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Gary Player

Legende in schwarz

Von Wolfgang Block, Fotos: BMW / Stefan Heigl

In Südafrika hatten wir beim World Final des BMW Golf Cup die Chance, mit Gary Player über Disziplin und die Zukunft des Golfsports zu sprechen.

Auch mit 90 Jahren steht der "Black Knight" noch immer auf dem Platz und erfreut sich bester Gesundheit. Er trainiert täglich und redet so klar wie eh und je. Gary Player ist zweifelsohne eine der größten Ikonen des Golfsports. In Südafrika nahm er sich Zeit für ein Gespräch mit uns und lieferte genau das, was man von ihm erwartet: keine Floskeln, sondern Haltung und unbeirrbare Zukunftsvisionen.

Du warst gerade zum 15. Mal Ehren-Starter beim Masters. Wie schaffst du das und wie lange willst du das noch machen?
Bis ich 100 bin oder solange ich laufen kann. Ich war gerade heute Morgen wieder im Fitnessstudio. Es ist nicht einfach, aber ich mache es trotzdem, jeden Tag. Und ich sage dir: Ich würde die meisten 50- bis 60-Jährigen im Studio noch nassmachen.

Ist das Masters dein Lieblings-Major? Immerhin hast du es dreimal gewonnen...
Mein Lieblingsturnier ist die Open Championship. Sie hat die Aura der Geschichte und ist brutal schwer. Augusta, das ist etwas anderes. Ich habe dort Präsidenten getroffen, Golflegenden - und Männer, die Geschichte geschrieben haben. Das Masters ist bis heute das bestorganisierte und schönste Turnier der Welt. Ich war jetzt zum 68. Mal dort. Es ist für mich längst mehr als ein Turnier, es ist ein Teil meines Lebens.

Was macht einen großen Golfspieler aus: Talent oder Disziplin?
Beides. Aber die Leute überschätzen Talent gewaltig. Ich hatte nicht das Talent von Ben Hogan. Ich habe nicht so weit geschlagen wie Jack Nicklaus. Aber ich habe sie besiegt. Immer wieder. Warum? Weil ich bereit gewesen bin zu leiden. Ich bin ohne Mutter aufgewachsen, mein Vater hat 2.500 Meter unter der Erde im Bergwerk gearbeitet. Ich war hungrig, musste kämpfen und habe härter gearbeitet als alle anderen. Ich war kein Talent - ich war ein Tier.

Du hast als erster Golfer mit Fitness begonnen. Siehst du dich ein wenig als Pionier?
Als ich damals angefangen habe, Gewichte zu heben, wurde ich von den anderen ausgelacht. Heute machen es alle Golfer. Rory, Tiger und Co. trainieren wie richtige Sportler. Und das ist erst der Anfang. Wartet ab, bis irgendwann durchtrainierte Athleten aus anderen Disziplinen anfangen, Golf zu spielen. Dann reden wir bald über Drives, die 450 Meter gehen.

Das heißt dann, es gibt bald nur noch Par-3-Löcher?
Die Länge der Drives zerstört jetzt schon das Spiel. Die Leute schlagen heute 50 Meter weiter als früher. Es gibt für die Profis keine echten Par-5-Löcher mehr, Par-4-Löcher werden mit dem Abschlag angegriffen. Und was ist die Folge davon? Golfplätze werden für siebenstellige Summen umgebaut. Wasser, Ressourcen und Geld werden verschwendet. Dabei wäre die Lösung einfach: Lasst den Golfball kürzer fliegen. Aber dafür braucht es jemanden mit Rückgrat, der das durchsetzt.

Du giltst auch als Kritiker der Spaltung zwischen LIV und PGA Tour. Warum?
Ich hasse Konflikte. Wer früher ein Turnier gewonnen hat, war der Beste der Welt. Heute spielst du nicht mehr gegen alle. Das ist einfach schlecht für unseren Sport. Ich hoffe, dass wir bald wieder eins werden. Golf sollte vereinen, nicht trennen.

Was bedeutet ein Event wie das World Final für Südafrika?
Golf ist der beste Botschafter, den wir für Südafrika je hatten. Unser Land braucht Tourismus, Jobs und Perspektiven. Und Golf kann genau das liefern! Diese Woche hier bringt Menschen aus über 30 Ländern zusammen, darunter Investoren, Unternehmer und Spieler.

Du bist hier als Markenbotschafter für BMW. Was macht diese Zusammenarbeit für dich besonders?
Ich habe nie etwas nur fürs Geld gemacht. Wenn du für ein Produkt stehst, musst du wirklich daran glauben, dass es das beste ist. Bei BMW habe ich genau dieses Gefühl. Sie bauen ein Auto aus Leidenschaft. Dieses Jahr haben sie sogar ein Auto mit meinem Namen gebaut und ich habe in München gesehen, wie viel Arbeit, Präzision und Leidenschaft in solch ein Fahrzeug fließen. Dieses Auto wurde versteigert und der Erlös ging an die Blair Atholl Pre-Primary School in Südafrika, die ich 1983 mit meiner Ehefrau Vivienne gegründet habe. Sie hat auf ihrem Sterbebett zu mir gesagt: "Bitte sorge dafür, dass die Schule für immer bestehen bleibt!" BMW hat uns dabei geholfen, genau das möglich zu machen. Das ist für mich mehr als nur Sponsoring, das hat wirklich Vorbildcharakter.

Wer sind deine persönlichen Vorbilder?
Martin Luther King, Nelson Mandela, Muhammad Ali und Mutter Teresa. Und Dwight D. Eisenhower, der für mich für Freiheit stand wie kein anderer. Was diese Menschen verbindet? Sie hatten Überzeugungen. Und sie haben dafür gekämpft.

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