Heiße Nummer II - Major-Bilanz 2026

Heiße Nummer II Major-Bilanz 2026

24.08.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Imago (1), Tristan Jones/LET (3)

Mit der AIG Women's Open ist das letzte von neun Majors des Jahres in den Büchern. Während Brooke Henderson und Scottie Scheffler die grösste sportliche Konstanz zeigten, klingelte bei Nelly Korda und Rory McIlroy die Kasse am lautesten.

Es gibt Erfolge, für die kann man sich nichts kaufen. Keiner hat das 2026 bitterer erfahren als Sam Burns. Zählt man alle 16 Major-Runden zusammen, lagen der Amerikaner und Scottie Scheffler mit 20 unter Par an der Spitze aller mehr als 200 Teilnehmer. Eine weitere Gemeinsamkeit, die Burns mit dem Weltranglisten-Ersten hat? Sie gingen ohne Sieg aus den vier Turnieren hervor. Für keinen war dies bitterer als für Burns, der bei der US Open bereits nur um einen Schlag das Play-off verpasste und bei der Open Championship in Royal Birkdale endlich auf seinen großen Major-Durchbruch hoffte. Nach drei Runden hatte sich der 30-Jährige an die Spitze gesetzt, nur um mit drei Bogeys in Folge alles zu verspielen. Am Ende belegte er nur Platz drei. Für ein wenig Entschädigung dürfte bei Burns aber der Blick auf den Kontostand sorgen. Fast 4,5 Millionen Preisgeld sackte er allein in den vier Majors ein. Nur US-Open-Sieger Wyndham Clark und Masters-Champion Rory McIlroy kassierten noch höhere Schecks. Und Nelly Korda.

MAJOR-GESAMTSCORE 2026


DAMEN
01. BROOKE HENDERSON -21
02. PATTY TAVATANAKIT -13
03. MAJA STARK -10
04. AKIE IWAI -5
05. MAO SAIGO +1
06. AMY YANG +6
07. AYAKA FURUE +12

HERREN
01. SCOTTIE SCHEFFLER, SAM BURNS -20
03. XANDER SCHAUFFELE -13
04. RORY MCILROY, CAMERON YOUNG -11
06. LUDVIG ÅBERG -10
07. COLLIN MORIKAWA -6
08. CHRIS GOTTERUP EVEN
09. JUSTIN THOMAS, BEN GRIFFIN +3
11. HIDEKI MATSUYAMA +5
12. COREY CONNERS +10
13. KURT KITAYAMA +12
14. MICHAEL BRENNAN +18

Auch wenn das Gesamtpreisgeld der fünf Damen-Majors fast 40 Prozent unter dem der vier Herren-Majors liegt und Korda bei der Evian Championship den Cut verpasste, nahm auch die Weltranglisten-Erste mehr als 4,5 Millionen Dollar ein. Doch allein schon ihre beiden Siege bei der Chevron Championship und der US Women's Open waren 3,85 Millionen US-Dollar wert. Korda war nicht die einzige Doppelsiegerin des Jahres. Die Südkoreanerin Haeran Ryu gewann die Evian Championship und die Women's PGA Championship, das mit 13 Millionen Dollar höchstdotierte Damenturnier aller Zeiten. Mit ihren 3,7 Millionen US-Dollar wäre Ryu sogar in der Herren-Geldrangliste auf Platz sechs gelandet. In der Liste des besten Major-Gesamtergebnisses taucht aber auch sie nicht auf: Ryu musste wegen eines operativen Eingriffs die US Women's Open auslassen.

Heiße Nummer II:
Angeführt von der Kanadierin Brooke Henderson gelang es sieben Spielerinnen, in allen 20 Major-Runden an den Start zu gehen - zwei weniger als im vergangenen Jahr. Wie schwierig diese Konstanz zu erreichen ist, zeigt sich auch daran, dass derzeit niemand mehr als acht Major-Cuts in Folge geschafft hat. Gehalten wird diese Serie von Patty Tavatanakit, die mit 13 unter Par in diesem Jahr zweitbeste Dame war.

MAJOR-PREISGELD 2026


HERREN
01. RORY MCILROY $5.355.555
02. WYNDHAM CLARK $4.752.000
03. SCOTTIE SCHEFFLER $4.543.145
04. SAM BURNS $4.462.148
05. AARON RAI $4.157.512
06. RYAN FOX $3.459.907
07. CAMERON YOUNG $3.120.115

DAMEN
01. NELLY KORDA $4.590.836
02. HAERAN RYU $3.716.438
03. BROOKE HENDERSON $2.389.097
04. SHIHO KUWAKI $1.879.160
05. CHARLEY HULL $1.614.899
06. INA YOON $1.592.515
07. GABY LOPEZ $1.419.453

Bei den Herren sind Cut-Serien offenbar leichter zu erreichen, zumindest wenn man Scottie Scheffler heißt. Der Amerikaner gewann mehr Major-Turniere (4), als er Cuts verpasste (3), und hat seine aktuelle Cut-Strähne bei Majors in diesem Jahr auf 18 gestreckt. Noch besser sieht die Bilanz von Xander Schauffele aus, der dieses Jahr auf den Plätzen 7, 9, 11 und 18 landete und damit bei 19 Majors in Folge den Cut geschafft hat. Rory McIlroy liegt nur bei acht, aber das wird den Nordiren wenig stören, schließlich befinden sich darunter gleich zwei Masters-Siege. Für seine Titelverteidigung kassierte er in diesem Jahr satte 4,5 Millionen Dollar - die gleiche Summe wie Wyndham Clark für seinen Sieg bei der US Open.

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Von diesen Summen ist man in Großbritannien weit entfernt. Ryan Fox bekam als Sieger der Open "nur" 3,2 Millionen Dollar, Shiho Kuwaki musste sich als Siegerin des weiblichen Pendants sogar mit 1,5 Millionen Dollar zufriedengeben. Die im Play-off unterlegene Esther Henseleit knackte in diesem Jahr auch die Millionen-Marke beim Preisgeld, obwohl sie zweimal den Cut verpasste. Im vergangenen Jahr schaffte sie es noch in alle fünf Major-Wochenenden, hatte am Ende des Jahres aber nicht einmal halb so viel Geld auf dem Konto. Ähnlich erging es 2026 Ayaka Furue und Michael Brennan. Die Japanerin und der Amerikaner schafften zwar bei allen Events den Cut, landeten aber immer unter "ferner liefen". Furues bestes Resultat war ein 19. Platz bei der Women's PGA Championship, Brennan schaffte es bei seinem Masters-Debüt auf Platz 24. Entsprechend landeten beide beim Preisgeld auch lediglich im 300.000-Dollar-Bereich.

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Noch deutlicher werden die Unterschiede, wenn man das Preisgeld ins Verhältnis zu den benötigten Schlägen setzt. Furue verdiente pro Schlag 201,17 US-Dollar, Brennan 282,67. Da ließen sich andere ihre Arbeit deutlich besser bezahlen, allen voran Wyndham Clark. Der US-Open-Champion machte bei der PGA Championship und der Open zur Halbzeit Feierabend und kommt so auf einen Arbeitslohn von 5.597,17 Dollar, während McIlroy sich jeden Schlag mit 4.776,68 Dollar entlohnen ließ. Auf Seite der Damen führt dagegen kein Weg an Nelly Korda vorbei, die für jeden ihrer 1.253 Schläge 3.663,88 US-Dollar kassiert. Kordas Vorgängerin bei der US Women's Open, Maja Stark, musste dagegen kräftige Einbußen beim Gehalt hinnehmen. 2025 hatte sie für ihre 281 Schläge bei der nationalen Meisterschaft 2,4 Millionen Dollar kassiert. 2026 brauchte sie nur einen Schlag mehr, bekam als Achte aber nur 320.000 US-Dollar.