New Faces - Brennan aus Salem

New Faces Brennan aus Salem

27.04.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Getty Images, Imago

Bei seinem ersten Masters-Auftritt schaffte Michael Brennan wenig überraschend den Cut. Denn der Absolvent der Wake Forest University in Winston-Salem ist als Schnellstarter bekannt.

Die Wake Forest University hat schon zahlreiche große Golfer herausgebracht: Cam Young, Will Zalatoris, den frischgebackenen European-Tour-Sieger Alex Fitzpatrick, Open Champion Darren Clarke, die US-Open-Sieger Webb Simpson und Curtis Strange und nicht zuletzt die Golf-Legende Arnold Palmer. Doch keiner von ihnen hat nach dem Abschluss so schnell eine Festanstellung bekommen wie Michael Brennan. Dabei hatte sich der am 09. Februar 2002 in Virginia geborene Nachwuchsgolfer als Amateur noch nicht komplett ins Rampenlicht gespielt.

Zwar konnte Brennan mit 71,46 Schlägen pro Runde den viertbesten Durchschnitt der Schulgeschichte vorweisen und hatte es in der Amateur-Weltrangliste unter die besten 25 geschafft, doch weder wurde er ins Walker-Cup-Team der USA berufen, noch hinterließ er bei der US Amateur Championship bleibenden Eindruck. Als Zwölfter des PGA-University-Rankings, dem Schnellstart-Programm für College-Studenten, reichte es gerade einmal für eine Spielberechtigung auf der drittklassigen PGA Tour Americas und damit für jede Menge Vielflieger-Meilen. In nur drei Monaten machte Brennan Station in Argentinien, Brasilien, Ecuador, Peru, Mexiko und Kolumbien. Doch erst als die Tour nach Nordamerika zurückkehrte, war Brennan wirklich angekommen. In nur fünf Wochen gewann er gleich dreimal in den USA und Kanada, entschied die Jahreswertung für sich und hinterließ vor allem Eindruck bei den Turnierdirektoren der Bank of Utah Championship.

New Faces:
Als die Verantwortlichen des PGA-Tour-Turniers 2025 nach Sponsoreneinladungen suchten, gingen fünf Plätze an Spieler, die in Utah geboren waren oder dort studierten. Doch einen Platz reservierten sie für Brennan, der am 23. Oktober sein PGA-Tour-Debüt als Profi gab. 72 Stunden später hatte der 23-Jährige den Turniersieg, eine Million Dollar und die Karte für die PGA Tour in der Tasche. Dort lief es 2026 allerdings noch nicht rund. Für Schlagzeilen sorgte Brennan nur, als er sich bei der Farmers Insurance Open selbst disqualifizierte, weil er unwissentlich ein frisiertes Birdiebook benutzt hatte. Dass er ganz ohne solches Hilfsmittel ausgerechnet in Augusta National mit Platz 24 das beste Saisonergebnis einfuhr, lässt viel für den Rest des Jahres hoffen. Schließlich ist er bereits für zwei der drei Majors qualifiziert und als 47. der Weltrangliste guter Hoffnung, auch bei der US Open in Shinnecock anzutreten.

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Dass es ihm dabei nicht reicht, einfach nur den Cut zu schaffen, liegt in seiner Persönlichkeit. In der Pressekonferenz zur Bank of Utah Championship bezeichnete Brennan sich selber als verbissen. "Mein Vater zieht mich manchmal damit auf, wie sehr ich mich in Dinge hineinsteigere. Im Moment ist es so mit Tennis. Ich spiele eigentlich nur zum Spaß mit meinen Kumpels, jedoch habe ich sogar Trainerstunden genommen, weil ich es nicht mag, nur durchschnittlich zu sein."

Dies trifft vor allen Dingen auf einen Aspekt seines Golfspiels zu: den Abschlag. Mit einer durchschnittlichen Drive-Länge von knapp 323 Yards ist Brennan aktuell der drittlängste Spieler auf der Tour. Das stellte er auch beim Masters unter Beweis, als lediglich Rory McIlroy und Chris Gotterup vom Tee noch aggressiver zu Werke gingen. Schließlich weiß spätestens seit der Einführung von Strokes Gained jeder Golfer: Länge ist der eine entscheidende Vorteil im Golfsport. Dass ausgerechnet Michael Brennan diese Rechnung gelöst hat, kommt wenig überraschend. Sein Trainer Adam Harrell arbeitet nebenbei als Mathelehrer in der Farmwell Station Middle School.

Steckbrief

Name: Michael Brennan
Jahrgang: 2002
Wohnort: Jacksonville, Florida
Profi seit: 2024
Lieblingsteam: Atlanta Braves
Weltrangliste: 47. Platz (April '26)
Fed Ex Cup: 111. Platz (April '26)

Erfolge 2025

Sieger: Biosteel Championship (PGA Tour Americas)
Sieger: CRMC Championship (PGA Tour Americas)
Sieger: ATB Classic (PGA Tour Americas)
Sieger: Bank Of UTtah Championship (PGA Tour)