Heisse Nummer - Wiederholungstäter

Heisse Nummer Wiederholungstäter

27.04.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Imago Images

Mit seiner erfolgreichen Titelverteidigung beim Masters trat Rory McIlroy einem äußerst exklusiven Club bei. Und er legte einen Lauf an der Spitze des Leaderboard hin, den Augusta National zuvor erst zweimal gesehen hatte.

Rory McIlroy ist für Augusta National der Masters-Champion der Träume. Nicht nur wegen seiner spektakulären Schläge, seines Gespürs für die Geschichte des Turniers und seiner eloquenten, smarten Dankesreden, sondern vor allem, weil sein Auftauchen an der Spitze des Leaderboards Spannung garantiert und er so das Publikum bis zur letzten Sekunde an die Fairway-Absperrungen oder Fernsehgeräte bannt. So war es 2011, als er in der Schlussrunde eine sicher geglaubte Führung wegwarf, 2025, als er mit zwei Doppel-Bogeys Justin Rose herankommen ließ, und auch in diesem Jahr. Nach zwei Runden hatte der Nordire die größte Führung der Masters-Geschichte herausgespielt, nur um sie innerhalb von 13 Löchern zu verlieren. Doch mit einem starken Comeback am Sonntag sicherte sich der Weltranglisten-Zweite dennoch sein zweites Grünes Jackett in Folge.

Heisse Nummer:
Es war erst die dritte erfolgreiche Titelverteidigung der Masters-Geschichte. Doch während Nicklaus 1966 in der zweiten Runde kurz Peter Butler und Paul Harney vorbeiziehen ließ, Faldo 1990 in der Schlussrunde drei Schläge Rückstand aufholte und Woods 2002 wie gewohnt die erste Hälfte des Turniers verschlief, lag McIlroy trotz seines Auf und Ab am Ende jeder Runde zumindest in geteilter Führung - und leistete damit Historisches. Da der Holywood-Star auch 2025 nach den letzten beiden Runden von der Spitze grüßte, hat er mittlerweile sechs Masters-Runden in Folge keinen Namen vor sich auf dem Leaderboard gesehen. In der 90-jährigen Geschichte des Turniers gab es das zuvor nur zweimal: Arnold Palmer gelang 1960 ein Wire-to-wire-Sieg, dem er 1961 zwei weitere Runden an der Spitze folgen ließ, und 2015/ 2016 verhinderte nur Rae's Creek, dass Jordan Spieth zwei Masters in Folge dominierte: Seine Serie endete mit sieben Führungsrunden. Mit einem guten Start 2027 könnte McIlroy mit Spieth gleichziehen. Eine andere Bestmarke scheint aber unerreichbar. Wie Spieth, Rose, Woods, Sam Snead und Raymond Floyd beendete McIlroy bisher insgesamt neun Masters-Runden als Führender - halb so viele wie Palmer und zehn weniger als Nicklaus, der mit sechs Grünen Jacketts der unangefochtene Dominator von Augusta National bleibt.