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Buyer's Guide 2026

Driver

Von Rüdiger Meyer & Jan Langenbein, Fotos: PR

Die Golf-Industrie ist woke geworden: Jahrelang konzentrierte sich alles auf den Körper, doch 2026 achten die Hersteller vor allen Dingen auf das Gesicht. Mit Callaway und Mizuno präsentieren gleich zwei von ihnen ein neues Clubface-Material.

Modellübersicht


CALLAWAY

QUANTUM MAX, MAX D, TRIPLE DIAMOND, TRIPLE DIAMOND MAX, MAX FAST - 689 EURO/729 EURO (CARBON-CHASSIS)

COBRA

OPTM LS, X, MAX-K, MAX-D - 629 EURO

MIZUNO

JPX ONE, SELECT - 659 EURO

PING

G440 K, HL - 750 EURO

PXG

LIGHTNING TOUR, MAX 10K, TOUR MID - 699 EURO

TAYLORMADE

QI4D, MAX, MAX LITE, LS - 699 EURO

WILSON

DYNAPWR MAX+ - 500 EURO

XXIO

14, 14+ - 849 EURO
Der Kampf um den besten Driver auf dem Markt ist auch immer der Kampf um die besten Buzzwörter. Allein in diesem Jahr werden die Pressemitteilungen der Hersteller mit neuen Modebegriffen wie Tri-Force, Frequency Response, Nanoalloy, Products of Inertia, Reax oder Free-Hosel-Technologie geflutet. Auf die meisten von ihnen passt das Zitat von Regina George im Film "Mean Girls", die mit dem Satz "Hör auf, das Wort ,fesch' zu etablieren, das wirst du nicht schaffen!" eine aus ihrer Clique legendär zurechtstutzte. Doch immer wieder gibt es Entwicklungen, die verfangen und Jahre später zum Standard aller Hersteller gehören wie das verstellbare Gewicht aus dem TaylorMade R7 von 2004 oder die Carbon-Krone des Mizuno MP-001 aus dem Jahr 2003. Im Moment sind all diese Technologien allerdings noch Schrödingers Driver: Sie können sowohl ein Hit werden wie der Apple iPod oder floppen wie der Microsoft Zune.

Zwei Hersteller gehen für 2026 daher auf Nummer sicher. Sowohl Wilson mit dem Dynapwr Max+ als auch Ping mit dem G440 K bringen eine Weiterentwicklung ihrer erfolgreichen Vorjahresmodelle heraus, die noch einmal das Äußerste aus der Baureihe herauskitzelt.

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PING


Bereits mit dem G430 Max 10K hatte Ping 2024 ein Modell herausgebracht, das in fast allen Konfigurationen beim Trägheitsmoment (MOI) den magischen Wert von 10.000 Gramm pro Quadratzentimeter geknackt hat. Für Profis sind diese kalten physikalischen Zahlen nebensächlich, da sie den Ball in der Regel mit der Präzision eines Lasergewehrs treffen. Für Amateure, deren Trefferbild eher dem einer Schrotflinte gleicht, bedeutet dies aber, dass sich der Schlägerkopf bei Treffern weniger verdreht und der Ballflug gerader bleibt. Der G440 K hat laut Ping beim MOI noch einmal zugelegt. Zwar bleiben die genauen Zahlen Geheimsache, man munkelt jedoch, dass der Wert in der fehlertolerantesten Fade-Einstellung der 11.000er-Grenze recht nahe gekommen ist. Möglich macht dies vor allem das sogenannte Free-Hosel-Design, mit dem man im Hosel-Bereich bis zu fünf Gramm Gewicht einsparen und in Richtung Sohle umpositionieren konnte, wodurch höhere Ballgeschwindigkeiten und eine größere Fehlertoleranz erzielt werden. Daneben hat auch der G440 K alle Vorzüge der anderen Modelle aus der Reihe, vom Carbon-Wrap um Krone und Sohle über das Rückgewicht bis hin zum achtfach verstellbaren Hosel, mit dem sich Lie und Loft verändern lassen. Wer dennoch mehr Höhe braucht, kann auf den G440 K HL zurückgreifen, der beim Rückgewicht, Schaft und Griff weniger auf die Waage bringt und dadurch höhere Schwunggeschwindigkeiten ermöglicht.

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WILSON


Was für Ping der K ist, ist für Wilson der Max+, mit dem die bestehende Dynapwr-Linie ergänzt wird und deren geradester Driver entsteht. Auch Wilson hat dabei den Wunschtraum jedes Körperbewussten erfüllt und Fett von unerwünschten an erwünschte Stellen verschoben. Im Vergleich zur regulären Dynapwr-Linie wurden fünf Gramm aus der Schlagfläche in den hinteren Teil umplatziert. Dieser Brazilian Butt Lift hebt das MOI deutlich über die 10.000er-Marke. In Kombination mit einer abgesenkten Krone und einem runderen Schlagflächenprofil wird der Dynapwr Max+ somit zum fehlertolerantesten Driver der Firmengeschichte und hilft bei Treffern außerhalb des Sweet Spot, die Verdrehung und den Seitenspin zu reduzieren. Für zusätzliche Kontrolle über die Flugbahn sorgt wie schon beim Dynapwr Max ein vertikal umkehrbares Rückgewicht, das auf 27 Gramm erhöht wurde und beim Versetzen der schweren Seite in Richtung Ferse eine Draw-Präferenz erzielt.

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CALLAWAY


Eine Draw-Option haben auch alle Hersteller im Gepäck, die 2026 komplett neue Modellreihen anbieten wie Callaway etwa den Quantum D. Die Carlsbader haben sich 2026 quasi das Motto der Jedi auf die Fahne geschrieben: "May the Tri-Force be with you." Tri-Force steht für eine neue Materialkombination der Schlagfläche, die aus ultradünnem Titan, einem Polyestergeflecht und Carbon-Fasern zusammengesetzt ist und sich in den Worten von Callaway "zu einem vollständig integrierten Geschwindigkeitssystem kombiniert". Für Callaway ist es die Kulmination eines jahrelangen Prozesses. Während die Konkurrenz vor allem an der Gewichtsverteilung arbeitet, konzentriert sich Callaway seit einigen Jahren auf die Perfektion der Schlagfläche. Das KI-optimierte Design hat unzählige Daten realer Treffer in Zehntausende Kontrollpunkte umgewandelt, um die Schlagfläche in puncto Geschwindigkeit, Spin, Abschlag und Genauigkeit zu optimieren. Ein cleverer Schachzug, zieht er doch die Natur des Golfers in Betracht. Hat die Industrie früher Schläger für perfekt getroffene Bälle gebaut, hat man mittlerweile erkannt, dass die meisten Golfer lieber einen für Fehlschläge optimierten Driver kaufen, als Unterricht zu nehmen. Deshalb gibt es auch auf alle Spielstufen abgestimmte Modelle. Der Max Fast wendet sich an Spieler mit langsamen Schwunggeschwindigkeiten, der Triple Diamond an alle, die ihren Ballflug bewusst kontrollieren können, und der Max D sowie der Triple Diamond Max bieten die höchste Fehlertoleranz und gleichzeitig einen Draw- bzw. Fade-Bias.

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