalen Status verliehen bekam. Als ältester Golfclub Nordamerikas, der bis heute Bestand hat, erwies sich der Privatclub dieser Ehrenbezeugung mehr als würdig. Zwischen 1904 und 2001 war Royal Montreal Austragungsort von acht Canadian Open, zudem war er zweimal Schauplatz des Presidents Cup. Zwar hatten die Internationalen beide Male das Nachsehen, aber 2007 besiegte Local Hero Mike Weir den großen Tiger Woods im Einzel.

09: ROYAL MALTA – MALTA, 1888 / KÖNIGIN VICTORIA
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ROYAL MALTA

MALTA, 1888 / KÖNIGIN VICTORIA

1814 wurde Malta nach Napoleons Niederlage zum Teil des britischen Empire. Doch um es wirklich britisch zu machen, brauchte es noch zwei Dinge: einen Cricket- und einen Golfplatz. 1888 errichteten britische Soldaten beides in Marsa. Dass der Neunlochplatz sich direkt bei der Gründung Royal Malta nennen durfte, hatte nichts mit der Qualität zu tun. Die Grüns bestanden aus Beton mit Sandüberzug und die mit Steinwänden umfassten Löcher glichen eher Bowlingbahnen mit hochgezogenen Bumpern. Doch glücklicherweise diente der Duke von Edinburgh, Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha, zu dieser Zeit ebenfalls in Malta und wurde Gründungsmitglied. Bereits das war Grund genug für Mutti Victoria, dem Club direkt nach der Eröffnung ihren royalen Segen zu geben.

08: ROYAL CALCUTTA – INDIEN, 1905 / KÖNIG GEORG V.
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ROYAL MELBOURNE

AUS, 1895 / KÖNIGIN VICTORIA

Der West Course von Royal Melbourne gilt als einer der besten Plätze der Welt, daher erscheint es nur logisch, dass er einen royalen Titel trägt. Allerdings existierten die heutigen Bahnen noch nicht, als Queen Victoria nur vier Jahre nach der Gründung die hoheitliche Ehrung verlieh. Damals lagen sie noch nahe der Pferderennbahn in Caulfield, doch die Expansion der Stadt führte dazu, dass der Golfplatz 1901 zwölf Kilometer weiter nach Süden verlegt werden musste. Im Nachhinein ein Segen, denn die Originalwiese war schnell zusammengeschustert worden. Die neue Location entstand auf dem Gelände des heutigen öffentlichen Sandy Golf Links, neben dem Alister MacKenzie 1926 mit den West- und East-Kursen zwei Plätze errichtete, die die royale Anerkennung tatsächlich verdienten.

07: ROYAL CALCUTTA – INDIEN, 1905 / KÖNIG GEORG V.
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ROYAL CALCUTTA

INDIEN, 1905 / KÖNIG GEORG V.

Massenhinrichtungen, Hungersnöte und eine menschenverachtende Landesteilung: Die Kolonisation Indiens hat einige der größten Gräueltaten Großbritanniens hervorgebracht. Zu den wenigen positiven Aspekten gehört die Popularisierung des Golfsports. 1829 entstand mit dem Dum Dum Golfing Club der erste Golfclub außerhalb Großbritannien. Er entstand auf dem Gelände des heutigen Flughafens, bevor man 1910 den endgültigen Standort fand. Zu jener Zeit plante König Georg V. gerade einen Besuch Kalkuttas und der Club nutzte 1911 die Chance, um bei der Lokalregierung eine Bewerbung für einen royalen Titel einzureichen. Ein Jahr später stimmte Georg V. zu - passend zur Eröffnung neun weiterer Bahnen, die Royal Calcutta zum vollwertigen 18-Loch-Platz machten.

06: ROYAL COLOMBO – SRI LANKA, 1928 / KÖNIG GEORG V.
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ROYAL COLOMBO

SRI LANKA, 1928 / KÖNIG GEORG V.

Multisportanlagen sind gerade schwer in Mode, doch in Sri Lanka hat man sie bereits im 19. Jahrhundert erfunden. Auf dem Galle Face Green wurden Fußball, Polo, Cricket, Golf und Rugby gespielt. Doch gerade die Golfer, die sich 1879 im Colombo Golf Club zusammengetan hatten, sehnten sich nach einem richtigen Platz. Die Gelegenheit ergab sich, als Sir West Ridgeway zu Ceylons neuem Gouverneur berufen wurde. Der begeisterte Golfer erlaubte 1896 die Umwandlung einer ungenutzten Farm. Kurz vor dem 50. Geburtstag des Colombo Golf Club erlaubte König Georg V. die Nutzung der königlichen Namens. Vielleicht auch, weil der Club damals noch der feinen britischen und europäischen Gesellschaft vorbehalten war. Erst 1936 wurden Menschen aus dem damaligen Ceylon aufgenommen.

05: ROYAL HARARE – SIMBABWE, 1929 / KÖNIG GEORG V.
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ROYAL HARARE

SIMBABWE, 1929 / KÖNIG GEORG V.

In Simbabwe oder, wie es die Briten einst nannten, Südrhodesien nahm die Golfgeschichte im Bulawayo Golf Club ihren Anfang. Erst vier Jahre später bekam auch die Hauptstadt Fort Salisbury mit dem Salisbury Golf Club einen Golfplatz, der schließlich 1901 an seinen heutigen Ort umzog. Die britische Monarchie trat damals nur indirekt auf, vielmehr wurde das Land zu der Zeit von der British South Africa Company verwaltet und ausgebeutet. Erst 1923 wurde Südrhodesien zur britischen Kronkolonie und bald darauf flatterte die Bitte, dem Club einen royalen Titel zu verleihen, auf den Schreibtisch von König Georg V. Der sagte zu, obwohl er das Land persönlich nie besuchte. Nach der Unabhängigkeit Simbabwes im Jahre 1980 wurde die Hauptstadt von Salisbury in Harare umbenannt und mit ihr der Club.

04: ROYAL NAIROBI – KENIA, 1935 / KÖNIG GEORG V.
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ROYAL NAIROBI

KENIA, 1935 / KÖNIG GEORG V.

In gut 25 Jahren Regentschaft verlieh König Georg V. stattlichen 23 Golfclubs einen royalen Titel - nur seine 64 Jahre regierende Großmutter Victoria kam auf noch mehr. Dies liegt daran, dass Georg ein begeisterter Golfer war (auch wenn ihm das Zitat "Golf macht mich immer so verdammt wütend" zugeschrieben wird). Der letzte Club, dem der König die Ehre eines royalen Titels zukommen ließ, war der Royal Nairobi Golf Club. Bereits 1929 hoffte man in Kenia auf diesen Status, doch das Gesuch wurde nicht an den Buckingham Palast weitergereicht. Erst 1935 fand die Petition den Schreibtisch von Georg V. - verbunden mit dem Hinweis, sein Sohn Eduard habe hier oft gespielt und sei Ehrenmitglied. Und so dauerte es nur wenige Wochen, bis der Regent seine Zustimmung zu dem Anliegen signalisierte.

03: ROYAL MARIENBAD – TSCHECHIEN, 2003 / ELISABETH II.
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ROYAL MARIENBAD

TSCHECHIEN, 2003 / ELISABETH II.

Dass ein tschechischer Club vom britischen Königshaus die royale Ehrung erhält, wirkt abseitig. Schließlich waren weder Tschechien noch seine staatlichen Vorgänger je unter britischer Herrschaft. In diesem Fall ist die Verbindung persönlicher Natur. Elisabeths Urgroßvater Eduard VII. war einer der ersten Mitglieder des 1905 eröffneten Clubs in Marienbad und wohnte sogar der Eröffnung des Clubhauses bei. Diese Verbindung brachte den Clubpräsidenten Oldrich Tobrman 2002 auf die Idee, die britische Königin um die sogenannte "Royal Patronage" zu bitten. Mit etwas Unterstützung der 1939 nach Großbritannien geflüchteten tschechischen Golferin Lady Luisa Abrahams kam ein Jahr später die Zusage. Und 2005 unterstrich Prinz Edward die königliche Verbindung mit einem Besuch zum 100. Jubiläum des Clubs.

02: ROYAL AUCKLAND – NEUSEELAND, 2010 / ELISABETH II.
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ROYAL AUCKLAND

NEUSEELAND, 2010 / ELISABETH II.

Bevor Elisabeth II. 1952 den Thron bestieg, hatten gerade einmal zwölf Nationen ihre Unabhängigkeit vom britischen Königreich erlangt. Während ihrer Regentschaft waren es 48. Ihr Streben nach internationaler Versöhnung zeigt sich auch bei der Wahl der Clubs, denen sie einen royalen Titel verlieh. Unter den neun Clubs war mit Royal Troon nur ein britischer, dafür fanden sich aber erstmals zwei neuseeländische darunter: Royal Wellington (2004) und Royal Auckland. Den Anstoß für Letzteren lieferte ausgerechnet Epstein-Buddy und Ex-Prinz Andrew Mountbatten bei seinem Auckland-Besuch 2007. Drei Jahre später reichte Premierminister John Key den offiziellen Antrag beim Generalgouverneur Neuseelands ein, der ihn wohlwollend an Queen Elizabeth weitergab.

01: ROYAL HOMBURGER – DEUTSCHLAND, 2013 / ELISABETH II.
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ROYAL HOMBURGER

DEUTSCHLAND, 2013 / ELISABETH II.

Als Prince of Wales machte der spätere König Eduard VII. gleich zwei Homburger Institutionen berühmt. Als Kurgast gab er 1882 bei Hutmacher Möckel eine Kopfbedeckung in Auftrag und verhalf so dem "Homburg" zu Popularität. Sieben Jahre später half er dabei, dass der Homburger Kurpark zur Geburtsstätte von Golf in Deutschland wurde. Dort findet man auch heute noch auf sechs Löchern die Überreste des Old Course, der hauptsächliche Spielbetrieb findet aber auf dem 1981 gebauten New Course statt. Die Gründungsgeschichte und die große Nähe des britischen Königshauses zu Homburg sorgten dafür, dass Königin Elisabeth II. dem Club 2013 erlaubte, den royalen Titel zu führen. Es war der letzte Club, dem die Monarchin diese Ehre zukommen ließ. Und auch König Charles III. hat bisher nur einen Platz in den Adelsstand erhoben: den königlichen Golfplatz am Balmoral Castle.

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