Golfsixes:

Golfsixes

Das ungewöhnlichste Turnier des Jahres

18.05.2018 | Von Fritz Lüders, Foto(s): Getty Images

Maskottchen, Nebelmaschinen, Frauen gegen Männer: Beim GolfSixes-Turnier der European Tour in England wurde das Konzept einmal von Grund auf umgekrempelt.

Wer sein Auto am Rande Londons parkte, um zum GolfSixes-Turnier zu gehen, hatte wahrscheinlich eher das Gefühl, das Rock am Ring Festival zu besuchen. Der Bass wummerte über die Felder, Menschen jubelten, schrille Plakate hingen vor noch schrilleren Tribünen. Doch es wurde Golf gespielt. Profigolf. Und mit Ryder-Cup-Captain Thomas Bjørn, Solheim-Cup-Frontfrau Catriona Matthew, David Lipsky, Alexander Björk oder Thorbjørn Olesen hing sogar eine namhafte Teilnehmerliste aus. Der Ball ist rund und muss mit möglichst wenig Schlägen ins Runde. Das ist kein Zitat von Sepp Herberger, sondern der letzte gemeinsame Nenner des GolfSixes-Turnier mit klassischen Tourstopps. Denn am ersten Maiwochenende war alles anders: Männer spielten mit und gegen Frauen an zwei statt vier Tagen, ein Match dauerte sechs und nicht 18 Löcher, "Quiet please!"- Schilder suchte man vergebens, selbst im Rückschwung jubelten Zuschauer und teilweise blieben nur 30 Sekunden pro Schlag.

Golfsixes: Endlich: Smileys liefert ab sofort überregional.
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16 Zweierteams kämpften in vier Gruppen um Punkte, ehe die besten acht Duos im K.o.- System gegeneinander antraten. Dass Paul Dunne am Ende mit Gavin Moynihan für Irland den Sieg gegen Frankreich holte, geriet dabei fast zur Nebensache. Zu ungewöhnlich war das, was drumherum passierte. "Es hat so viel Spaß gemacht", sagte Charley Hull vom britischen Frauenteam. "Ich fühlte so viele gute Vibes und freute mich besonders, dass zahlreiche Frauen und Mädchen zu einem Golfturnier kamen." Denn selbst wenn es aus sportlicher Sicht schon größere Momente gab und die Herrenriege in Augusta beim Anblick des Turniers wahrscheinlich den Untergang ausrief, zeigte ein so schrilles und innovatives Format, welche Facetten Golf noch zu bieten hat. Besonders um jugendliche für den Sport zu begeistern, war das pinke Turnier in England somit Gold wert.