
10
Heute ist das "Himalayas"-Putting-Grün der coolste Minigolfplatz der Welt, doch ihre Ursprünge haben die 18 Bahnen als Spielwiese für die Damen von St. Andrews. Weil sie nicht auf den heiligen Old Course durften und auf einem Putting-Grün mit den Caddies aneinandergerieten, baute der legendäre Old Tom Morris 1867 den weiblichen Familienangehörigen der Mitglieder ihr eigenes Refugium. 26 Jahre später kam zusätzliches, hügeliges Land hinzu, wodurch der Name "The Himalayas" entstand. Der St. Andrews Ladies Putting Club hat bis heute Bestand und 150 exklusiv weibliche Mitglieder. Seit mehr als 100 Jahren ist das Gelände allerdings für alle Spieler offen. Kostenpunkt: 4 Britische Pfund - das wohl beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das man in St. Andrews genießen kann.ST. ANDREWS
LADIES PUTTING CLUB

09
Neben dem 15. und 16. Loch des legendären West Links von North Berwick befindet sich der Children's Course: neun Par-3-Löcher, auf denen Kinder spielerisch ihre ersten Golfversuche ausüben können. Seine Ursprünge hat er jedoch als "Ladies' Links". So wie Eltern heute ihre Kinder im Bällebad des Kaufhauses abgeben, durften sich hier die Frauen austoben, während ihre Ehemänner auf dem West Links lieber unter sich blieben. 1935 hatte diese Diskriminierung ein Ende und die Damen durften sowohl den Hauptplatz als auch das Clubhaus teilen. Ihr altes Jagdrevier wurde zum Children's Course und darf bis heute nur bespielt werden, wenn man ein Kind an seiner Seite hat.NORTH BERWICK
CHILDREN'S COURSE

08
Obwohl der Pans Course nur neun Löcher und 2.173 Meter zählt, ist er ein klassischer Out-and-in-Links-Kurs, der parallel zum Championship Course verläuft. 1889 eröffnet war er die erste Heimat des Machrihanish Ladies Golf Club. Doch ausgerechnet in einer der entlegensten Gegenden Schottlands war die Geschlechtertrennung nur von kurzer Dauer. Bereits 1897 hatten die Damen Zugang zum Championship Course und sogar ihr eigenes denkmalgeschütztes Clubhaus. Entsprechend wurde der Pans Course dann auch für alle Spieler geöffnet und zu einem Spielplatz für Anfänger und alle, die nach Feierabend schnell noch mal eine Runde drehen wollten.Machrihanish
PANS COURSE
07
Der Wirral Golf Club ist einer der ersten, die speziell auf Damen ausgerichtet waren. Weil die Herren im exklusiven Royal Liverpool Golf Club ungestört bleiben wollten, fanden sie acht Kilometer entfernt im Landesinneren einen Ort, wo die weiblichen Familienmitglieder spielen konnten. Der Wirral Ladies' Golf Club wurde vom zweifachen Open-Champion Harold Hilton designt und war weniger auf Länge als auf strategische Finesse ausgelegt. Männer waren bis 1951 nur als "assoziierte Mitglieder" erlaubt, danach bekamen sie die volle Gleichstellung. 2017 strich man schließlich das "Ladies" aus dem Clubnamen. Mit einer Länge von gut 4.500 Metern auf sandigem Heideboden ist der Platz ideal für eine schnelle Runde - oder, wie man im Englischen passend zum Clubnamen so schön sagt, "to whirl around".WIRRAL
GOLF CLUB

06
Seit 1997 ist die AIG Women's Open regulärer Gast im Sunningdale Golf Club. 100 Jahre zuvor wäre dies undenkbar gewesen, da erst 1950 eine Ladies Section entstand und Frauen gar erst 2011 Mitglied werden durften. Aus dieser Not heraus gründete Sunningdale-Mitglied Edward Ernest Villiers 1902 den Sunningdale Ladies Club. Bis 2020 blieb der Neunlochplatz eine Frauendomäne, dann öffneten die Damen des Hauses den Club für Herren und tauften ihn Sunningdale Heath. Die Tatsachen, dass Queen Elizabeth' Mutter 1932 Captain war und sechs weitere britische Royals Funktionen im Club hatten, machen ihn zu einem Top-Kandidaten für einen künftigen royalen Namenszusatz. Was angesichts der nebenan liegenden, prestigeträchtigen, nicht royalen Old- und New-Kurse einen ironischen Unterton hätte.SUNNINGDALE
HEATH

05
Der heutige Zweitkurs von Royal Dornoch hat wenig mit dem Platz gemein, der 1899 entstand, aber er verläuft in Teilen immer noch auf dem gleichen Land wie der damalige Royal Dornoch Ladies Course. Die originalen zwölf Bahnen wurden dabei von einer echten Architekturlegende designt: Donald Ross, damals der Headpro und Greenkeeper in Royal Dornoch. Für Architektur-Nerds wäre es eine faszinierende Aufgabe, diese alten Bahnen zu studieren, aber während des Ersten Weltkriegs wurden sie so vernachlässigt, dass 1923 ein neuer Platz entstand: Der Struie war ursprünglich ebenfalls für die Damen des Clubs ausgelegt, doch diese verloren ihre Heimat, als dort im Zweiten Weltkrieg eine Start-und-Lande-Bahn gebaut wurde. Die heutige Version des Struie entstand 2003 durch den Bau neuer Löcher.ROYAL DORNOCH
STRUIE COURSE
04
Die 1928 eröffneten ersten neun Löcher des Swanston Golf Club waren nicht nur für Frauen ausgelegt, sie wurden auch von einer Frau gebaut. Margaret Carswell wurde von vielen Clubs in und um Edinburgh abgelehnt, weil sie das für die Mitgliedschaft erforderliche Y-Chromosom nicht vorweisen konnte. Also baute sie kurzerhand ihren eigenen Platz. Unglücklicherweise machte sie es zu gut. Weil sich die neun Bahnen großer Beliebtheit erfreuten, musste sie den Platz bereits ein Jahr später um neun weitere Löcher erweitern und nach kurzer Zeit auch um Einlass bittende Männer aufnehmen, sodass der reine Frauenclub nicht lange Bestand hatte. Auch das Layout der 1966 verstorbenen Carswell ist nur noch in Ansätzen vorhanden. 2009 wurden sieben komplett neue Bahnen eröffnet.SWANSTON
GOLF CLUB

03
Während andere britische Damen-Golfplätze ihre Tore längst für Männer geöffnet haben, ist der Formby Ladies Golf Club eine weibliche Bastion geblieben. Ungewöhnlich ist auch, dass er nicht als Reaktion auf fehlende Spielrechte entstand: In Formby gab es seit 1886 eine Ladies Section. Die Absplittung erfolgte eher als eine Art Trotzreaktion. 1896 beschlossen die Männer, den Golfplatz zu verändern, und die Damen baten erfolgreich um ihren eigenen Platz: die Geburtsstunde des Formby Ladies Golf Club und eines Neunlochplatzes, der 1908 auf 18 Bahnen erweitert wurde. Männliche Formby-Mitglieder waren bis 2010 als assoziierte Mitglieder zugelassen, dann machte der britische "Equality Act" diese Praxis unwirksam. Seither sind Männer paradoxerweise von jeder Art der Mitgliedschaft ausgeschlossen.FORMBY LADIES
GOLF CLUB
02
Während in Großbritannien Golfclubs von Frauen für Frauen noch vergleichsweise häufig anzutreffen sind, hat in ganz Nordamerika gerade mal ein Club bis zum heutigen Tag überdauert. 1924 erkannte Golfpionierin Ada Mackenzie, dass Frauen einen Ort brauchen, an dem sie ihre Liebe zum Golf ausleben können, ohne von Männern eingeschränkt zu werden. Sie engagierte den renommierten kanadischen Architekten Stanley Thompson, dessen Design bis heute nahezu unverändert geblieben ist. Das Ungewöhnlichste am Ladies Golf Club of Toronto ist dabei die Anzahl der Löcher. Denn neben der offiziellen 18-Loch-Runde gibt es noch die Bahnen 8A und 9A, die man nutzen kann, um eine Neunlochschleife zu erschaffen, die wieder am Clubhaus endet.LADIES GOLF CLUB
OF TORONTO

01
Der am 14. August 1891 gegründete Lundin Ladies Golf Club gilt als der älteste Damen-Golfclub der Welt. Allerdings waren mehrere Umzüge nötig, bis man sich 1909 am heutigen Ort niedergelassen hatte. Dass mitten auf dem zweiten Fairway drei große Steine aus der Bronzezeit stehen, könnte man daher auch als Symbol dafür werten, wie viele Brocken den Frauen von männlichen Golfern in den Weg gelegt wurden. Weil Pläne, den Platz auf 18 Löcher zu erweitern, nie realisiert wurden, unterscheidet sich das heutige Layout nur wenig von dem, das James Braid einst entwarf. Eine Sache hat sich aber doch verändert: Lange Zeit durften Männer nur auf den Platz, wenn sie eine Dame begleiteten. Mittlerweile traut man ihnen auch zu, dass sie unbegleitet keinen allzu großen Schaden anrichten.



